Teamviewer legt bei Umsatz und Gewinn wegen Krise deutlich zu

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
04.08.2020, 10:36  |  571   |   |   

(neu: Kurs, Aussagen aus Call, Analysten- und Händlerstimme.)

GÖPPINGEN (dpa-AFX) - Der Softwareanbieter Teamviewer kann in der Corona-Pandemie weiter auf hohe Nachfrage nach seiner Fernwartungs- und Videosoftware bauen. Im zweiten Quartal legte der Umsatz um 21 Prozent auf 114,7 Millionen Euro zu, wie das MDax-Unternehmen am Dienstag in Göppingen mitteilte. "Teamviewer wächst weiterhin stark bei gleichzeitig hoher Profitabilität", sagte Vorstandchef Oliver Steil.

Teamviewer hatte bereits mitgeteilt, dass die in Rechnung gestellten Umsätze (Billings) zwischen April und Ende Juni um 45 Prozent auf 105,9 Millionen Euro geklettert waren - darin bezieht das Unternehmen künftige Umsätze aus abgeschlossenen Verträgen ein, um die Nachfrage besser darstellen zu können. Vor allem in der Region Amerika konnte Teamviewer viele Verträge abschließen, insgesamt legte die Abonnentenzahl von gut 514 000 Ende des ersten Quartals auf nun 534 000 zu.

Allerdings war das Neugeschäft im ersten Quartal noch deutlich stärker gewachsen. Auch im April war die Nachfrage noch hoch, normalisierte sich dann aber laut Steil. Teamviewer will vor allem bei Großkunden mit mehr als 10 000 Euro Vertragsvolumen wachsen, die Zahl solcher Kunden stieg nun auf 1457. Vor einem Jahr waren es nur 518.

Die Teamviewer-Aktie fiel am Vormittag um 4,2 Prozent auf 45,23 Euro. Ein Händler sprach von Gewinnmitnahmen. JPMorgan-Analystin Stacy Pollard schrieb, es sei das erwartet starke Quartal gewesen. Sie sei nach wie vor positiv gestimmt für das Mittelfristziel, bei den Billings um rund 30 Prozent pro Jahr zu wachsen.

Der Aktienkurs des Unternehmens gehört trotz des Kursrückgangs am Dienstag zu den Gewinnern in der Corona-Krise. Seit Ende 2019 steht ein Anstieg von immer noch knapp 44 Prozent zu Buche. Zwischenzeitlich war das Papier sogar bis auf 54,86 Euro gestiegen, doch die Mitte Juli veröffentlichten Eckdaten enttäuschten etwas. Zudem will Teamviewer für den Zukauf von Ubimax neue Aktien ausgeben.

Teamviewer ist erst im September 2019 vom Finanzinvestor Permira zu 26,25 Euro je Aktie an die Börse gebracht worden. Doch das Göppinger Unternehmen ist im Gegensatz zu vielen anderen Börsenneulingen aus der Techwelt bereits profitabel. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg im vergangenen Quartal um 60 Prozent auf 57,3 Millionen Euro, der Gewinn unterm Strich um 58 Prozent auf 30,3 Millionen Euro.

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