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Geldanlage Bei niedrigen Zinsen und allgemeiner Unsicherheit

Gastautor: Uwe Eilers
21.05.2017, 23:51  |  1043   |   |   

Beginnen wir mit ein paar aktuellen Stichworten, die bei vielen Anlegern für Fragezeichen sorgen: BREXIT, Trump in den USA, Wilders in Holland, Erdogan als Alleinregent in der Türkei, Marie LePen bei der Präsidentenwahl in Frankreich, die AfD bei der Bundestagswahl in Deutschland,… um nur einige aktuelle Themen zu nennen.

Die durch die Themen ausgelöste Verunsicherung treibt Anleger in vermeintlich sichere Anlageformen, wie beispielsweise Lebensversicherungen, Staatsanleihen, Gold und Immobilien.

Wie sicher aber sind diese vier genannten Anlageformen wirklich?

  1. Lebensversicherungen legen das Geld der Kunden großenteils in Staatsanleihen an. Weiterhin werden Teile in Unternehmensanleihen, Infrastrukturprojekte, Immobilien und kleinere Teile in internationale Aktienmärkte investiert. Die Renditen sind entsprechend gering und werden es auch wohl langfristig bleiben. Sofern die Aktienmärkte nicht jedes Jahr sehr deutlich steigen, sind negative Renditen nach Kosten wahrscheinlich. Bisher galten Versicherer als sicher. Ob dies allerdings wirklich der Fall ist, kann durchaus in Frage gestellt werden: Die garantierten Renditen auf Altverträge bedeuten bereits jetzt teilweise eine große Herausforderung für die Versicherer.
  2. Staatsanleihen - sofern diese überhaupt noch positive Renditen abwerfen - sind nur noch bedingt sicher. Portugal, Spanien und Irland standen lange auf der Kippe, Griechenland hat Anleihebesitzern bereits erhebliche Einbußen gebracht. Neben dem Bonitätsrisiko gibt es erhebliche Zinsänderungsrisiken. Sofern die Zinsen einer 10-jährigen Bundesanleihe um drei Prozent steigen sollten, werden die Anleihebesitzer kurzfristig mit einem Verlust von 25 Prozent rechnen müssen.
  3. Gold ist die Anlage mit nur scheinbarer Sicherheit: Wenn irgendwo kriegerische Auseinandersetzungen ausbrechen, steigt der Goldpreis als Reflex. Im Falle einer Flucht ist Gold sicher ein sehr gutes Geldaufbewahrungsmittel, also quasi „Notgroschen“. Gerade dafür ist es sicher sinnvoll. Als Geldanlage ohne Zins oder Dividende dient es allerdings nicht. Einzig steigende Produktionskosten aufgrund steigender Inflation oder schwierigerer Suche rechtfertigen dauerhaft steigende Preise.
  4. Immobilien wurde immer als „Betongold“ angesehen. Hier gibt es aber zwei wichtige Faktoren, die die Party in Zukunft versauen können. Die demografische Entwicklung wurde zwar in den letzten beiden Jahren durch den immensen Zuzug aus dem Ausland unterbrochen. Dies wird sich allerdings in den folgenden Jahren wieder verstärkt bemerkbar machen. Gerade ländlichere Regionen werden mit größeren Leerständen und fallenden Mieten zu kämpfen haben, was sinkende Immobilienpreise zur Folge hat. Der zweite Faktor, der die Renditerechnung zunichte machen könnte, ist ein möglicher Zinsanstieg. Dieser würde zu höheren Finanzierungskosten führen, was wiederum die Kaufpreise drücken würde.

Was ist die Lösung für das Dilemma?

Aufgrund der anfangs beschriebenen Unsicherheiten haben Anleger Bedenken in Unternehmen, also Aktien zu investieren. Die in der Vergangenheit nicht zu übersehenden großen Schwankungen begründen diese Zurückhaltung einerseits. Andererseits bringen Aktien grundsätzlich auf Dauer immer eine deutlich höhere Rendite als fast jede andere Geldanlage. Schließlich strebt jedes marktwirtschaftlich geführte Unternehmen zu einem dauerhaften Umsatz- und Gewinnwachstum.

Bei einer Investition in Aktien bietet eine Aufteilung in verschiedenste Branchen als auch in verschiedenen Ländern heutzutage die aussichtsreichsten Chancen. Damit erreicht man durch eine breite Diversifikation ein insgesamt geringeres Risiko bei einem dauerhaft besseren Ertrag.

Um die Schwankungsbreite in der Geldanlage noch weiter zu minimieren, werden abgestimmt darauf andere Anlageformen mit in das Gesamtportfolio integriert. Dies kann für Privatanleger nur individuell auf die persönlichen Umstände und Wünsche zugeschnitten erfolgen und sollte mit einem qualifizierten Berater abgestimmt sein.

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