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DAX DAX kämpft mit hartnäckigen Widerständen

Gastautor: Klaus Buhl
12.04.2018, 10:30  |  796   |   |   

Liebe Anlegerinnen und Anleger,                                               

vermutlich angetrieben durch den erratischen Schlingerkurs der US-Administration ist in den vergangenen beiden Wochen die Volatilität auf beiden Seiten des Atlantiks angestiegen. Einen regelrechten Schlagabtausch lieferten sich dabei die Lager der Bullen und Bären, wobei sich abwechselnde Handelstage mit Kursgewinnen und -Verlusten von mehr als 1,5 % keine Seltenheit waren.
Daher stelle ich mir die Frage, ob vielleicht viel mehr hinter den starken Kurs-schwankungen steckt als „nur“ der drohende Handelsstreit und das neuerliche Säbelrasseln von US-Präsident Trump in Syrien.
Immerhin vermutet die Mehrheit der Anleger aktuell hier die Ursache für die schwachen Kurse, könnte dabei aber übersehen, dass sich einige wichtige der Konjunktur vorauseilenden Indikatoren deutlich eingetrübt haben. Die Gefahr eines mittelfristigen oder gar übergeordneten Trendwechsels ist nicht von der Hand zu weisen, da ja außerdem noch Inflation und Zinsen wie ein Damoklesschwert über den Märkten lauert.
Daher ist es kein Wunder, dass an den globalen Börsen jetzt die Anspannung steigt und ein heftiger Richtungsstreit zwischen den Berufsoptimisten und Lobbyisten auf der einen, und den üblichen „Crash-Propheten“ auf der anderen Seite stattfindet.
Beide Seiten scheinen dabei geflissentlich zu übersehen, dass an den Börsen Vorhersagen ein schwieriges Geschäft sind und daher immer der Kampf zwischen Angebot und Nachfrage im Vordergrund stehen sollte.
Die heutige Preisentwicklung und die heutige relative Stärke von Regionen, Sektoren und Aktien sind meiner Meinung nach ganz eindeutig der wichtigste Hinweis auf die zukünftige Kursentwicklung und viel bedeutender als das, was Kommentatoren und meist nicht investierte Journalisten sagen oder schreiben.

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Der Innere Markt sieht die Verkäufer im Vorteil

Die folgende Grafik zeigt Ihnen einen der wichtigsten Risikoindikatoren aus meinem Werkzeugkasten, der Ihnen objektiv verdeutlicht, ob sich der international vielbeachtete S & P 500 Index eher „oben oder eher unten“ befindet. Vor allem aber, ob Kapital in den Markt fließt, oder entnommen wird, ob der Markt vom Angebot oder Nachfrage gelenkt wird.
Genauer gesagt sehen Sie die Relation derjenigen Aktien im Index, die auf einem definiertem Kaufsignal der P & F Technik handeln, also objektiv von der Nachfrage gelenkt werden.
Im Augenblick handeln etwa 52 % der Werte auf einem Kaufsignal. Bedenklich ist aber, dass deren Anzahl sich seit einiger Zeit tendenziell verringert, was Ihnen die negative 0-Spalte im rechten Bereich der Grafik zeigt.

Dies bedeutet, dass sich der US- Aktienmarkt unter der Oberfläche tendenziell abschwächt und von innen her aufweicht. Die großen und meist gut informierten Anleger ziehen seit Ende Januar Kapital ab und haben dazu auch die jüngste Erholung genutzt.
Die Gründe dafür kennen wir natürlich nicht, aber wir sollten deren Verhalten respektieren und uns nicht gegen den Markt stellen. Immerhin zeigt uns die negative 0-Spalte im rechten Bereich, dass der Markt vom Angebot gelenkt wird und die Risiken ganz eindeutig überwiegen.
Etwas optimistisch macht die Tatsache, dass sich der Indikator der aufsteigenden Unterstützungsgeraden nähert. Möglicherweise verbessert sich hier die Ausgangslage für uns Anleger und es steigt die Wahrscheinlichkeit einer Bodenbildung ohne das zuvor die untere extreme Zone anzusteuern. Aber Achtung, noch dominiert die negative 0-Spalte und es gibt keinen systematischen Grund, jetzt bereits nach Schnäppchen zu fahnden. Im Autoverkehr halten Sie sich ja auch von der Kreuzungsmitte fern, wenn die Ampel Ihnen rotes Licht zeigt. Genauso sollten Sie auch diesen Risikoindikator interpretieren, der übrigens kein kurzfristiges Timing- Instrument ist.

Nur kurzfristig: saisonaler Rückenwind für die Aktienmärkte

Sehr viel wurde jüngst über die große Short- Position des fast schon legendären Hedgefonds Managers Ray Dalio von Bridgewater diskutiert. Dieser hat seit dem vergangenen Sommer eine Short-Position von  mindestens 22 Mrd. USD auf einzelne DAX Aktien und andere europäische Titel aufgebaut. Darunter besonders prominent Siemens, BASF, Allianz und SAP sowie die europäischen Großbanken.  Leider kennen wir die exakten Gründe und Motive des fast schon legendären Hedgefonds-Managers nicht. Möglicherweise sieht er die europäische Konjunktur auf einem zyklischen Höchststand, der sich zukünftig fast nur noch verschlechtern kann, oder er bewertet die Aktien aus anderen Regionen für relativ attraktiver als europäische Aktien.

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