Märkte unter Druck
Reaktion auf bevorstehende US-Zollpolitik? China kürzt Exportsteuer-Rabatte
Die chinesische Regierung kürzt die Exportsteuer-Rabatte. Bereitet sich die Regierung aus Peking damit auf die anstehenden US-Zölle vor? Der Markt regiert jedenfalls empfindlich.
- Exportsteuerrabatte in China werden drastisch gekürzt.
- Märkte reagieren negativ, Shanghai Composite fällt.
- Unternehmen unter Druck, Anleger sehen Risiken.
- Report: Goldpreis nicht zu stoppen

China hatte einen schwierigen Start in die Handelswoche: Eine Entscheidung der chinesischen Regierung sorgt für Verluste an den Märkten.
Der Shanghai Composite Index verlor am Montag 0,21 Prozent und schloss bei 3.323,85 Punkten, während der Shenzhen Component Index einen deutlich stärkeren Rückgang von 1,91 Prozent auf 10.544,02 Punkte verzeichnete.







Denn: Ab dem 1. Dezember werden die Exportsteuerrabatte auf zahlreiche Produkte gekürzt oder abgeschafft. Dazu gehören Waren wie Öl, Solarenergie-Komponenten, Batterien und nicht-metallische Mineralien, deren Steuervorteil von 13 Prozent auf 9 Prozent reduziert wird. Für Aluminium- und Kupferprodukte sowie bestimmte pflanzliche und tierische Öle werden die Rabatte komplett gestrichen.
Trotz eines Devisenabwicklungsüberschusses der chinesischen Banken im Oktober von rund 18,2 Milliarden US-Dollar reichten die positiven wirtschaftlichen Signale nicht aus, um die Märkte zu stabilisieren. In Renminbi ergibt sich daraus ein Überschuss von 129,7 Milliarden Yuan (201,1 Millionen Euro) basierend auf Käufen von 1,538 Billionen Yuan (201,07 Milliarden Euro) und Verkäufen von 1,408 Billionen Yuan (184,92 Milliarden Euro).
Unternehen unter Druck
Auch einzelne Unternehmen gerieten unter Druck. So brachen die Aktien des Technologieunternehmens Lingyi iTech Guangdong um 9 Prozent ein. Die Ankündigung, Wandelanleihen im Wert von 2,14 Milliarden Yuan (279,9 Millionen Euro) auszugeben, kam bei Investoren offenbar nicht gut an und verstärkte die Nervosität an den Märkten.
Fazit
Insgesamt zeigen die Reaktionen der Börsen, dass die Entscheidung zur Kürzung der Exportsteuerrabatte die Stimmung deutlich belastet hat. Während die chinesische Regierung vermutlich die heimische Industrie stärken und den Fokus auf den Binnenmarkt lenken möchte und sich auf die US-amerikanische Zollpolitik ausrichtet, sehen Anleger in den Maßnahmen kurzfristig eher Risiken. Die kommenden Wochen könnten entscheidend sein, wie sich diese neuen Rahmenbedingungen auf die wirtschaftliche Stabilität Chinas auswirken.
Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion
Der Shanghai Composite Index wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Nachricht mit einem Minus von -0,21 % und einem Kurs von 3.324PKT auf Shanghai Stock Exchange (18. November 2024, 08:00 Uhr) gehandelt.

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