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WTI und Brent – Trump und die Chance für Anleger

Gastautor: Daniel Saurenz
15.05.2018, 07:30  |  559   |   |   

Öl_Rohstoffe_FotoliaDie Entscheidung der USA sich aus dem Abkommen mit dem Iran zurückzuziehen und Wirtschaftssanktionen gegen das Land zu verhängen, war schon vor der Entscheidung im Ölpreis eingepreist. Das führte dazu, dass der Brentpreis am Tag der Ankündigung nur leicht anstieg. Wir empfehlen bei der aktuellen Situation Inliner auf die Nordseesorte Brent – WKN: SC8R7R und SC96VS. Untere Barriere bei 60 Dollar und oben mit 90 oder 100 Dollar begrenzt.

Bei WTI sind die Scheine SC9B4F und SC9B5M - untere Barriere bei 55 Dollar und obere bei 80 Dollar – interessant.

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Wir stellen Ihnen den Marktkommentar der Fidelity-Analysten vor:

Die US-Regierung hat sich entschieden: Sie wird sich aus dem Nuklearabkommen mit dem Iran zurückziehen und erneut Wirtschaftssanktionen gegen das Land verhängen. Laut einer Information des Außenministeriums könnten die Sanktionen allerdings nach und nach eingeführt und damit nicht so abrupt wirksam werden, wie zunächst befürchtet.

USA_Chicago_2Die Auswirkungen des US-Ausstiegs sind ein sinkendes Angebot an den weltweiten Ölmärkten, das allgemein mit 300.000 bis 500.000 Barrel pro Tag beziffert wird. Das entspricht 0,3 bis 0,5 Prozent der globalen Fördermenge. Dabei dürfte das Ausfuhrvolumen nicht sofort reagieren. Asien könnte – abhängig von Raffinerie- und Transportkapazitäten sowie finanziellen Vereinbarungen – die entstehende Lücke teilweise oder ganz kompensieren.

Diesem Szenario liegen folgende Berechnungen zugrunde: Seit Aufhebung der Sanktionen hat der Iran seine Erdölförderung um ca. 1 Million Barrel pro Tag erhöht; derzeit betragen die Rohölexporte rund 2,2 Millionen Barrel pro Tag, wobei die Zahlen für April merklich höher liegen.

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Ungefähr 60 Prozent der Ölexporte gehen nach Asien, wo China, Indien, Südkorea und Japan die größten Abnehmer sind. Auf Europa entfallen 25 Prozent. Um Strafmaßnahmen der USA zu entgehen, könnten sich hiesige Käufer aus dem Iran zurückziehen, auch wenn Großbritannien, Frankreich und Deutschland den Vertrag nicht aufgekündigt haben.

In der Folge müssten täglich ca. 500.000 Barrel Rohöl von außereuropäischen Märkten aufgenommen werden. Saudi-Arabien hat bereits angekündigt, auf sanktionsbedingte Lieferengpässe mit einer Erhöhung der eigenen Fördermenge reagieren zu wollen.

Sanktionen als Stütze für den Ölpreis in der Zyklusmitte

Öl_rohstoffeNach Ansicht der Fidelity-Experten spiegelt sich diese Gemengelage weitgehend in den Spotpreisen wider. So stieg der Preis für Brent-Öl nach der Ankündigung von Präsident Trump am Mittwoch (9. Mai) um 1 US-Dollar auf 77 US-Dollar je Barrel. Innerhalb der letzten vier Wochen hatte sich das Barrel aber bereits um ca. 10 US-Dollar verteuert. Viele Marktexperten waren schon im Vorfeld von einem nahezu sicheren Rückzug der USA ausgegangen. In Fachkreisen liegt das Augenmerk daher schon wieder auf anderen Ereignissen wie den Wahlen in Venezuela am 20. Mai.

Langfristig könnten die Handelssanktionen jedoch sowohl die ausländischen Investitionen in den iranischen Ölsektor wie auch dessen Wachstum über 2020 hinaus bremsen. Eine solche Entwicklung würde letztlich die Ölpreise zur Zyklusmitte stützen, die wiederum den Aktienbewertungen zugrunde liegen.

Quelle: Fidelity, eigene Recherche

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