Massiver Aktienrückkauf
Samsung-Aktie springt nach oben: Mehr als nur Schadensbegrenzung?
Samsung Electronics kündigte überraschend einen Aktienrückkauf im Umfang von rund 10 Billionen Won (etwa 7,2 Milliarden US-Dollar) für das kommende Jahr an.
- Samsung kündigt Aktienrückkauf von 10 Billionen Won an.
- Aktie steigt um 7,5%, bleibt aber im Minus.
- Konkurrenzdruck wächst, Füh-rungswechsel möglich.
- Report: Goldpreis nicht zu stoppen

Am Montag stieg die Aktie in Seoul zeitweise um 7,5 Prozent. Dennoch bleibt die Bilanz für dieses Jahr trübe – die Aktie liegt trotz des jüngsten Anstiegs dick im Minus:






Marktbeobachter fürchten, dass Samsung im Rennen um künstliche Intelligenz und Speicherchips hinter Wettbewerber zurückfallen könnte. Den Rückkauf sehen Analysten als positive Nachricht für die Aktie.
"Der plötzliche Rückkauf hat uns überrascht. Wir glauben, dass Samsung damit proaktiv einen weiteren Kursverfall verhindern möchte", schrieb Jay Kwon, Analyst bei JPMorgan, in einem Bericht. Seiner Einschätzung nach wird jedoch die langfristige Strategie zur Wiedererlangung der Technologieführerschaft für die weitere Kursentwicklung entscheidender sein.
Der Rückkaufplan sieht vor, dass der südkoreanische Technologieriese bis Februar 2025 zunächst Aktien im Wert von 3 Trillionen Won zurückkauft und anschließend einzieht. Der verbleibende Betrag von 7 Trillionen Won soll laut Unternehmensangaben zu einem späteren Zeitpunkt verwendet werden. Sanghyun Park von Clepsydra Capital interpretiert diese Maßnahme als Unterstützung der Gründerfamilie, um ihren Einfluss zu festigen:
Der Rückkauf reduziert die Zahl der extern gehaltenen Aktien und könnte helfen, Sicherheitsprobleme zu entschärfen.
Hintergrund ist die komplexe finanzielle Lage der Gründerfamilie: Diese hat Anteile als Sicherheiten hinterlegt, um sowohl die Erbschaftssteuer in Raten zu begleichen als auch Kredite bei Finanzinstituten abzusichern. Ein abrupter Kursverfall könnte Nachschussforderungen auslösen, falls der Aktienkurs unter ein kritisches Niveau fällt. "Lokale Börsenhändler spekulieren darauf, dass Samsung den Kurs kurzfristig stabilisieren möchte, um den Druck auf die Sicherheiten der Familie zu mindern", so Park in einer Notiz auf Smartkarma.
Die Konkurrenz schläft nicht
Taiwan Semiconductor Manufacturing setzt weiterhin Maßstäbe in der Chipherstellung, und der südkoreanische Gigant steht unter Druck, sich auf den Märkten für Unterhaltungselektronik zu behaupten. Zwar vermeldete Samsung jüngst Fortschritte bei KI-Speicherchips, doch Analysten wie Peter Lee von der Citigroup erwarten einen möglichen Führungswechsel im Unternehmen noch vor Jahresende.
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"Ein Führungswechsel im November könnte das Geschäft erheblich umstrukturieren und wird in Kombination mit dem Aktienrückkauf positiv vom Markt aufgenommen werden", schrieb Lee in einem Bericht.
Diese Maßnahmen erfolgen vor dem Hintergrund einer Kampagne der südkoreanischen Regierung, die niedrigen Aktienbewertungen im Land zu verbessern. Samsung hat bereits in den Jahren 2015 und 2017 Rückkäufe in ähnlicher Größenordnung durchgeführt, um den Kurs zu stützen.
Autor: Nicolas Ebert, wallstreetONLINE Redaktion
Die Taiwan Semiconductor Manufacturing Aktie wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -1,58 % und einem Kurs von 174USD auf Tradegate (18. November 2024, 10:55 Uhr) gehandelt.

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