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DAX-Chartanalyse: Nach der Bundestagswahl

DAX-Chartanalyse Nach der Bundestagswahl

Gastautor: Andreas Mueller
24.09.2017, 12:30  |  6541   |   |   

Keine Nervosität vor der Bundestagswahl ist eigentlich eine gute Voraussetzung für den Handel nach der Bundestagswahl. Es kommt natürlich auf den Ausgang an, doch dann stände folgendes Szenario im Raum...

Die Woche vor der Bundestagswahl war kaum von Unsicherheit oder gar Vorfreude geprägt. Das Ereignis nahm wenig Platz im Handel ein. Wohl auch, weil die Prognosen im Vorfeld recht eindeutig waren und in Richtung weitere Amtszeit von Angela Merkel hinausliefen. Dies ist sicherlich nicht in Zement gemeiselt und vor allem die anderen Parteien können im Koalitionspoker noch überraschen, doch dem widmen wir uns erst ab Montag zu. Darauf zielt somit mein Ausblick ab, den ich nach einer gewohnten Wochenauswertung hier aufzeige.

 

Die Woche im Zeichen der US-Notenbank

 

Ein anderes Ereignis stand im Mittelpunkt der Börsianer: Die Zinssitzung der US-Notenbank FED. Doch dazu gleich mehr. 

Die Handelswoche startete im DAX wie die Vorwoche auch mit einem GAP auf der Oberseite. Dieses führte direkt über die 12.600 Punkte und erweiterte somit die Aufwärtstendenz noch einmal. Nach einer ersten Orientierung kam es jedoch zur Anziehungskraft des GAPs, aber nicht zu einem Richtungswechsel. Dies stellte ich in den Tages-Trading-Chancen hier dar:

Das GAP wurde letztlich erst am Dienstag geschlossen. Danach verharrte der DAX auf dem Niveau um 12.550 und konnte erst im Zuge der FED-Sitzung am Mittwoch die 12.600 erneut von oben sehen. Und dies auch erst nachbörslich, denn die Entscheidungen der US-Notenbank FED werden nach unserer Zeit erst am Abend veröffentlicht. Der Blick fiel hierbei also noch einmal auf den Dow Jones, der im Vorfeld bereits mit neuen Rekordhochs brillierte. Hier lag mit dem Überschreiten der 22.330 eine recht starke Unterstützungszone vor, auf die ich hier an dieser Stelle kurz vor der FED-Sitzung einging:

Eine Überraschung gab es dabei nicht. Die Bandbreite der Leitzinsen blieb unverändert bei 1,00 bis 1,25 Prozent. Als Anhebung wird nun der Dezember anvisiert, nachdem ursprünglich der September geplant war. Doch diese Verschiebung beruht auf den zuletzt leichteren Konjunkturdaten. Wichtige Randnotiz dabei: Das Anleiheportfolio soll nun abgebaut werden. Mit 4,5 Billionen Dollar ist dies seit der Finanzkrise im Jahr 2008 stetig angewachsen und soll nun nicht mehr erneuert werden. Anleihen, die auslaufen, werden somit nicht im Portfolio ersetzt und damit pro Monat mindestens 10 Milliarden Dollar ausmachen. Im Jahr 2019 beträgt dieses Schrumpfung dann schon 600 Millarden Dollar. Ob alle 4,5 Billionen Dollar abgeschmolzen werden können, ist sicherlich fraglich.

 

Der Dow Jones reagierte recht besonnen auf diese Pläne, lief noch einmal an die gezeigte Unterstützung heran und eroberte wenig später mit 22.400 Punkte eine neue Rekordmarke.

Der DAX übersprang die 12.600 und schickte sich damit an, die Juli-Hochs im Tageschart noch einmal anzulaufen. Am Donnerstag stellte ich daher zur Orientierung dieses Chartbild hier im Forum ein:

Denn diesen Bereich sehe ich als wesentliche Entscheidungshürde an. Zitat:

Charttechnisch könnte der Bereich noch einmal angelaufen werden. Von daher verbiete ich mir erst einmal den klassischen Kontra am Tag nach der Fed.

Mit 12.646 kamen wir dieser Marke dann am Freitag auch sehr nah. Wie geht es weiter?

 

Ausblick auf den DAX nach der Bundestagswahl 

 

Das Thema Aktienmarkt und Wahl muss etwas weiter ausgeholt werden. Denn wir erinnern uns sicher an die Wahl von US-Präsident Trump und die noch immer vorhandene Hausse an der Wall Street im Nachgang. Am Chartbild des Dow Jones sieht dies wie folgt aus:

Kann dies auch im DAX geschehen?

Hier sind gänzlich andere Voraussetzung vorhanden. Nicht nur dass es in Deutschland wohl nicht zu einer Ablösung einer ganzen Regierungsmannschaft mit "Leitfigur" (Kanzler / Präsident) geben wird, sondern auch, dass die Ausrichtung in Deutschland für die Wirtschaft sich nicht grundlegend ändern wird. Nun kann man auch argumentieren "Stabilität wird von der Börse geliebt". In diesem Fall ist ein Übergang zur Herbstrallye durchaus denkbar. Vielleicht nach einer kurzen Orientierungsphase am Montag / Dienstag dann mit einem tendenziellen Verlauf, der uns auch neue Rekordhochs beschert? Dies sähe im Chartbild synonym zum Chartbild aus den USA dann wie folgt aus:

 

Dies nur als ganz grobe Ausrichtung im Tageschart in Anlehung an den Verlauf des Dow Jones gedacht. In einer kleineren Skalierung ist die am Dienstag dargestellte 12.650 für mich die nächste entscheidende Hürde. Diesen Bereich sind wir am Freitag recht genau angelaufen. Ein Bruch wäre das nächste (und vielleicht auch letzte) Signal auf dem Weg zum Allzeithoch. Denn dieses liegt im DAX rechnerisch genau 2,7 Prozent entfernt. Im Chartbild des Tageschart gut erkennbar, da wie geschrieben auch im Juli hier das Hoch der Konsolidierung zu finden war:

Die Aufwärtsbewegung ist weiter intakt. Hält dieser Bereich hingegegen nicht, tut es ihm keinen Abbruch und eine Konsolidierung bis 12.520 ist dann auch kein Grund für einen Richtungswechsel. Erst darunter würde ich etwas nervös werden und diesen Trigger hier für Short in Betracht ziehen:

 

Auslöser könnte die Zuspitzung des Nordkorea-Konflikts sein oder eben eine Verunsicherung nach der Bundestagswahl, weil keine wirtschaftsfreundliche Regierung gebildet werden kann.

 

Darauf habe ich jedoch keinen Einfluss und werde wie gewohnt auch nur auf die Kursbewegungen reagieren. Dies empfehle ich somit weiter und ebenso das Nachlesen der Handelsideen anderer Trader in den Tages-Trading-Chancen.

 

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Herzlichen Dank für Ihr Interesse und einen erfolgreichen Wochenstart,

Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)

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