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Gold Goldminenbranche: Ein neuer Ausweg aus dem Kostendilemma - Teil 2

Gastautor: TimLuca
21.03.2013, 13:28  |  3648   |   |   

Der bekannte Fondsmanager Robert Cohen macht derzeit mit einem interessanten Vorschlag in der Goldbranche von sich reden.

Er schlägt den Förderern vor, zumindest einen Teil der Liquidität in Gold vorzuhalten. Wir hatten im ersten Teil bereits die Grundzüge von Cohens interessantem Ansatz gezeigt. Die Idee, grob skizziert: Durch die positive Korrelation von Goldpreis und vielen Sachwerten können Unternehmen Preissteigerungen abfedern. Das könnte den immensen Druck auf die Margen der Gesellschaften abmildern.

Für den Ingenieur und Goldexperten ist die Margenerosion durch steigende Kosten ein enorm wichtiger Faktor für die Unternehmenswerte und die Probleme vieler kleinerer Goldminenunternehmen, an eine konkurrenzfähige Finanzierung zu kommen. Zu klein sind die Gewinnspannen, als dass sie Aktionären auskömmliche Dividenden ermöglicht, geschweige denn Kursgewinne. Mit den stark steigenden Preisen für Energie und Chemikalien, beides unerlässlich im Förderprozess der Bergbauindustrie, werden die Spielräume für Ausschüttungen kleiner und kleiner, ebenso die Ergebnisse und die Aktienkurse.

Die positive Korrelation von Gold und anderen Sachwerten kann diesen Druck aus der Erfolgsrechnung nehmen, zumindest zum Teil. Höhere Kosten werden durch Preissteigerungen des Goldschatzes, den das Unternehmen selbst gefördert hat und hortet, abgefedert. Das ist insofern bedeutend, da hohe Teile der Förderkosten je Unze aus Aufwendungen für Zulieferprodukte stammen – eben zum Beispiel Energie und Chemikalien. Hält das Unternehmen seine Liquidität nun ausschließlich in der jeweiligen Währung, in der bilanziert wird, so schlagen Kostensteigerungen für zugelieferte Wirtschaftsgüter voll auf die Gewinnrechnung durch. „Zahlt“ man dagegen in Gold, würden steigende Goldpreise diese Ausgabenerhöhungen abfedern.

Ein drastisches Beispiel für mögliche Vorteile liefert eine fiktive Überlegung. Im Jahr 2006 hat sich Barrick Gold entschieden, das Edelmetall-Bergwerk Pascua-Lama in den südamerikanischen Anden zu bauen. Mittlerweile rechnet der Konzern mit Kosten von 8,5 Milliarden Dollar, vielleicht fallen diese nach den zahlreichen Verzögerungen noch höher aus. Das ist mehr als doppelt so viel wie von der Gesellschaft ursprünglich geplant wurde. Der Vergleich: Im gleichen Zeitraum ist der Preis für die Feinunze Gold massiv gestiegen. 2006 pendelte der Goldpreis bei Kursen zwischen 535 Dollar und 730 Dollar. Heute zahlt man Preise von rund 1.600 Dollar. Rechnet man die Baukosten für Pascua-Lama in Feinunzen Gold um, so wird der Kompensationseffekt von Cohens Idee als Folge der Goldpreisrallye überdeutlich. 2006 lagen die Baukosten für Barrick damit zwischen etwa 5,5 Millionen Unzen und 7,4 Millionen Unzen. Auf Basis aktueller Preise sind dies nur noch 5,3 Millionen Unzen Gold. Hätte Barrick Gold mal mit den Firmen, die die Mine bauen, eine Zahlung der Summe in Gold statt Geld vereinbart...

Auch bei der Finanzierung kann es vor allem kleineren Unternehmen, die noch keine großen Cashflowströme haben und auf Kredite angewiesen sind, helfen, stärker auf Gold zu setzen. Goldbasierte Finanzierungen hätten für Produzenten unter anderem den Vorteil, dass sie den Kredit in einer Ware zurückzahlen, die sie selbst produzieren. Umfangreiche Hedgingaktionen für den Goldpreis, mit denen man die Höhe zukünftiger Zahlungsströme und damit auch den Schuldendienst absichert, sind für die Gesellschaft damit nicht mehr nötig. Man fördert einfach Gold, und reicht es an die Bank weiter.

Lesen Sie hierzu auch:

Goldminenbrache: Ein neuer Ausweg aus dem Kostendilemma - Teil 1


 

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