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Idorsia Pharmaceuticals soll die neue Actelion 2.0 werden und schürt schon jetzt die Übernahmephantasie – lohnt der Einstieg jetzt?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
13.03.2018, 08:44  |  431   |   |   

Als der US-Gesundheitskonzern Johnson & Johnson (WKN:853260) 2017 das Schweizer Biotech-Unternehmen Actelion für ca. 30 Mrd. US-Dollar kaufte, entstand gleichzeitig durch Ausgliederung der Actelion-Forschung die neue Idorsia Pharmaceuticals (WKN:A2DTEB). Die Frage stellt sich, ob Idorsia die Actelion 2.0 werden kann und ob sich dann das Übernahmekarussell wieder drehen wird. Die Pipeline ist stark und die Mannschaft erfahren – lohnt sich die Aktie?

Wo Idorsia heute steht

Geld ist für Biotechs unendlich wichtig, um insbesondere teure Klinische Phasen zu finanzieren. Ende 2017 belief sich die Liquidität von Idorsia (einschließlich Barmitteln, barmittelähnlichen Beständen und langfristigen Bankeinlagen) auf 1,091 Mio. CHF. Das wird also erst einmal reichen, um die Entwicklungs-Pipeline weiter voranzubringen.

Das ist auch nicht an der Firmentochter von Johnson & Johnson, Janssen Biotech, spurlos vorbeigegangen, denn die haben sich im Dezember 2017 die Vermarktungsrechte für Aprocitentan gesichert, das gegen eine resistente Form von Bluthochdruck (Hypertonie) wirkt und 2017 mit positiven Phase II-Daten überzeugte.

Dieser Deal hat es in sich, und ich muss meinen Hut vor Idorsia ziehen: neben der Meilensteinzahlung von 230 Mio. US-Dollar für Idorsia teilen sich beide Firmen die Kosten für die Phase III. Dafür erhält Janssen die weltweiten Vermarktungsrechte, während Idorsia je nach Umsatz zwischen 20 und 35 % der Nettoverkaufserlöse erhält. Was für ein Coup!

Und damit nicht genug, ebenfalls im Dezember wurde eine Forschungskooperation mit Roche (WKN:855167) eingegangen, die eine gemeinsame Weiterentwicklung der präklinischen Programme aus dem Bereich Krebsimmuntherapie beinhaltet. Idorsia bekommt 15 Mio. CHF als Vorabzahlung und Roche eine Option auf die weltweiten Vermarktungsrechte.

Zudem sind für Idorsia Meilensteinzahlungen von bis zu 410 Mio. CHF sowie Anteile an Nettoverkaufserlösen möglich, so dass auch hier ein globaler führender Player als Partner gewonnen werden konnte, um die Erfolgsaussichten weiter zu verbessern.

Für ein so junges Unternehmen sind die bisher erreichten Ziele dank der bereits vorher guten Pipeline sowie namhaften Kooperationen äußerst bemerkenswert. Aber was sind nun die weiteren Ziele?

Die Ziele von Idorsia

Der CEO von Idorsia, Jean-Paul Clozel, will keine kleinen Brötchen backen, sondern in 5 Jahren profitabel sein, Idorsia stärker als Actelion machen und damit zum führenden Biotech-Unternehmen in Europa aufsteigen. Ist das wirklich realistisch?

Sieht man sich die Pipeline genauer an, so erkennt man, dass ganze vier Wirkstoffe vor dem Beginn der finalen Klinischen Phase III stehen. Neben Aprocitentan ist das ACT-541468, der sehr gute Daten aus der Phase II gegen Insomnie (Schlaflosigkeit) liefern konnte. Ermutigend waren die sehr geringen Nebenwirkungen, schnelles Einschlafen und ein normales Erwachen am Morgen.

ACT-541468 ist ein dualer Orexinrezeptor Antagonist (DORA), der den Orexinlevel reduziert. Orexine sind kleine Protein-ähnliche Moleküle, die von Nervenzellen zur Kommunikation genutzt werden und wichtig für das Aufwachen nach dem Schlaf sind. Ist ihre Konzentration niedrig, kann man gut einschlafen.

Der dritte Wirkstoffkandidat, Clazosentan, wirkt gegen Gefäßspasmen im Zusammenhang mit aneurysmatischen Subarachnoidalblutungen. Kommt es im Hirn zu Blutungen, kontrahieren schnell die Arterien und verhindern damit eine ausreichende Versorgung des Gehirns mit Blut, so dass es zu sekundären Hirninfarkten kommen kann. Calzosentan wirkt präventiv gegen diese Vasospasmen genannten Verkrampfungen von Adern und Gefäßen.

Der letzte Wirkstoff in diesem Quartett ist Lucerastat gegen Morbus Fabry, eine seltene angeborene Stoffwechselkrankheit, die auf einem Gendefekt auf dem X-Chromosom basiert. Stoffwechselprodukte häufen sich dabei im Körper an, so dass als Hauptursachen für die frühe Sterblichkeit chronisches Nierenversagen, Schädigung des Herzens und eine Beeinträchtigung der Blutversorgung des Gehirns auftreten.

Bisher kann man nach der schwierigen Diagnostik der Erkrankung mit einer Enzymersatztherapie relativ gut über die Runden kommen. Lucerastat inhibiert das Enzym Glucosylceramid-Synthase und führt damit zu geringeren Konzentrationen der schädigenden Abbauprodukte.

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