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Ausblick 2018 - In 1-2 Jahren ist Merkel weg - Das Schicksalsjahr für die EU, den Euro und unser Geldsystem

Gastautor: Friedrich & Weik
03.01.2018, 09:10  |  7566   |   |   

Nach der enormen Resonanz auf unseren Ausblick 2017 und die erschreckend vielen eingetroffenen Prognosen unsererseits (Bitcoin, Wahlausgänge und Erstarken der extremen politischen Parteien, vor allem in Europa und das Ende der Ära Merkel), möchten wir Ihnen einerseits einen Überblick der aktuellen Lage verschaffen und andererseits unsere Prognosen für 2018 präsentieren. Vorab: Es wird nicht besser - aber definitiv spannender. 

Egal ob Deutschland, Europa, Asien, USA, Afrika oder die Europäische Zentralbank (EZB) – es hat den Anschein, dass die Welt offensichtlich verrücktspielt. Mehr denn je plündern internationale Konzerne Länder, ja ganze Kontinente aus, zahlen kaum Steuern, während die Mittelschicht gnadenlos abkassiert wird. Es wird gezündelt, Geld gedruckt und die politischen Eliten geben ein Bild dar, welches oftmals an Peinlichkeit, Weltfremdheit und Inkompetenz nicht mehr zu überbieten ist. In Deutschland sondiert man seit Monaten und steht trotzdem immer noch ohne Regierung da. Obendrein befinden wir uns mitten im Zeitalter der Industrie 4.0 und der Digitalisierung, welche große Teile der Politik komplett unterschätzen oder schlimmer noch, nicht wahrhaben wollen. Diese Weltfremdheit wird sich bald bitter rächen. 

Deutschland – Industrie 4.0 und Digitalisierung – die Politik hat keine Antworten
Früher erlebte man in seinem Leben eine Welt – heute sind es drei, vier vielleicht sogar fünf Welten in einem Leben. Uns allen sollte bewusst sein, dass wir uns bereits mitten in der nächsten großen Industrialisierung – der Digitalisierung –  befinden. Eine Industrialisierung, welche ebenso extreme Auswirkungen auf unser Leben haben wird, wie die vor knapp 250 Jahren. Google, PayPal, Amazon, Facebook, WhatsApp, Uber, Carsharing sind erst der Anfang und die künstliche Intelligenz und selbstlernende Computer das nächste ganz große Ding. Das IBM-Computersystem Watson – ein Computerprogramm aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz – versteht die menschliche Sprache, lernt durch Interaktion, analysiert die Daten und liefert Antworten für bessere Ergebnisse. Programme wie Watson ziehen aus sehr großen Datenmengen ihre eigenen Schlüsse. Die künstliche Intelligenz ist im echten Leben angekommen: Heute lösen Algorithmen bereits Computerprobleme, suchen und finden Tumore, sind im Investmentbanking nicht mehr wegzudenken... Sie lernen kontinuierlich mit unvorstellbarer Geschwindigkeit dazu. Kein Mensch kann da mehr mithalten. 

Wir werden fast alle arbeitslos! 
Die Industrie 4.0 und die Digitalisierung wird unsere Wirtschafts- und Arbeitswelt komplett auf den Kopf stellen und für viele Menschen zu kaum vorstellbaren Veränderungen führen. Bereits heute ist in unserer globalisierten Welt Humankapital (Arbeitskräfte) im Überfluss vorhanden. Es herrscht global ein massives Überangebot, insbesondere an ungelernten, niedrig- und mittelqualifizierten Arbeitskräften. Obendrein werden in Zukunft sehr viele Menschen ihre Arbeit auf Grund der Digitalisierung verlieren. Selbstredend werden auch neue Jobs entstehen, aber zumeist nicht für die Personen, welche ihre Arbeit verloren haben, sondern für immer höher qualifizierte Experten. Die UN, der IWF und das WEF gehen davon aus, dass in Zukunft 40 bis 75 Prozent der Arbeitsplätze obsolet werden. Insbesondere Jobs von unqualifizierten und niedrig Qualifizierten werden in großem Stil wegfallen, aber auch vor höher Qualifizierten Jobs wird die Digitalisierung keinen Halt machen. Egal ob Fabrikarbeiter, Servicepersonal, Einzelhandelskaufmann, Bauarbeiter, Bus-, Taxifahrer, Innendienstler, Anwalt, Manager, Banker- oder Investmentbanker, Arzt, überall sind die Maschinen unaufhaltsam auf dem Vormarsch. 
Warum werden nicht wie früher jede Menge neue Jobs entstehen? Weil heute keine neuen Märkte mehr erschlossen werden, sondern die bestehenden Märkte lediglich optimiert und somit effizienter gemacht werden. In Anbetracht dessen muss sich die Politik heute mehr denn je ernsthafte Gedanken machen, was die vielen unqualifizierten Zuwanderer, welche oftmals noch nicht einmal der deutschen Sprache mächtig sind, in Zukunft arbeiten sollen. Einwanderungsländer, wie beispielsweise Australien und die USA, haben diese Problematik offensichtlich längst erkannt und forcieren die Zuwanderung von hochqualifizierten Fachkräften. Was machen wir in Zukunft mit den Millionen Menschen ohne Arbeit? Die Folgen der Digitalisierung werden mit Sicherheit unser gegenwärtiges Sozialsystem sprengen. Folglich ist es jetzt erforderlich, elementar umzudenken. Es wird in Zukunft in Deutschland, aber auch in vielen weiteren Industrieländern, ein Bedingungsloses Grundeinkommen geben müssen, denn ansonsten sind soziale Verwerfungen nicht zu verhindern. 

