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Beteiligungsgesellschaften Höchstkurse und Verdopplungen: Welche Top-Holdings wie Berkshire den Corona-Crash weit hinter sich lassen

18.08.2020, 15:38  |  14150   |   |   

Wie sind Beteiligungsunternehmen durch die Corona-Krise gekommen? Wer hat die Nase vorn? Antworten liefert Gunter Burgbacher, Portfoliomanager bei Greiff capital management AG und VVO Haberger AG, in seinem Smart Investor- Gastbeitrag:

Die Musik spielt momentan nicht bei Warren Buffetts Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2), die im zweiten Quartal 2020 eine deutliche Underperformance erlebt hat – aber mit dem Orakel von Omaha ist jederzeit zu rechnen und seit der Finanzkrise war die Aktie nie mit einem solch hohen Abschlag zum inneren Wert zu haben. Man liest schon, dass Berkshire Hathaway in die Jahre gekommen sei, aber Insiderkäufe könnten auf wieder bessere Zeiten hinweisen.

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Zu Beginn des dritten Quartals 2020 kündigte Buffett nun einen Milliardendeal an. Mit dem größten Zukauf seit fünf Jahren zeigt die Investorenlegende jetzt, dass sie die Zuversicht keineswegs aufgegeben, sondern nur auf die richtige Gelegenheit gewartet hat. Für knapp zehn Milliarden US-Dollar will die Energiesparte von Berkshire Hathaway dem Konkurrenten Dominion Energy dessen Erdgaspipelines und das Speichergeschäft abkaufen. Vier Milliarden US-Dollar sollen in bar fließen; zudem werden 5,7 Milliarden US-Dollar von Dominions Schulden übernommen. Doch auch abseits von Berkshire Hathaway waren durchaus viele interessante und spannende Entwicklungen im Bereich der Beteiligungsunternehmen zu beobachten:

Der IT-Transformator

Dell Technologies (WKN: A2N6WP) ist ein führender Anbieter im Bereich digitale Transformation. Auf den ersten Blick würde man die Texaner sicher nicht als Beteiligungsunternehmen verstehen – aber die von Michael Dell gegründete Gesellschaft hat inzwischen über 30 Firmen zusammengekauft. Die größte Übernahme in der Unternehmensgeschichte war die des Speicherspezialisten EMC für 67 Milliarden US-Dollar.

Über die Venture-Capital-Tochter Dell Technologies Capital kommen weitere 165 Beteiligungen hinzu. So entstand eine einzigartige Unternehmensfamilie, die Firmen, Regierungen und Städten die notwendige Infrastruktur bietet, um ihre digitale Zukunft aufzubauen und die IT zu transformieren. Mittlerweile beginnt der Markt, das Potenzial zu erkennen – und es bestehen diverse Spekulationen zur VMware-Mehrheitsbeteiligung. Zählt man z.B. die Investition in EMC und den Anteil am aktuellen Börsenwert von VMware zusammen, ergibt sich ein Wert von circa 115 Milliarden US-Dollar. Zieht man davon die Nettoschulden ab, die größtenteils von der EMC-Übernahme geblieben sind, so hat Dell Technologies bei einer aktuellen Marktkapitalisierung von 40 Milliarden US-Dollar durchaus Verdopplungspotenzial.

Bullenstarker Zahlungsspezialist

PayPal Holdings (WKN: A14R7U) aus dem Sektor „Buy and Build“ hat ein weiteres Allzeithoch erreicht. Die Aktie hat sich vom Corona-Tief ausgehend mittlerweile verdoppelt – und das, obwohl der Gewinn des Unternehmens im ersten Vierteljahr 2020 im Vergleich zum Vorjahresquartal um massive 87 Prozent eingebrochen war. Ein Umsatzplus von zwölf Prozent im Vorjahresvergleich und die Ankündigung, dass für das kommende Quartal ein noch stärkeres Wachstum erwartet wird, überzeugte offenbar die Anleger.

Der Umstieg auf das bargeldlose Zahlen wird durch die Corona-Krise zusätzlich befeuert. Die offene und digitale PayPal-Plattform – inkl. Braintree, Venmo und Xoom – steht in mehr als 200 Märkten weltweit zur Verfügung. Mit dem Cashflow werden strategische Investments und Akquisitionen getätigt. In den letzten Jahren hat PayPal dadurch ein Beteiligungsportfolio mit über zehn Investments und 20 Akquisitionen aufgebaut.

Indiens Gigant

Der Mischkonzern Reliance Industries (WKN: 884241) aus dem Sektor „Mehrheitsbeteiligungen mit verschiedenen Sparten“ profitierte stark von der Monetarisierung seiner digitalen Sparte. Geschäftsführer Mukesh Ambani diversifizierte das als Textil- und Ölkonzern gestartete Unternehmen weiter – zum Beispiel in die Bereiche Life Science und Telekommunikation. Die 2016 eingeführte digitale Sparte Jio wächst stark und entwickelt sich zur firmeneigenen Cashcow. Durch den Verkauf von 24,7 Prozent der Tochtergesellschaft wurden knapp 15 Milliarden US-Dollar eingenommen.

