Neue strategische Initiativen
Dividendenwachstumswert Starbucks überzeugt: Jetzt zuschlagen?
Zwar verfehlte der Kaffeeröster mit seinen Zahlen die Erwartungen. Anleger zeigten sich von den am Dienstagabend angekündigten Partnerschaften aber überzeugt.
- Umsatzverfehlung, aber Aktienkurs steigt um 4%
- China-Markt schwach, neue Partnerschaften in Aussicht
- Moderate Bewertung, Dividendenrendite bei 3% attraktiv
- Report: Goldpreis nicht zu stoppen

Über viele Jahre hinweg war Starbucks einer der unter dividendenwachstumsorientierten Anlegern beliebtesten Werte. Der Kaffeeröster blickt inzwischen auf 13 Jahre ununterbrochener Erhöhungen zurück, außerdem steigerte das Unternehmen seine Dividende überdurchschnittlich.
Seit dem Ende der Corona-Pandemie stockt der Wachstumsmotor jedoch. Vor allem auf dem chinesischen Markt machen Starbucks günstigere Konkurrenten zu schaffen. Hier erholen sich die Geschäfte nur langsam. In den USA sorgen vor allem Gewerkschaftsbildungen und Wokeness-Vorwürfe für Ärger.
Umsatzerwartungen verfehlt, China weiter schwach
Nach den am Dienstagabend vorgelegten Quartalszahlen ist aber mit einer Belebung des Aktienkurses zu rechnen, in der US-Nachbörse verteuerten sich die Anteile um knapp vier Prozent – und das, obwohl Starbucks die Umsatzerwartungen verfehlte.
Gegenüber dem Vorjahresquartal sanken die Erlöse um 1,1 Prozent auf 9,1 Milliarden US-Dollar. Damit wurde die Prognose um 150 Millionen US-Dollar verfehlt. Die flächenbereinigten Umsätze sanken gar um 3 Prozent, konnten aber teilweise durch höhere Preise kompensiert werden.
Die internationalen Erlöse sanken flächenbereinigten um 7 Prozent, wobei der Rückgang mit 14 Prozent im Reich der Mitte besonders stark ausfiel. Hier hatten Analysten auf Umsatzeinbußen von 10,6 Prozent getippt. Da die Kosten konstant blieben, fiel die operative Marge hier auf 15,6 Prozent nach 19 Prozent im Jahr zuvor.
Gewinn ebenfalls rückläufig
Zwar traf Starbucks mit einem bereinigten Gewinn von 0,93 US-Dollar pro Aktie die Analystenerwartungen, angesichts der Umsatz- und Margenschwäche bedeutete das aber einen Rückgang gegenüber dem Vorjahresquartal, in dem das Unternehmen noch 1,00 US-Dollar je Anteil erzielt hatte.
Insgesamt erzielte Starbucks einen operativen Ertrag von 1,43 Milliarden US-Dollar. Im Jahr zuvor waren es mit 1,46 Milliarden US-Dollar noch rund 2 Prozent mehr. Das verdeutlicht die anhaltenden Schwierigkeiten des Unternehmens.
Neue Partnerschaften angekündigt
Die Finanzchefin bekräftigte, dass das Unternehmen mit den am Dienstag vorgelegten Zahlen über dem Plan für das angestrebte Jahresziel liege. Der sieht ein Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich vor.
Um die schwachen Geschäfte zu beleben, stellte Starbucks außerdem neue Partnerschaften in Aussicht. Hier sei man in China in einer frühen Erkundungsphase. In den USA will man künftig mit dem Lieferdienst Gopuff zusammenarbeiten und hierfür 100 Kaffeeküchen eröffnen. Gopuff verspricht die Lieferung von Lebensmitteln innerhalb von 15 Minuten.









Aktie steigt, profitiert von moderater Bewertung
Anleger fackelten in der US-Nachbörse nicht lange und belohnten die Aktie mit Kursgewinnen von rund 4 Prozent. Hierbei dürfte auch Erleichterung ihren Ausdruck gefunden haben, dass die Ergebnisse nicht noch schlechter ausgefallen sind.
Im Quartal zuvor hatte Starbucks ein indiskutables Geschäftsergebnis präsentiert und wurde hierfür mit einem Crash der Aktie abgestraft, nun scheinen sich Investoren versöhnlich zu geben.
Angesichts eines Minus von fast 21 Prozent seit dem Jahreswechsel hat die Aktie großes Nachholpotenzial, zumal sie mit einem für 2024 geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 21 deutlich unter dem langfristigen Mittel von rund 30 liegt.
Fazit: Ein Einstieg könnte sich lohnen!
Damit könnte die Aktie vor einem Turnaround stehen. Die Bewertung ist moderat, die Dividendenrendite mit aktuell 3 Prozent eine der höchsten der vergangenen Jahre. Technisch zeichnet sich außerdem ein Doppelboden ab, solange die Aktie nicht erneut unter 72 US-Dollar fällt, wonach es zur Wochenmitte nicht aussieht.
Langfristig orientierte Anleger können nach den am Dienstag vorgelegten Quartalszahlen daher einen Einstieg wagen und auf den Erfolg der angekündigten Initiativen und Partnerschaften setzen.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion
Die Starbucks Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Plus von +3,22 % und einem Kurs von 72,46EUR auf Tradegate (31. Juli 2024, 10:36 Uhr) gehandelt.

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