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DAX-Chartanalyse: Halten die Jahrestiefs im DAX?

DAX-Chartanalyse Halten die Jahrestiefs im DAX?

Gastautor: Andreas Mueller
25.03.2018, 13:01  |  11286   |   |   

Die neue Handelswoche wird kürzer sein, da Ostern ansteht und am Karfreitag kein Handel stattfindet. Dennoch ist sie an Spannung wohl schwer zu überbieten. Vor allem für Charttechniker, welche nun einen Blick auf das Jahrestief werfen.

Die Aktienkurse brachen in der Vorwoche auf breiter Front ein. Mit mehr als 5 Prozent Wochenverlust konnte sich der DAX dabei zwar gegenüber der Wall Street "noch gut halten", aber im Chartbild visiert er nun deutlich das Jahrestief an. Auf die Auslöser dieser Bewegung und die aktuellen Kurslevel gehe ich daher in dieser Wochenvorbereitung konkreter ein.

Widerstand im DAX hielt stand

Vor einer Woche liebäugelte ich noch mit der Chance auf Überwindung des Widerstandes bei rund 12.500 Punkten, war aber dennoch "abwartend" (zum Nachlesen). Dies wurde nicht vollzogen - im Gegenteil. Es deutete sich für einige Trader aus dem Forum schon am Montag die Gegenrichtung an. Denn der DAX startete schwach in die Handelswoche und ignorierte den Widerstand aus der Vorwoche. Diesen hatte ich wie folgt skizziert (Rückblick):

 

Eine verhaltene Eröffnung deutete womöglich die Schwäche zum zum Wochenstart an. Hier fielen wir in der vorher definierten Handelsrange der Vorwoche bereits bis zum Mittag fast bis an das untere Band. Vermerkt hatte ich dies im Forum an dieser Stelle:

Im weiteren Verlauf fiel der DAX im Tief am Montag bis auf 12.181 Punkte zurück und unterschritt damit die Triggermarke aus der Vorwochenanalyse (Rückblick):

 

Der Dienstag und vor allem die US-Notenbanksitzung der FED am Mittwoch konnte noch einmal für eine kleine Gegenwehr sorgen. Danach brachen die "Dämme" allerdings. Mit 1,7 Prozent Abgaben am Donnerstag und noch einmal 1,77 Prozent am Freitag durchbrach der DAX nicht nur den gezeigten Aufwärtstrend, sondern auch gleich die 12.000er-Marke. Vom Wochenhoch am Montag bei 12.369 Punkten bis zum Tief am Freitag bei 12.818 Punkten legte er somit recht genau 500 Punkte nach unten zurück. Dies sieht man in der Wochenhistorie sehr deutlich:

Damit ist er ganz klar am Widerstand gescheitert. Das eingangs wiederholte Chartbild kann hierbei geupdatet und als Schaubild herangezogen werden:

 

Hintergründe der Kursschwäche

Was war passiert? Die Zinsen sind am Mittwoch in den USA wie erwartet angehoben worden. Daran lag es wohl kaum. Einige Personalien haben sich "erneut" im Team von Donald Trump verändert. Auch das ist kein neuer Fakt, vielleicht aber die Art und Weise, wie dies geschieht. Personalien werden dort über Twitter kommuniziert. Ich persönlich hoffe, dass sich dies nicht durchsetzt. Sonst müssen wir alle wohl unsere potenziellen Geschäftspartner und den Chef bei Twitter abonnieren und regelmäßig prüfen, ob man noch "im Team" ist. Bisher habe ich damit auf meiner Twitter-Präsenz nicht begonnen :-)

Erschrocken war man wohl eher über die Neubesetzung der Stellen. Denn der US-Präsident Donald Trump hat nun in der Außen- und Sicherheitspolitik sogenannte "Hardliner" im Team. Konkret soll Bolton im Jahr 2002 den Irak-Krieg maßgeblich vorangetrieben haben. Was diese "Strategie" für das Atomabkommen mit dem Iran und die aktuell wieder entspannteren Gespräche mit Nordkorea bedeutet könnte, möchte ich lieber nicht weiterdenken. Sonst schweifen wir auch zu sehr von der Chartanalyse ab...

Ein dritter Fakt für die Kursschwäche an der Wall Street war der anstehende Handelskrieg. Das ist ein hartes Wort, aber anders kann man es nicht beschreiben. Nachdem die USA in den Verhandlungen mit Europa einen kleinen Rückzug eingeleitet hatte, ging der Blick nach China. Dort wurden nun chinesische Produkte im Gegenwert von bis zu 60 Milliarden Dollar mit Strafzöllen belegt. Die prompte Reaktion aus Peking listete ebenfalls Waren auf, welche mit Strafzöllen in Richtung USA belegt werden sollen. Zwar sind dies vorerst "nur" 3 Milliarden Dollar, jedoch könnte dies der Anfang eines Handelskrieges sein. So sagte der chinesische Botschafter Cui Tiankai in den USA bereits sinngemäß, einen Handelskrieg aus Sicht Chinas „bis zum Ende ausfechten“ zu wollen. Ein solcher Handelskrieg muss verhindert werden, wie auch die Redaktion von wallstreet-online schrieb.

Was immer dies bedeutet - für die Wirtschaft ist dies kein gutes Zeichen. Zölle verteuern Produkte, schränken damit die Konsummöglichkeiten aller Menschen ein und sorgen mittelfristig für eine Verteuerung der Produkte und letztlich für schmälernde Gewinne der Produzenten. In einer global vernetzten Welt muss man nun ganz genau hinsehen, welche Warenströme von welchen Unternehmen vollzogen werden.

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