German old economy - offensichtlich ein schlechter Deal für die Big Player aus Silicon Valley
Bereits heute haben die Top 5 Unternehmen der USA (Apple, Microsoft, Alphabet, Cisco, Oracle) über 630 Mrd. Dollar (532 Mrd. Euro) an Barreserven angehäuft. Allein Apple könnte mit seinen Barreserven von knapp 270 Mrd. Dollar Unternehmen wie Siemens (€ 97,7 Mrd.), Volkswagen (€86,06 Mrd.), Daimler (€ 74,49 Mrd.), Allianz (€89,19 Mrd.), Bayer (€ 88,86.) oder BASF (€ 86,65 Mrd.) aus der Portokasse erwerben. Sie machen es aber nicht. Warum? Weil es offensichtlich ein schlechter Deal ist. Apple oder Google könnten problemlos die Deutsche Bank und die Commerzbank erwerben. Beide haben seit Jahren eine Vollbanklizenz. Sie machen es aber nicht. Warum nur? Weil es „old economy“ ist. Weil die alten Banken nicht lukrativ und vor allem nicht zukunftsträchtig erscheinen. Apple, Google, Paypal … haben nicht nur ältere, sondern auch junge Kunden und zwar global. Sie haben somit die Zukunft. Bald wird manch einem Banker klar werden, dass er die Digitalisierung und die für das Finanzwesen extrem zukunftsträchtige Blockchaintechnologie komplett verschlafen oder noch schlimmer ignoriert hat. Banken wie wir sie heute kennen werden in der Zukunft nicht mehr existieren. Es ist an der Zeit, dass wir in Deutschland schleunigst von unserem hohen Ross herabsteigen und der Realität ins Auge blicken.

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Kommentare

Gerade das, was im Zusammenhang mit der Industrie 4.0 erwähnt wird, ist schon lange mein Reden! Der Druck auf die Arbeitslöhne resultiert in erster Linie daraus, dass die exorbitanten Vermehrungsraten in bestimmten Regionen und Religionen dieser Welt soviel Überschusspersonal in die Welt setzt, dass dies genau diese Konsequenzen hervorruft, die wird in immer stärkerem Maße erleben. Menschen, die nichts zu verlieren haben, werden sich immer stärker auf den Weg machen und dort für Verwerfungen sorgen, die sich nicht dagegen gewappnet haben! Die Europäer, aber auch die Chinesen und andere asiatische Staaten, einschließlich Russland haben ihre Hausaufgaben gemacht und eine Reproduktionsquote etabliert, die eine gute Entwicklung der menschlichen Bedingungen erwarten lassen. Sicher gibt es im Umgang mit der 3. Welt Defizite, aber ich sehe in erster Linie diese Staaten in der Pflicht, sich mit der ungehemmten Vermehrung auseinanderzusetzen und für eine ordentliche Entwicklung zu sorgen! Dazu gehört auch von der Bevölkerung dies entsprechend einzufordern und sich zu mäßigen in der Fortpflanzung. Zudem ist Bildung der Schlüssel zum Erfolg und hier, das muß man auch sagen, ist das Angebot an Bildung immer noch höher als die Nachfrage. So gesehen braucht niemand zu jammern, dass er keine Perspektive hat. Viele sind lediglich nicht willens, die Angebote zu nutzen. Der Fleiß steht halt immer noch vor dem Preis! Das ist übrigens auch hier in D zu beobachten! vor allem in den Brennpunkten grüner und sozialistischer Großstadthochburgen ist dies besonders aufgeprägt zu erkennen! Das ist auch der Grund, dass die sogenannte Schere zwischen den unterqualifizierten und den Leistungsbereiten immer weiter aufgeht! Das ist aber nicht Problem der Leistungswilligen, sondern der Leistungsverweigerer. Sicher, es gibt Fälle, denen wirklich die Vorraussetzungen fehlen, aber die überwiegende Teil dieser Masse nutzt eben jenes eine Talent nicht, das ihr gegeben wurde!
"Erkennt sie dies nicht, ist die Konsequenz, dass populistische Kräfte immer stärker werden."

Eine sehr gelungene Zusammenfassung der Situation und realistischer Einschätzung weiterer Entwicklungen.

Allerdings könnte dieser Artikel ebenso aus der Feder der AfD stammen, die dies weitgehend unterschreiben würde.

Und dem "Neusprech" unserer Politiker sollte man durchaus nachhaltig gegen halten:

Immer mehr Menschen ersetzen das Wort "populistisch" durch "realistisch". Und das ist oft richtig!

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