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WDR meint: „Mao hatte echten Weitblick“

Der WDR meint: „Mao hatte echten Weitblick“. Schon in der Mao-Bibel sei „schwarz auf weiß“ festgeschrieben worden, was dann in den kommenden Jahrzehnten passiert sei.

Sie glauben das nicht? Überzeugen Sie sich selbst, hier ist der Bericht des WDR. 

Die WDR-Redakteurin hält die Mao-Bibel hoch und verkündet, Mao habe schon 1956 richtig vorhergesagt, was heute eingetreten ist. Dass nur zwei Jahre später die von Mao ausgelöste größte Katastrophe der Menschheitsgeschichte begann, der „Große Sprung nach vorne“, dem 45 Millionen Menschen zum Opfer fielen, weiß sie offenbar nicht. Da würde selbst Eduard Schnitzler mit seinem „Schwarzen Kanal“ blass vor Neid werden angesichts einer solchen Geschichtsklitterung:

Was Mao den Chinesen hinterließ, war bitterste Armut: Im Jahr 1981 lebten 88 Prozent der Chinesen in extremer Armut. Bis heute ist diese Quote auf unser 1 Prozent gesunken. Aber nicht weil „Mao echt Weitblick“ hatte, wie der WDR uns erzählt, sondern weil Deng Xiaoping nach der Mao-Katastrophe einen radikalen Kurswechsel einleitete. In meinem Buch „Kapitalismus ist nicht das Problem, sondern die Lösung“ habe ich die tatsächlichen Zusammenhänge ausführlich dargestellt.

Als ich 2018 in China war, sprach ich mit Professor Zhang Weiying, einem der führenden marktwirtschaftlichen Ökonomen in China. Er betonte immer wieder, dass das chinesische Wirtschaftswunder meist missverstanden werde – sowohl im Westen, aber leider auch zunehmend in China selbst. Die ökonomischen Erfolge Chinas, so betonte Zhang Weiying immer wieder, seien „nicht wegen des hohen Staatsanteils in der Wirtschaft, sondern trotz des hohen Staatsanteils in der Wirtschaft“ errungen worden. Im Westen sehen es viele Politiker und auch Unternehmer umgekehrt und glauben, China sei deshalb so erfolgreich, weil der Staat eine sehr aktive Rolle spielt. Daraus folgern sie, auch in Deutschland müsse der Staat eine weitaus aktivere Rolle spielen.

Der Erfolg Chinas ist jedoch nicht, wie oft behauptet, Beweis für die Überlegenheit eines „dritten Weges“ zwischen Kapitalismus und Sozialismus, sondern einzig und allein Ergebnis der Tatsache, dass die einstmalige reine Staatswirtschaft sukzessive zurückgedrängt wurde und dem Privateigentum und den Marktkräften mehr Raum gegeben wurden. Ein historischer Rückblick auf den Beginn des Reformprozesses Ende der 70er-Jahre, ermöglicht ein Verständnis des Geschehens:

„Mao hatte Weitblick“?: 45 Millionen Tote

Der Historiker Frank Dikötter kommt auf Basis einer Auswertung von Analysen des chinesischen Sicherheitsdienstes sowie der umfangreichen Geheimberichte, die in den letzten Monaten des "Großen Sprungs" von Parteikomitees verfasst wurden, zu dem Ergebnis: Mindestens 45 Millionen starben in den Jahren 1958 bis 1962 einen unnötigen Tod. Die meisten verhungerten, während etwa 2,5 Millionen starben, weil sie zu Tode gefoltert oder erschlagen wurden - oder weil man ihnen gezielt jegliche Nahrung verweigerte, damit sie verhungerten. „Menschen wurden zur Tötung ausgewählt, weil sie wohlhabend waren, weil sie trödelten, weil sie ihre Meinung sagten oder weil die Person, die in der Volksküche das Essen ausgab, aus irgendeinem Grund eine Abneigung gegen sie hatte“.

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Nachrichtenquelle: Rainer Zitelmann
 |  1961   |   |   

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