Warum Warren Buffett die großen Pharma-Aktien gekauft hat

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
25.11.2020, 06:50  |  2382   |   |   

Wir wissen jetzt, welche Aktien Warren Buffett’s Berkshire Hathaway (WKN:854075) (WKN:A0YJQ2) im dritten Quartal in sein Portfolio aufgenommen hat. Die letzten Montag bei der US-Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde (Securities and Exchange Commission) eingereichten Unterlagen des riesigen Mischkonzerns haben gezeigt, dass Buffett bei Big Pharma ziemlich optimistisch zu sein scheint.

Zu den neuen Positionen von Berkshire im 3. Quartal gehörten vier der größten Arzneimittelhersteller auf dem Markt: AbbVie (WKN:A1J84E), Bristol Myers Squibb (WKN:850501), Merck (WKN:A0YD8Q) und Pfizer (WKN:852009). Hier sind drei mögliche Gründe, warum Buffett auf große Pharmaaktien setzt.

1. Es sind relative Schnäppchen

Obwohl Warren Buffett nicht mehr der „diehard value“-Investor ist, der er früher einmal war, kauft er dennoch gerne Aktien zu einem guten Preis. Alle großen Pharmaaktien, die Berkshire im 3. Quartal gekauft hat, sind relative Schnäppchen.

AbbVie zum Beispiel wird nur zu etwas mehr als dem Achtfachen des erwarteten Gewinns gehandelt. Das KGV von Bristol Myers Squibb ist nur ein wenig höher als das von AbbVie. Die Aktien von Merck und Pfizer werden zu fast dem 12-fachen des erwarteten Gewinns gehandelt. Diese erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnisse sind sogar noch billiger als das erwartete KGV von Berkshire Hathaway von etwas unter 17.

Es macht bis zu einem gewissen Grad Sinn, warum AbbVie billig ist. Das Unternehmen sieht sich 2023 in den USA für sein meistverkauftes Medikament Humira mit biosimilarer Konkurrenz konfrontiert. Auch Bristol Myers Squibb wird ab 2022 gegen generische Versionen des Blockbuster-Blutkrebsmedikaments Revlimid antreten. Beide Arzneimittelhersteller verfügen jedoch über neuere Medikamente, die Wachstumstreiber sein dürften, insbesondere BMS.

2. Sie sind Cash Cows

Auf eines kannst du dich bei großen Pharma-Aktien verlassen: einen starken, stetigen Cashflow. Genau das ist es, was Buffett und Berkshire mit AbbVie, BMS, Merck und Pfizer erhalten werden.

AbbVie steht mit einem operativen Cashflow von fast 16 Milliarden US-Dollar in den letzten 12 Monaten an der Spitze. BMS und Pfizer erwirtschafteten im gleichen Zeitraum einen operativen Cashflow von 12,4 bzw. 12,5 Milliarden US-Dollar. Merck lag mit einem operativen Cashflow von 11 Milliarden US-Dollar nicht allzu weit dahinter.

Diese operativen Cashflows verblassen im Vergleich zu den insgesamt über 41 Milliarden US-Dollar von Berkshire in den letzten 12 Monaten. Alle vier großen Arzneimittelhersteller generieren jedoch deutlich mehr operativen Cashflow als Biogen und Teva, zwei weitere Pharma-Aktien im Portfolio von Berkshire.

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