Ausblick 2020 und darüber hinaus Gold, Immobilien und Verlustabzug bei Kapitalanlagen: Die 3 wichtigsten Änderungen 2020

31.12.2019, 11:30  |  65301   |   |   

Neues Jahr, neues Glück? 2020 beschert Immobilieneigentümern und Kapitalanlegern einige wichtige Änderungen. Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Neuerungen in 2020. Was du jetzt für 2020 wissen musst!

2019 war das Thema Klima ganz oben in den Medien und schließlich auch in der Politik. So hat das Bundeskabinett im Rahmen des Klimaschutzprogramms neue steuerliche Möglichkeiten bei Energiespar-Maßnahmen geschaffen. Wer kann davon profitieren?

Ab Januar 2020 können Selbstnutzer von Wohnimmobilien die Kosten für Wärmedämmung von Dachflächen, Wärmedämmung von Wänden, den Austausch von Fenstern und Außentüren sowie den Austausch der Heizungsanlage in Höhe von 20 Prozent über drei Jahre von der Steuerschuld abziehen, so das Manager Magazin. Die Obergrenze bzw. maximale Steuerersparnis beträgt 40.000 Euro. Dazu muss die Immobilie in der EU liegen und über zehn Jahre alt sein. Wichtig ist, dass der Eigentümer sich zwischen einer KfW-Förderung oder der steuerlichen Anrechnung entscheiden muss.

Höhere Förderung beim Austausch der Ölheizung

Daneben tritt am 01.01.2020 eine neue Richtlinie zur Förderung von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien in Kraft. Beim Austausch einer Ölheizung durch eine Biomasse-Anlage liegt die Förderung bei bis zu 45 Prozent, bei einer Wärmepumpenanlage bei bis zu 45 Prozent und bei einer Gas-Hybridheizung bei bis zu 40 Prozent. Geringer fällt die Förderung bei Neubauten und bestehenden Gebäuden ohne Ölheizung aus, so das Bundesministerium für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Wichtig ist: Der Antrag auf Förderung muss vor Vorhabenbeginn erfolgen.

Für Vermieter, die neuen Wohnraum schaffen, gibt es ebenfalls steuerliche Anreize. Im Juni 2019 gab der Bundesrat grünes Licht für eine neue Sonderabschreibung, die neben der regulären linearen AfA vorzunehmen ist, so Haufe. Bis zu jährlich fünf Prozent können im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und in den folgenden drei Jahren abgeschrieben werden.

Die Voraussetzungen sind: der Wohnraum muss in einem bestehenden Gebäude oder Neubau geschaffen werden, der Bauantrag muss zwischen dem 31.08.2018 und dem 01.01.2022 erfolgen, die Herstellungskosten dürfen 3.000 Euro pro Quadratmeter nicht übersteigen und der Wohnraum muss ab dem Jahr der Anschaffung oder Herstellung für neun Jahre vermietet werden. Ausgenommen von der Sonderabschreibung für Mietwohnungsneubau sind Ferienwohnungen. Die Bemessungsgrundlage wird auf maximal 2.000 Euro je Quadratmeter Wohnfläche begrenzt.

Noch keine höhere E-Auto-Prämie

Noch nicht! durch…Für E-Autos mit einem Listenpreis bis 40.000 Euro soll die Kaufprämie von 4.000 auf 6.000 Euro steigen. Die neue Prämienhöhe könnte bis 2025 Gültigkeit besitzen. Käufer von E-Autos mit einem Listenpreis bis zu 65.000 Euro könnten zukünftig einen Zuschuss von 5.000 Euro erhalten. Käufer von Hybridautos sollten zukünftig 4.500 Euro erhalten.

Vor dem Kauf lohnt ein Blick auf die Liste der förderfähigen Elektroautos vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Vom Smart über den e-Golf bis zum Hyundai IONIQ sind insgesamt 191 Fahrzeuge aufgelistet (Stand: 03.12.2019). Derzeitiges Problem zum Inkrafttreten der höheren Förderung: Es fehle die beihilferechtliche Prüfung der EU. Wann die Prüfung abgeschlossen ist, ist derzeit ungewiss, so Auto Bild.

Gold, Immobilien und Kunst: Den Geldwäschern auf der Spur

Am 01.01.2020 tritt das neue Geldwäschegesetz (GwG) 2020 in Kraft, so Haufe. „Davon betroffen ist der Finanzsektor genauso wie der Nichtfinanzbereich, aber auch einzelne Verpflichtete, das Risikomanagement als zentrales Präventionsinstrument des 'risk based' Ansatzes, unterstützt durch die Nationale Risikoanalyse, genauso wirtschaftlich Berechtigte und das Transparenzregister“, so Haufe. Während die Höhe der Bargeldannahme beim Güterhandel weiterhin bei 10.000 Euro liegt, wird beim Edelmetallhandel die Schwelle von 10.000 auf 2.000 Euro gesenkt. Viele Edelmetallhändler kündigten an, dass sie kein anonymes Tafelgeschäft mehr anbieten. Somit wäre bei jedem Kauf eine Ausweisprüfung obligatorisch.

Generell umfasst die neue Gelwäschevorschrift strengere Meldevorschriften für Immobilienmakler, Notare und Auktionshäuser. Makler und Notare sind künftig bei Mietverträgen ab einer Monatsmiete von 10.000 Euro zu einer Meldung wegen des Verdachts auf Geldwäsche verpflichtet. Außerdem weitet das Gesetz die Meldepflichten für Kunsthändler auf Vermittler, Lageristen und Auktionshäuser aus. Ferner werden Anbieter, die Kryptowährungen verwahren, um sie in Fiatwährungen umzutauschen und umgekehrt den Finanzdienstleistungsunternehmen zugeordnet. Somit entstehen neue Meldepflichten für Krypto-Dienstleister im Verdachtsfall an die entsprechende Behörde: Die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU).

Verluste aus Kapitalanlagen nicht mehr steuerlich absetzbar

„Künftig können Verluste infolge eines endgültigen (Teil-)Ausfalls privater Darlehen, der Ausbuchung wertloser Aktien aus dem Depot, des Verfalls von Optionen am Laufzeitende und der Veräußerung wertloser Wirtschaftsgüter wie Wertpapiere an Dritte zu einem symbolischen Preis bei der Einkommensteuer nicht mehr geltend gemacht werden“, so das Portal Steuertipps. Die neue Regelung soll erstmals für den Veranlagungszeitraum 2020 gelten, wobei auch Tatbestände berücksichtigt werden könnten, die vor dem 1. Januar 2020 in Gang gesetzt wurden.

Ein Wermutstropfen für Anleger könnte das mögliche „Aus“ für die Aktiensteuer sein. Zuletzt kamen große Bedenken aus Österreich. Eine Studie für das Finanzministerium in Wien kam zu dem Ergebnis, dass die von Scholz vorlegte Aktiensteuer 99 Prozent aller Finanztransaktionen unberücksichtigt lassen und auch kurzfristige Transaktionen nicht verteuern würde, so die FAZ. Vor diesem Hintergrund sollte Österreich die vorgeschlagene Finanztransaktionssteuer „eindeutig“ ablehnen, so das Fazit und die Empfehlung der Studie. Der Widerstand aus Wien ist insofern von Bedeutung, weil das Land „als informeller Koordinator der Verhandlungen rund um die Finanztransaktionssteuer (FTT) gilt“, so die Welt. Die Verhandlungen über die Aktiensteuer könnten sich über 2020 hinaus hinziehen, meint der FAZ-Journalist Werner Mussler.

Dr. Carsten Schmidt für wallstreet:online

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