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Wildsauseo Branche – Banken in Deutschland

Gastautor: Martin Brosy
07.11.2019, 15:58  |  1270   |   |   

Niemand weiß, wie die Bankenbranche in zehn Jahren aussehen wird. Klar ist allerdings, dass deutsche Finanzinstitute unter starkem Druck stehen. Erkennbar ist das für die Kunden an dem schrumpfenden Filialnetz; die Mitarbeiter der Banken haben Angst vor dem geplanten oder drohenden Stellenabbau. Von der Finanzkrise in den Jahren 2007 und 2008 haben sich die Banken immer noch nicht erholt. Gründe dafür sind in der Bankenstruktur und in der strategischen Ausrichtung zu finden.

Das Bankensystem in Deutschland hat seine besonderen Probleme

In Deutschland gibt es ein historisch gewachsenes Bankensystem, das auf drei Säulen fußt:

  • Privatbanken
  • Sparkassen
  • Genossenschaftsbanken

Unter den Privatbanken sind die Großbanken zu finden, die jeder kennt, z. B. die Deutsche Bank und die Commerzbank. Außerdem zählen noch ein paar kleinere, private Regionalbanken und Zweigstellen ausländischer Banken dazu.

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Die Sparkassen und Landesbanken sind in der Regel im Besitz von öffentlich-rechtlichen Trägern wie Gemeinden, Kreisen und Ländern. Sie sind daher Teil des öffentlich-rechtlichen Bankensektors. Der Einzugsbereich dieser Banken ist meist auf das regionale Gebiet des Trägers beschränkt. Im Fokus stehen dabei die Förderung der Vermögensbildung, das Sparen und die Kreditversorgung für die regionale Bevölkerung sowie für kleine und mittelständische Unternehmen.

Die Genossenschaftsbanken, zu denen unter anderem die Volksbanken und Raiffeisenbanken zählen, sind ebenfalls hauptsächlich regional ausgerichtet. Besonders ist allerdings die Kundenbeziehung: Mehr als die Hälfte der 30 Millionen Kunden verfügen über Genossenschaftsanteile und sind somit Teilhaber der Kreditinstitute.

Im letzten Jahrhundert hat sich dieses System als fähig und sehr robust gegenüber Krisen bewiesen. Die deutsche Wirtschaft mit einem breit aufgestellten Mittelstand hat von dem dezentralen Bankensystem profitiert. Die regionale Ausrichtung von Sparkassen und Genossenschaftsbanken sorgen für eine optimale Betreuung sowohl von Privat- als auch von Firmenkunden in den einzelnen Geschäftsgebieten.

Mit dem Höhepunkt der Krise im Jahr 2008 hat dieses System allerdings einige Schwächen offenbart. Da etwa die Hälfte des Bankensystems staatlich gesteuert und auch private Banken nicht mehr genug Gewinne erzielt haben, wurden Staatshilfen nötig. So wurden beispielsweise die LBBW, die BayernLB und die HSH Nordbank, die mittlerweile privatisiert wurde, gerettet.

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), seines Zeichens größte Landesbank Deutschlands, rutschte nach der Übernahme der SachsenLB und der Landesbank Rheinland-Pfalz durch die Finanzkrise tief in die roten Zahlen. 2009 waren Staatshilfen über fünf Milliarden Euro und eine Bürgschaft über 12,7 Milliarden Euro nötig, um die Bank am Leben zu halten. 2014 kam es zu mehreren Anklagen wegen Bilanzfälschung und Untreue gegen Vorstände der Landesbank. Wird mit dem Geld der Steuerzahler so umgegangen, ist ein Vertrauensverlust sichere Sache.

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