EON IM FOKUS Die Ruhe während Corona - Bleibt der Sturm aus?

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
06.08.2020, 08:35  |  522   |   |   

ESSEN (dpa-AFX) - Viele Unternehmen haben in den aktuell stürmischen Corona-Zeiten ihre Prognosen zurückgezogen. Nicht so der Energiekonzern Eon . Unternehmenschef Johannes Teyssen betont aber, dass die tatsächlichen Auswirkungen noch nicht vollständig zu beurteilen seien. In der kommenden Woche legt Eon Zahlen für das zweite Quartal vor. Branchenkenner haben sehr unterschiedliche Erwartungen. Was bei dem Unternehmen los ist, was Analysten sagen und was die Aktie macht.

DAS IST LOS BEI EON:

Wie andere Unternehmen der Energiebranche ist Eon bisher vergleichsweise gut durch die Corona-Krise gekommen. Die ersten Monate des Jahres waren vor allem noch durch die Übernahme der RWE -Tochter Innogy geprägt. Dieser Deal ist nun endgültig abgeschlossen. Eon hat sich zum reinen Netz- und Vertriebsunternehmen gewandelt. Vor allem das Netzgeschäft verspricht stabile Gewinne - ist es doch stark reguliert. Und auch wenn die Netzentgelte mit der Zeit weiter sinken werden, so ist dieses Geschäft berechenbar und verspricht stetige Erträge.

Der Deal hatte sich im ersten Quartal auch finanziell deutlich ausgewirkt: Beim operativen Ergebnis (Ebit) konnte Eon zwischen Januar und Ende März bereinigt um rund ein Viertel auf 1,5 Milliarden Euro zulegen, der Umsatz verdoppelte sich nahezu. Unter dem Strich fiel allerdings ein Verlust von 327 Millionen Euro an. Die Kosten der Integration für Innogy belasteten das Ergebnis.

Auf einer vergleichbaren Pro-forma-Basis waren die Zahlen jedoch gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig. Das neue Kerngeschäft (Netze und Vertrieb) wurde im ersten Quartal durch die warme Witterung belastet. So bekam Eon eine geringere Nachfrage im Erdgas- und Wärmegeschäft zu spüren.

Nur begrenzt hatte sich bis zu diesem Zeitpunkt die Corona-Pandemie ausgewirkt. Eon musste zwar ursprünglich für Kunden beschaffte Strommengen zu deutlich niedrigeren aktuellen Großhandelspreisen in Folge der Corona-Verwerfungen an den Energiemärkten verkaufen. Das betraf zu diesem Zeitpunkt aber nur Mengen in geringem Umfang. Allerdings rechnet der Konzern mit einem niedrigerem Bedarf für das Gesamtjahr und in diesem Zusammenhang mit einer Belastung im hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich für 2020.

An seiner Prognose hat das Management bisher trotz der Corona-Krise nichts geändert. Die Folgen seien nach dem ersten Quartal noch nicht vollständig zu beurteilen, hieß es im Mai. Somit rechnet der Vorstand bisher für 2020 mit einem bereinigten Ebit von 3,9 bis 4,1 Milliarden und einem bereinigten Konzernüberschuss von 1,7 bis 1,9 Milliarden Euro. Das wäre ein deutlicher Gewinnanstieg im Vergleich zum Vorjahr.

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