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Immobilienaktien Der entzauberte Mythos von der Volatilität von Immobilienaktien

21.07.2021, 12:12  |  689   |   |   

Von Dr. Karim Rochdi, Gründungspartner, AVENTOS Capital Markets

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Immobilienaktien eine relativ volatile und damit "gefährliche" Kapitalanlage seien. Wie jedoch eine Vielzahl von wissenschaftlichen und empirischen Studien seit langem belegen, korrelieren die Aktien börsennotierter Immobilienunternehmen mittel- bis langfristig stärker mit Immobilien als mit den breiteren Aktienmärkten. Was auch nicht verwundert, besteht doch ein börsennotiertes Immobilienunternehmen im Kern aus einem Immobilienportfolio und einem Management-Team zur Bewirtschaftung des Immobilienbestandes.

Gegenüber einem Direktinvestment oder einem Fondsinvestment in Immobilien wiederum weist diese Anlageform zahlreiche Vorteile auf, vom deutlich geringeren Transaktionsaufwand bis hin zur täglichen Handelbarkeit und damit der Schaffung von Liquidität bei Bedarf. Darüber hinaus lassen sich über aktiv gemanagte Immobilienaktienfonds durch Arbitrageeffekte zwischen den öffentlichen und den privaten Transaktionsmärkten weitere Wertsteigerungen erzielen. Infolge der Liquidität von Immobilienaktien kann der Investor unmittelbar nach seiner Entscheidung investieren und dabei auch kurzfristige Kursschwankungen zu seinem Vorteil nutzen. Bei einem Direktinvestment liegen zwischen Entscheidung und Closing einer Transaktion in der Regel mehrere Monate.

Immobilien sind fester Bestandteil in den Portfolios zahlreicher privater und institutioneller Anleger. Als stabiler Anker sollen sie ganz bewusst die Schwankungen volatilerer Assetklassen wie Aktien ausgleichen. Dabei steht bisher meist das Investment entweder direkt in Immobilien oder in Immobilienfonds im Vordergrund. Immobilienaktien oder Immobilienaktienfonds hingegen werden in Europa zur Portfoliostabilisierung noch zu selten genutzt. Denn noch immer sehen viele Investoren in der Immobilienaktie hauptsächlich die Aktie und weniger die Immobilie. Deswegen fürchten sie bei börsennotierten Immobiliengesellschaften die vermeintlich hohe Volatilität der Aktienmärkte, gegen die sie sich ja mit dem Betongold eigentlich absichern wollten - wie beschrieben ein Trugschluss.

REITs: Stabile Erträge, hohe Dividenden und geringe Volatilität
Natürlich sind Immobilienaktien per Definition Aktien und somit nicht gänzlich immun gegen kurzfristige Kapitalmarktschwankungen. Gegenüber anderen Aktien weisen sie jedoch einige grundlegende Besonderheiten auf, vor allem, wenn es sich um REITs ("Real Estate Investment Trusts") handelt. Diese werden auf Gesellschaftsebenen nicht besteuert, wenn sie sich verpflichten, den Großteil ihrer Erträge als Dividenden auszuschütten. REITs weisen auf längere Sicht daher stabilere Erträge und höhere Ausschüttungsquoten auf als viele Unternehmen anderer Branchen. Die Gewinne und damit die Dividenden stammen zudem ganz überwiegend aus stabilen Mieterträgen langfristig vermieteter Immobilien, die weniger stark schwanken als die Gewinne zyklischer Unternehmen. Durch Indexierung der Mietverträge sind die Einnahmen zudem inflationsgesichert.

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