WDH/Aktien Frankfurt: Erholungsrally geht weiter nach Wahlsieg Bidens in den USA
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WDH/Aktien Frankfurt Erholungsrally geht weiter nach Wahlsieg Bidens in den USA

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
09.11.2020, 12:06  |  451   |   |   

(Tippfehler im vierten Absatz berichtigt)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Sieg von Joe Biden bei der US-Präsidentschaftswahl hat der Dax-Erholungsrally am Montag neuen Auftrieb beschert. Möglichen rechtlichen Schritten der Trump-Regierung gegen das Wahlergebnis räumen Experten bislang keine Chancen ein. Nach dem Rücksetzer am Freitag ging es für den Leitindex zur Mittagszeit um 1,88 Prozent auf 12 714,38 Punkte hoch. Bereits in der Woche zuvor hatte das deutsche Börsenbarometer mit plus acht Prozent kräftig zugelegt und sich trotz aller Unsicherheiten während der US-Wahl von seinen jüngsten coronabedingten Verlusten fast vollständig erholt.

Der MDax der 60 mittelgroßen Werte gewann 2,22 Prozent auf 27 954,20 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 1,73 Prozent vor.

Mit dem Sieg des Demokraten Biden weiche die Unsicherheit, sagte Marktstratege Stephen Innes vom Broker Axi. Die Schwankungen dürften nun merklich nachlassen. Zusammen mit Stützungsmaßnahmen von Notenbanken zur Abfederung der negativen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie könnte die Börsenrally daher auch nach der Wahl erst einmal weitergehen. Und Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners kommentierte: "Offenbar trauen es die Anleger dem Duo Biden/Harris zu, aus den gespaltenen Staaten von America wieder United States zu formen." Gut ankommen dürfte ihm zufolge auch, dass Biden und die künftige Vize-Präsidentin Kamala Harris den Kampf gegen die Corona-Pandemie, den aktuellen Wirtschaftsfeind Nummer eins, vom ersten Tag im Amt an verschärfen wollen.

Im Dax gab es auch zur Mittagszeit nur Gewinner. Besonders in den Blick rückte unter den Einzelwerten jedoch mit Jahreszahlen und einem Ausblick auf das angelaufene erste Geschäftsquartal Infineon . Mit einem Plus von 1,8 Prozent zeigte sich die Aktie marktkonform. Das Zahlenwerk des Chipherstellers samt den Aussagen zum weiteren Geschäftsverlauf kamen spontan insgesamt gut an, doch laut einem Händler enttäuschte die Marge in der Autosparte etwas.

Im MDax zählten die Anteilsscheine von Airbus und Rheinmetall zu den Favoriten. Der Flugzeugbauer Airbus sorgte unter seinen Anlegern mit monatlichen Zahlen über Auslieferungen und Neubestellungen für Erleichterung. Im Oktober wurde mit 72 Maschinen wieder etwas mehr ausgeliefert und auch elf Neubestellungen kamen herein. Die Aktie stieg um 4,0 Prozent.

Rheinmetall gewannen 5,0 Prozent. Damit machten sie ihre Verluste vom Freitag mehr als wett, als der Rüstungskonzern und Autozulieferer seine Quartalszahlen vorgelegt hatte. Die US-Bank Goldman Sachs bekräftigte nun ihre Kaufempfehlung und hob ihr Kursziel auf 119 Euro an. Zudem informierte Rheinmetall an diesem Morgen über einen millionenschweren Auftrag der Bundeswehr, und auch die jüngsten Aussagen des Bundesaußenministers dürften stützen: So erwartet Heiko Maas auch unter Joe Biden als Präsident keine Änderung an der Forderung der USA, dass Deutschland mehr Geld für Rüstung ausgeben müsse.

Für Morphosys ging es hingegen am MDax-Ende um 2,2 Prozent abwärts. Ein Komitee der US-Gesundheitsbehörde FDA empfahl am Freitag, das Alzheimer-Mittel des Biotech-Unternehmens Biogen nicht zuzulassen. Die FDA selbst wird voraussichtlich im März 2021 über die Zulassung entscheiden. Das trübte die Stimmung für viele Unternehmen, die an Alzheimer-Medikamenten forschen - so auch für Morphosys.

Im SDax stiegen Traton um 2,6 Prozent. Der milliardenschwere Einstieg der VW -Lkw-Holding in den nordamerikanischen Nutzfahrzeugmarkt ist auf der Zielgeraden. Die Traton SE schloss mit Konkurrent Navistar einen bindenden Vertrag über einen Zusammenschluss.

Schlusslicht in dem Kleinwerteindex waren mit minus 1,5 Prozent die Anteile von Encavis . Vor den am 16. November anstehenden Quartalszahlen kappte die Commerzbank ihr Votumvotum für den Betreiber von Solar- und Windparks auf "Reduce"./ck/mis

--- Von Claudia Müller, dpa-AFX ---

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