Deutschland im Hysterie-Modus Jetzt ist die FDP die „Faschisten-Partei“

Gastautor: Rainer Zitelmann
09.02.2020, 10:32  |  15296   |  10   |   

Protest im ganzen Land - und auch vor der Erfurter Staatskanzlei. © Martin Schutt/dpa

Seit der Wahl des FDP-Kandidaten Thomas Kemmerich ist Deutschland – mal wieder – im Hysterie-Modus. Marco Buschmann, Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, berichtet auf Facebook, „dass tausenden unserer Mitglieder schlimme Dinge widerfahren: Sie werden als ‚Nazis’ beschimpft. Mitarbeiter werden aggressiv angegangen. Steine fliegen in Geschäftsstellen…. Anständige Menschen, deren klare demokratische Haltung für jeden, der sie kennt, klar erkennbar ist, werden plötzlich als ‚Steigbügelhalter des Faschismus’ bezeichnet.“ Linke Demonstranten ziehen vor FDP-Geschäftsstellen mit Schildern, auf denen die FDP als „Faschisten Partei“ bezeichnet wird.

„Allee der zerstörten Plakate“

In der „Hamburger Morgenpost“ schreibt der FDP-Kandidat Carl Cevin-Key Coste: 

„Es ist für mich unerträglich als Nazi-Freund diffamiert zu werden. Ich bin immer noch fassungslos, dass mir eine Nähe zu Nazis unterstellt wird. Es ist nicht einfach nur auf ein FDP-Plakat geschrieben worden. Diese Bezeichnung haben die Täter mir mitten ins Gesicht geschrieben. Den Druck, den einige Kandidaten gerade spüren, ist für viele von Euch vielleicht nicht nachvollziehbar. Aber es ist ein mulmiges Gefühl, wenn ein Fußabdruck auf Deinem Gesicht zu sehen ist. Die Ohnmacht, die Du spürst, wenn Du durch die Allee deiner zerstörten Plakate schreiten musst. Mit nur einer Gewissheit: In den nächsten Tagen wird es gegen Dich und Deine Parteifreunde wieder Morddrohungen geben … Aber Freitagabend, als ich zuhause angekommen bin und die Eindrücke Revue passieren lies, war es das erste Mal seit langer Zeit, dass ich wieder Tränen in den Augen hatte. Nicht meinetwegen, sondern weil ich Angst um unsere Demokratie habe.“ Früher ist er wegen seines Migrationshintergrundes Opfer von Angriffen Rechtsextremer geworden, nun wird er als Nazi diffamiert.

In der Öffentlichkeit entsteht der Eindruck, nicht die AfD habe einen liberalen Kandidaten gewählt, sondern die FDP habe Björn Hocke oder Adolf Hitler persönlich ins Amt gehoben. Dabei weiß jeder, dass die FDP – auch Thomas Kemmerich – mit Höcke nicht das Geringste gemein hat. Im Gegenteil: In der antiliberalen und intoleranten Grundhaltung, in der Polemik gegen „Plutokratie“, „Neoliberalismus“, die „Herrschaft der Reichen“ und in ihren antikapitalistischen Parolen gibt es mehr Gemeinsamkeiten zwischen der Linkspartei und dem rechten Sozialpopulisten Björn Höcke.

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10 Kommentare

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Kommentare

Hmm,es ist natürlich immer wichtig,zu wissen,auf welche Freunde man sich noch verlassen kann,...also,zu uns passt er irgendwie wirklich nicht!
Allzu oft,haben unsere Peiniger ja von Afrika gesprochen,vielleicht fällt man ja dort,mit einer Kriegsbemalung im Gesicht weniger auf und dort,macht es auch weniger,wenn man mal den Kalender vergisst und die anderen strategisch-besser jammern,wie im letzten Monat,als gegen Ende auf w.o wie verrückt strategisch gejammert wurde,und einige (...wie zb auch die Kollegen von der AFD) gänzlich traumatisiert das jährliche Gustloff-Gewimmer vergessen haben,wo unsere Toten übrigens um 9ooo lagen (..übrigens nicht inflations-bereinigt,wie die Toten,in Dresden!)
Geh einfach mit gutem Beispiel voran,da kannste noch was bewegen und die müssten eigentlich für die letzten 50 Jahre noch dankbar sein,falls nicht,hey,50 Jahre in die Mülltonne geschmissen,weil man die falschen Freunde hatte,das waren offenbar nicht wir,ist uns halt allen schonmal so passiert!
Da kann man doch was draus lernen,und man lebt immerhin noch!
Tjunge,junge,also bald wird wohl Jammer-Tec an die Börse gehen,ohne professionelle jammer-Beratung,wirds unmöglich,selbst unprofessionell mit zu jammern,selbst das,machen alle anderen besser,als wir!
Von Links-Extremen,lässt man dann in Zukunft besser die Finger,früher hatte man gesagt,das Böse,ist niemands knecht,oder so kanns kommen!(...werden auch andere noch drauf kommen!)
Tja, taktisch lausiges Verhalten.

Kemmerich wollte - trotz nur 5,0005% der Landtagswahlstimmen - unbedingt
Ministerpräsident werden und bleiben.
Anfänglich wurde seine Wahl ja auch von allen führenden FDP-lern begrüssst.

Als jedoch alle erkannten, welch schlechtes Bild das auf die FDP wirft, schwenkten sie erneut
um 180 Grad herum. Das jedoch wiederum verstärkt das "FDP ist Wendehals & macht für
Macht alles" -Image.
Das einzig Empörende (neben dieser mal wieder bis zum Erbrechen durch alle Medien getriebenen Sau an sich) war für mich die Existenz eines OSTBEAUFTRAGTEN, von dem wahrscheinlich nie jemand erfahren hätte, wäre er nicht gefeuert worden.
Natürlich lehne ich jede Form der Gewalt ab.

Allerdings frage ich mich, wo das Entsetzen und die Fassungslosigkeit von Herrn Coste waren, als Politiker der AfD und ihre Familien nicht nur bedroht, sondern konkret angegriffen wurden. Ich kann mich gar nicht erinnern, damals ein vergleichbares Statement gelesen zu haben.

Habe ich es nur überlesen oder war es Herrn Coste egal, weil es da ja nur gegen Rechte ging?

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