Zusammen mit der im Mai durchgeführten Kapitalerhöhung und einem Anteilsverkauf seines Tankstellennetzes an BP ist der Reliance-Konzern jetzt netto schuldenfrei. Nach Prognosen von Goldman Sachs könnte auch die Einzelhandelssparte weiterhin für viel Wachstum sorgen, vor allem der Lebensmittelhandel. Zwischen 2017 und 2019 haben täglich landesweit zehn neue Filialen eröffnet. Die US-Bank sieht, auch dank Digitalisierung, eine Steigerung des Bruttowarenvolumens auf 83 Milliarden US-Dollar bis 2029 im Vergleich zu fünf Milliarden US-Dollar im Jahr 2020.

Die schwedische Berkshire Hathaway

Auch Latour Investment AB (WKN: A2DY0M) aus dem Sektor „Value Investing“ wusste kürzlich zu überzeugen – nämlich mit einem neuen Höchstkurs Anfang Juni. Unter anderem wurden Teile des Aktienpakets der auf Entsorgungssysteme spezialisierten Tomra Systems verkauft. Dadurch setzt Latour finanzielle Mittel für neue Investitionen frei und bleibt weiterhin Hauptaktionär von Tomra.

Darüber hinaus hält Latour u.a. interessante Beteiligungen im Bereich Klima und Lüftung, welcher durch das Coronavirus an Bedeutung gewonnen hat. Das Problem mit der Belüftung betrifft zum Beispiel die gesamte Fleischbranche. Dort gilt es, zu verhindern, dass Viren in Aerosolen über Umluftsysteme verteilt werden. Mit Swegon, die seit 1994 komplett zu Latour gehört, und dem Erwerb der Aktienmehrheit an Nederman im Jahr 2007 ist Latour mit zwei Marktführern in diesem Bereich gut aufgestellt.

Beschleuniger der KI-Revolution

Die Aktien der SoftBank Group (WKN: 891624) erreichten jüngst ihren höchsten Stand seit zwei Jahrzehnten. Vom Corona-Tief im März aus hat sich die Aktie glatt verdoppelt. Die Erholung von SoftBank ist eine Bestätigung für die Rückkauf- und Verkaufsaktivitäten von Gründer Masayoshi Son. Er hat sich häufig darüber beschwert, dass die SoftBank-Aktien selbst zu ihrem Höhepunkt zu einem Preis gehandelt wurden, der unter dem Wert des Anlageportfolios lag.

Sogar nach den jüngsten Gewinnen wird die Aktie gemäß seinen eigenen Berechnungen immer noch mit einem Abschlag von etwa 50 Prozent gehandelt. Eine positivere globale Stimmung in Bezug auf Technologie hat sicher ebenfalls zu der guten Performance beigetragen, denn die Gewinner werden u.a. Kommunikationsinfrastruktur, Netzwerke und KI sein – allesamt Bereiche, in die SoftBank investiert und somit deren Entwicklung beschleunigt.

Smart Investor-Gastbeitrag von Gunter Burgbacher

Kurzvita von Gunter Burgbacher:
Gunter Burgbacher von der Greiff capital management AG und der VVO Haberger AG ist der Portfoliomanager und einer der Initiatoren des Aktienfonds für Beteiligungsunternehmen (WKN: A2JQJC und A2PE00). Er ist seit 2003 Financial Consultant, zertifiziert nach: 34 c, d, f, i GewO und verfügt zusätzlich über eine langjährige Expertise im Anlagesegment für börsennotierte Beteiligungsunternehmen. Seit Januar 2019 ist er neben der VVO Haberger AG auch für die Greiffcapital management AG tätig.

Der Aktienfonds für Beteiligungsunternehmen ist ein international anlegender Investmentfonds, der zum ersten Mal ausschließlich in Aktien von börsennotierten Beteiligungsgesellschaften, Holdings und Mischkonzernen investiert. Das Fondsmanagement selektiert die besten Investmentideen, gewichtet diese gleich, achtet darauf, Redundanzen zu vermeiden, und hält eine Cashposition für chancenreiche Investments. Mit einer Kombination von 25 bis 40 Beteiligungsunternehmen hat der Aktienfonds Dachfondscharakter bei im Vergleich deutlich geringeren Kosten.

Hinweis auf Interessenkonflikt (IK)
Alle besprochenen Unternehmen sind zum Zeitpunkt der Erscheinung dieser Publikation im Aktienfonds für Beteiligungsunternehmen enthalten.

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