Berkshire vs. MicroStrategy
Darum ist das Saylor-Buffett-Verhältnis ein bedrohliches Signal für den Markt!
Der Portfoliomanager Owen Lamont vergleicht, wie Michael Saylors hoch riskante Bitcoin-Wette Warren Buffetts Value-Strategie übertrifft und was das über die derzeitige Situation am Markt aussagt.
- Bitcoin übertrifft Buffetts Strategie in der Performance.
- Saylor-Buffett-Verhältnis zeigt Markt-Spekulation an.
- Krypto-Blase möglich, KI und Krypto getrennte Ströme.
- Report: Goldpreis nicht zu stoppen

Der S&P 500 hat ein Drittel seiner Gewinne seit der US-Wahl wieder abgegeben. Während die traditionellen Märkte schwächeln, zeigt Bitcoin eine ganz andere Performance. Trotz eines leichten Rückschlags von seinem Rekordhoch, bleibt die größte Kryptowährung der Welt im Haussemodus. Die Erwartung einer bahnbrechenden regulatorischen Agenda durch den designierten Präsidenten Donald Trump und die Schaffung eines strategischen US-Bitcoin-Vorrats reichen aus, um das Interesse der Marktteilnehmer an Kryptowährungen aufrechtzuerhalten.
Owen Lamont, ein ehemaliger Finanzprofessor und derzeitiger Portfoliomanager bei Acadian Asset Management, hat eine interessante Methode entwickelt, um die Stimmung auf den Finanzmärkten zu messen. Er vergleicht die Performance von zwei sehr unterschiedlichen Unternehmen: Berkshire Hathaway, geführt von Warren Buffett, und MicroStrategy, geleitet von Michael Saylor. Diese Gegenüberstellung beleuchtet das Spektrum zwischen traditionellen Anlagestrategien und hochspekulativen Investments.
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Warren Buffett, der Inbegriff des bedachten und wertorientierten Investierens, setzt auf Unternehmen mit robusten Geschäftsmodellen und starken Bilanzen. Seine Investitionsphilosophie basiert auf rationalen Bewertungen und nachhaltigen Erträgen. Wenn jedoch die Märkte in eine spekulative Phase eintreten, wirkt Buffetts Ansatz veraltet, und es wird behauptet, er habe den Anschluss verloren.
Im Gegensatz dazu steht Michael Saylor, ein vehementer Verfechter von Bitcoin und disruptiven Technologien. MicroStrategy hat unter seiner Führung eine aggressive Strategie verfolgt, indem es massiv in Bitcoin investierte. Saylor sieht in der digitalen Währung nicht nur ein Investment, sondern eine fundamentale technologische Revolution.
Angst & Gier
Um die Dynamik des Marktes zu verstehen, hat Portfoliomanager Lamont das Saylor-Buffett-Verhältnis eingeführt. Dieses Verhältnis misst die kumulative Gesamtrendite von MicroStrategy geteilt durch die von Berkshire Hathaway, wobei ein Ausgangswert von 1 im Juni 1998 festgelegt wurde. Der Höhepunkt dieses Verhältnisses lag im Februar 2000 bei etwa 18, was auf eine starke Spekulationsblase hindeutete.
Ähnliche Höhen erreichte das Verhältnis wieder im Januar 2021, als Meme-Aktien und Kryptowährungen eine beispiellose Rallye erlebten. Derzeit steht das Verhältnis bei 2, ein Indikator, der zuvor in der Auf- und Abstiegsphase um die Jahrtausendwende erreicht wurde.
Diese Metrik zeige demnach nicht nur, wie stark sich die beiden Unternehmen im Zeitverlauf entwickelt haben, sondern biete auch einen Einblick in das Verhältnis von Angst und Gier im Markt. Während Berkshire Hathaway dieses Jahr eine solide Rendite von 31 Prozent erzielte, hat MicroStrategy mit einer beeindruckenden Steigerung von über 500 Prozent durch die anhaltende Krypto-Rallye deutlich besser abgeschnitten.
Infolge der besseren Renditen von MicroStrategy ist das Saylor-Buffett-Verhältnis auf ein Niveau gestiegen, das seit 2000 nicht mehr erreicht wurde. Das ist ein bedrohliches Signal für Lamont. Während die Dotcom-Ära durch den Internet-Wahn geprägt war, zeigt der heutige Markt, dass die Spekulation auch bei Neueinsteiger-Investitionen wie Bitcoin und künstlicher Intelligenz lebendig und gesund ist.
"Ich weiß nicht, ob wir uns in einer KI-Blase befinden, aber es fühlt sich auf jeden Fall so an, als befänden wir uns in einer Krypto-Blase", so Lamont. Und weiter. "Im Moment haben wir zwei weitgehend getrennte Erzählströme: KI und Krypto. Wenn sich diese beiden Ströme kreuzen, wäre das schlecht."
Autorin: Gina Moesing, wallstreetONLINE Redaktion
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