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Wunschanalyse Deutsche Bank

Gastautor: Stephan Heibel
13.02.2018, 11:04  |  1364   |   |   

In der Wunschanalyse entscheidet die sharewise Community, welche Aktien analysiert werden.

Herzlich Willkommen zur sharewise Wunschanalyse in Zusammenarbeit mit Stephan Heibel vom Heibel-Ticker.de Börsenbrief (www.heibel-ticker.de).
 

„Nichts ist spannender als Wirtschaft“ lautet ein Werbeslogan der Wirtschaftswoche. In dieser Wunschanalyse zeige ich Ihnen das Kalkül des weltgrößten Hedgefondsmanagers auf, der gegen die Deutsche Bank wettet. Es geht um Demographie, Kultur und Politik und die Positionen könnten gegensätzlicher nicht sein. Vergessen Sie KGV und Dividendenrendite der Deutschen Bank, hier werden größere Themen gespielt.

Kennzahlen der Deutschen Bank laut Sharewise.com

ISIN: DE0005140008, WKN 514000

Kurs aktuell: 12,52€

 

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  25 Mitglieder

  17,80 €

  19

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   6

  29 Analysten

  14,60 €

   3

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Nichts ist spannender als Wirtschaft

Ich entführe Sie heute mal in einer andere Welt: die Welt des großen Geldes. Der weltgrößte Hedgefonds wettet darauf, dass die Deutsche Bank vor die Hunde geht. Der Gründer Ray Dalio hat seine Gründe, die er gut nachvollziehbar verbreitet. Wenn er Recht hat, wird Deutschland in den kommenden Jahren ernste Probleme haben. Vielleicht irrt er sich aber auch nur. Doch so einfach sollten wir die Argumente des in den vergangenen Jahrzehnten erfolgreichsten Hedgefondsmanager nicht beiseite schieben.

Daher werde ich in der heutigen Wunschanalyse nicht die Geschäftsentwicklung und das Bewertungsniveau der Deutschen Bank in den Vordergrund stellen. Vergessen dürfen wir das aber auch nicht, daher werde ich nur kurz eine Übersicht über die aktuelle Situation in Deutschlands größtem Geldhaus geben.

 

Bilanz- und Geschäftsentwicklung ermutigend

Ich brauche Ihnen nicht zu erzählen, dass die Deutsche Bank in der Finanzkrise 2007 bis 2009 nur knapp der Verstaatlichung entgangen ist und im Anschluss unzählige kriminelle Machenschaften (insbesondere Marktmanipulation verschiedenster Märkte) aufgedeckt wurden. Der Deutsche Branchenprimus hat es geschafft, immer wieder genug Geld aufzutreiben, um Verluste und gerichtlich festgesetzte Strafen zu bezahlen, während gleichzeitig sukzessive die Leichen der Finanzkrise aus dem Keller geholt wurden und die Bilanz an die härteren Vorschriften von Basel II angepasst wurde. Ein Kraftakt, den das Geldhaus meiner Einschätzung nach ohne ihre wichtige gesellschaftliche Stellung als internationaler Knotenpunkt für die deutsche Exportwirtschaft nicht geschafft hätte.

Vereinfacht gesagt gibt es zwei Einnahmequellen für die Deutsche Bank: Zum einen Einnahmen aus dem Investmentbanking, die um so höher ausfallen, je volatiler (Kursschwankungen) die Finanzmärkte sind. Zum anderen Einnahmen aus der Zinsdifferenz zwischen Einlagenzins und Kreditzins.

In den vergangenen Jahren schwankten die Märkte immer weniger. Als Maßstab für die Schwankungen gilt der VDAX, der Volatilitätsindex auf den DAX. War der VDAX im Rahmen der Finanzkrise noch auf 83 gesprungen, so ist er seither kontinuierlich gefallen, zuletzt wurden sogar Tiefstwerte unter 11 erreicht. Das Investmentbanking hat im abgelaufenen Q4 2017 grottenschlecht abgeschnitten, viel schlechter, als von Analysten nach mehrfachen Prognosesenkungen noch befürchtet wurde.

Die Zinsdifferenz zwischen Einlagen und Kredit wird durch die Zinskurve definiert: Je größer der Unterschied zwischen langfristigem und kurzfristigem Zins, desto größer die Zinsdifferenz und desto höher der Gewinn im Bankensektor. Nun, die Zinskurve ist derzeit extrem flach, der kurzfristige Zins ist sogar negativ und der 10-Jahreszins steht bei etwa einem halben Prozent. Auch hier gibt es derzeit nicht viel zu verdienen.

Dennoch hat es CEO John Cryan in dieser schweren Zeit geschafft, durch Kapitalerhöhungen (verwässert den Aktienkurs), Umstrukturierungen (Verkauf von Unternehmensteilen) und Kosteneinsparungen (Personalabbau) die harte Kernkapitalquote auf 14% steigern, damit ist die deutsche Bank Basel II konform.

Doch die Umstrukturierung von Cryan trägt meiner Einschätzung nach bereits Früchte: Das vermeintlich schwache Q4-Ergebnis wurde durch die US-Unternehmenssteuerreform belastet, denn Verlustvorträge sind plötzlich nicht mehr so viel Wert und müssen angepasst werden. Dieser Effekt hat einen Quartalsgewinn in einen Quartalsverlust gedreht.

Ich betrachte die Deutsche Bank vor diesem Hintergrund als endlich halbwegs gesundet. Was die beiden Verdienstmöglichkeiten angeht, so ist Ihnen bestimmt nicht entgangen, dass wir seit zwei Wochen extreme Börsenturbulenzen haben. Die Volatilität ist in den Himmel geschossen, das Investmentergebnis der Deutschen Bank, die unter viel Kritik kürzlich noch den Mitarbeitern dieser Sparte Milliardenboni ausgeschüttet hat, dürfte bereits im laufenden Quartal anspringen. Und am Zinsmarkt kommt ebenfalls die Zinswende in Sicht, in den USA liegt das schon hinter uns.

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