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Erstmal alles sauber! Bank of Asia: Ein neues Schlupfloch für Offshore-Unternehmen?

15.05.2017, 14:19  |  6003   |   |   

Die neue Bank of Asia wird ihren Sitz auf den British Virgin Islands haben und voraussichtlich Ende 2017 online gehen. Ihr Fokus richtet sich auf Geldgeschäfte für Offshore-Unternehmen, die von HSBC und anderen Bankhäusern ausgeschlossen wurden. Die meisten Unternehmen werden aus China kommen.

Die weltweiten Kampagnen gegen Geldwäsche - in Verbindung mit den Panama-Papers - haben dafür gesorgt, dass die karibischen Inseln für die globalen Bankhäuser zu No-go-Areas wurden. Auf den britischen Virgin Islands wird es eine Alternative geben: Die neue Bank of Asia wird hier ihren Hauptsitz haben("Bloomberg").

Sie wurde von Carson Wen, einem ehemaligen Anwalt von Jones Day in Hong Kong, gegründet. Immerhin geht Wen von circa 200.000 Unternehmen der mehr 400.000 Unternehmen der British Virgins Islands aus, die kein Bankkonto eröffnen können - nur weil die Bankhäuser die Unternehmen nicht wollen, so Wen.

Dabei geht es vor allem um Unternehmen aus China, die bei der zukünftigen Bank of Asia ihr Vermögen zwischenparken können. 

Die karibischen Inseln wurden seit jeher als Zwischenstopp von chinesischen Unternehmen benutzt: Der Ankauf von ausländischen Unternehmen über die British Virgin Island ist steuerlich attraktiv und Reiche können ihr Vermögen diskret verwalten lassen. Im vergangenen Jahr wurden circa 900 Milliarden Dollar aus China rausgeschafft - 2015 war es noch eine Billion Dollar. 

Die Idee für die Bank of Asia wurde 2014 geboren, als Wen den damaligen Premierminister der British Virgin Islands, Orlando Smith, traf. Drei Jahre später, im Januar 2017, lag die Lizenz für das neue Bankhaus vor. Immerhin kommen drei Fünftel der Unternehmensgründungen auf den British Virgin Islands aus Asien und mit der neuen Bank hofft die Regierung auf weitere Neugründungen - seit 2012 haben sich die Zahlen halbiert.

Die British Virgin Islands haben eine globale Initiative zum Informationsaustausch - Steuer- und Kontoinformationen - unterzeichnet. Jedoch kommt es stets auf die ordnungsgemäße Überwachung und die regelmäßige Kontrolle an, sagte Maximilian Heywood von Transparency International Deutschland. 

Derzeit lautet die Regel für die Einwohner Chinas, dass jeder jährlich bis zu 50.000 Dollar außer Landes schaffen darf. Jeder Betrag der darüber hinaus geht, wird von den Behörden gründlich überprüft. Würde man ein falsches Konto für einen fiktiven Kunden eröffnen, dann wäre das für das neue Bankhaus und die British Virgin Islands eine Katastrophe, so Carson Wen. 

Im Falle der Panama-Papers kam wohl ein Drittel der Offshore-Gesellschaften aus China und Hong Kong. Die HSBC und ihre verbundenen Unternehmen waren an circa 15 Prozent der insgesamt 15.600 Unternehmen beteiligt. Die neue Bank of Asia wird es nicht leicht haben, denn die British Virgin Island haben mit einem immensen Imageverlust zu kämpfen.  

 

  

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