checkAd
Marktkommentar: Dr. Daniel Hartmann (BANTLEON): Italien zwischen Ratingdruck und europäischer Solidarität
Foto: www.assetstandard.de

Marktkommentar Dr. Daniel Hartmann (BANTLEON): Italien zwischen Ratingdruck und europäischer Solidarität

Gastautor: Asset Standard
23.04.2020, 09:35  |  221   |   |   

Wieder einmal dreht sich innerhalb der Eurozone alles um Italien. Das Land wird in diesem Jahr einen beispiellosen Wirtschaftseinbruch erleben.

22.04.2020 - Wieder einmal dreht sich innerhalb der Eurozone alles um Italien. Das Land wird in diesem Jahr einen beispiellosen Wirtschaftseinbruch erleben. Parallel dazu dürften das Haushaltsdefizit schwindelerregende Höhen erreichen und der bereits enorme Schuldenberg weiter anwachsen. Als Konsequenz daraus droht Italien sein Investment-Grad-Rating zu verlieren. Gleichzeitig erfährt Italien aber auch grosse Unterstützung. Auf der einen Seite von der EZB, die alles daransetzt, um das italienische Zinsniveau unter Kontrolle zu halten. Auf der anderen Seite dürfte von der EU ein Wiederaufbaufonds ins Leben gerufen werden. Dieser sollte Italien in die Lage versetzen, ein umfangreiches Konjunkturprogramm zu finanzieren. Alles in allem hat die europäische Politik grosses Interesse daran, Italien durch die aktuelle Krise zu helfen. Dies sollte letztendlich auch den Risikoaufschlägen italienischer Staatsanleihen zugutekommen.

Italien einmal mehr im Brennpunkt

Die Eurozone steht wieder einmal vor einer Woche der Wahrheit. Am Donnerstag entscheidet der EU-Rat über Grösse und Form eines europäischen Wiederaufbaufonds und am Freitagabend wird S&P bekanntgeben, ob Italien sein Investment-Grade-Rating behält. Beide Ereignisse bergen Sprengkraft. Ausgerechnet das wachstumsschwache und hochverschuldete Italien wurde innerhalb Europas von der Coronavirus-Pandemie am stärksten getroffen. Hier hat sich das Virus als Erstes festgesetzt und bislang die meisten Todesopfer gefordert. Zu dem vielfachen menschlichen Leid kommen nunmehr die verheerenden wirtschaftlichen Folgen hinzu. Das italienische BIP wird 2020 in bislang nicht gekanntem Ausmass einbrechen. Um eine Depression zu verhindern, sind hohe Fiskalimpulse erforderlich. Diese kann Italien aber kaum aus eigener Kraft schultern und fordert daher europäische Solidarität. Bei den nordeuropäischen Ländern hält sich die Begeisterung darüber jedoch in Grenzen. Droht eine neue Eurokrise und die kräftige Ausweitung italienischer Risikoaufschläge?

Beispielloser BIP-Einbruch

Zunächst stellt sich die Frage, wie tief der BIP-Einbruch infolge der Corona-Krise sein wird. In ersten Prognosen gingen Analysten und Forschungsinstitute für das laufende Jahr nur von einem verhältnismässig kleinen BIP-Rückgang aus. Mittlerweile ist aber klar, dass der Shutdown in Europa länger dauert als ursprünglich gedacht und nur ein langsames Hochfahren der Wirtschaft möglich ist – und mit am schlimmsten davon betroffen ist Italien.

Hier begann der Shutdown bereits zwei Wochen früher als in den meisten europäischen Ländern. Schon Ende Februar wurden in Norditalien einige Regionen unter Quarantäne gestellt. Am 9. März erklärte die italienische Regierung dann das ganze Land zur Sperrzone. In der Folge wurden – mit Ausnahme von Supermärkten und Apotheken – alle Geschäfte geschlossen. Anders als in vielen anderen Ländern mussten überdies ab 21. März alle »nicht essenziellen« Betriebe ihre Produktion einstellen. Die Ausgangssperre soll noch bis mindestens 3. Mai dauern. Ausserdem ist mit dem Tourismussektor ein bedeutender Wirtschaftszweig Italiens besonders stark betroffen.

Alles in allem sind grosse Teile der italienischen Wirtschaft über mehrere Monate hinweg lahmgelegt. In zahlreichen Bereichen dürfte die Wertschöpfung nahe der Nulllinie liegen. Wie schwer Italien getroffen ist, zeigte bereits die Einkaufsmanagerumfrage vom März.

Lesen Sie hier den ausführlichen Artikel "Italien zwischen Ratingdruck und europäischer Solidarität" mit Grafiken.



Rechtlicher Hinweis:
Die in diesem Beitrag gegebenen Informationen, Kommentare und Analysen dienen nur zu Informationszwecken und stellen weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Anlageinstrumenten dar. Die hier dargestellten Informationen stützen sich auf Berichte und Auswertungen öffentlich zugänglicher Quellen. Obwohl die Bantleon Bank AG der Auffassung ist, dass die Angaben auf verlässlichen Quellen beruhen, kann sie für die Qualität, Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Angaben keine Gewährleistung übernehmen. Eine Haftung für Schäden irgendwelcher Art, die sich aus der Nutzung dieser Angaben ergeben, wird ausgeschlossen. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu.



Finden Sie hier Informationen zu den Vermögensverwaltenden Fonds und Produkten von der BANTLEON AG.



Seite 1 von 2
Bantleon Global Multi Asset FA jetzt über den Testsieger (Finanztest 11/2020) handeln, ab 0 € auf Smartbroker.de



Diesen Artikel teilen

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Marktkommentar Dr. Daniel Hartmann (BANTLEON): Italien zwischen Ratingdruck und europäischer Solidarität Wieder einmal dreht sich innerhalb der Eurozone alles um Italien. Das Land wird in diesem Jahr einen beispiellosen Wirtschaftseinbruch erleben.

Jetzt Fonds ohne Ausgabeaufschlag handeln und dauerhaft Depotgebühren bei comdirect sparen!

  • über 13.000 Investmentfonds ohne Ausgabeaufschlag
  • kostenlose Depotführung
  • über 450 Fonds für Sparpläne ohne Ausgabeaufschlag
  • Sonderkonditionen für Transaktionen

Sie haben bereits ein Depot bei comdirect?

Kein Problem. Ein einfacher kostenloser Vermittlerwechsel genügt und Sie können auch von den günstigen Konditionen profitieren.

Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel