DAX+0,65 % EUR/USD+0,07 % Gold+0,74 % Öl (Brent)-0,90 %

Börse Stuttgart-News Trend am Mittag

Gastautor: Börse Stuttgart
15.05.2018, 16:33  |  510   |   |   

STUTTGART (BOERSE STUTTGART GMBH) - Euwax Trends an der Börse Stuttgart

Wachstumsdelle in der deutschen Wirtschaft

DAX unter 13.000

- Von Holger Scholze, Börse Stuttgart TV News Redaktion -

Die deutsche Wirtschaft hat zum Jahresbeginn etwas an Schwung verloren. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im ersten Quartal 2018 um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Dies teilte das Statistische Bundesamt heute in Wiesbaden nach einer ersten Schätzung mit.

Im vierten Quartal 2017 hatte sich die Wirtschaftsleistung noch um 0,6 Prozent erhöht, im dritten Vierteljahr um 0,7 Prozent.

Die Statistiker wiesen aber auch darauf hin, dass das BIP damit zum 15. Mal in Folge gegenüber dem Vorquartal gestiegen ist. Damit befinden wir uns in der längsten Aufschwungphase seit 1991.

Chinas Wirtschaft wächst gemessen an aktuellen Daten aus der Industrie, dem Einzelhandel und zu den Investitionen weiter kräftig. Allerdings zeigen die am Dienstag veröffentlichten Daten auch, dass sich das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt verlangsamen könnte.

So ging der Anstieg der Investitionen in Sachanlagen weiter zurück und fiel ebenso wie das Plus beim Einzelhandelsumsatz geringer aus, als Experten erwartet hatten. Höher als von Volkswirten vorhergesagt war dagegen das Wachstum in der Industrie. Die asiatischen Börsen hatten heute überwiegend negative Vorzeichen. Auch an der Wall Street in New York hatten die Kurse im späten Handel gestern an Schwung verloren. So notiert der DAX aktuell bei 12.961 Punkten mit 0,1 Prozent im Minus.

Commerzbank steigert Gewinn: Aktienkurs legt zu

Die Commerzbank hat zum Jahresauftakt dank einer deutlich niedrigeren Steuerlast einen Gewinnrückgang vermeiden können. Insgesamt sieht sich der Vorstand nach zwei mageren Jahren auf Kurs zu einem wieder steigenden Überschuss im laufenden Jahr 2018. Dies liegt auch an einer breiter werdenden Kundenbasis. Konzernchef Martin Zielke erklärte heute in Frankfurt: “Wir wachsen in unserem Kerngeschäft und digitalisieren unser Geschäftsmodell.”

Das operative Ergebnis blieb im ersten Quartal mit 289 Millionen Euro um mehr als zwölf Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Der Überschuss zog dennoch überraschend an, weil das seit der Finanzkrise teilverstaatlichte Institut in den ersten drei Monaten 2018 nahezu keine Steuern zahlen musste: Mit 250 Millionen Euro lag der Gewinn um mehr als neun Prozent höher als ein Jahr zuvor.

An der Börse wurden die Zahlen erst einmal positiv aufgenommen. Die Aktie legte bisher um 2,2 Prozent auf 10,82 Euro zu. Damit konnte sie aber nur einen Teil der jüngsten Verluste wettmachen.

Seit Jahresbeginn sank die Marktkapitalisierung der Bank um rund 14 Prozent auf etwas mehr als 13 Milliarden Euro.

Zielke bekräftigte wie schon bei der Hauptversammlung vor einer Woche die Absicht, für das Geschäftsjahr 2018 eine Dividende zu zahlen. Fünf Cent je Aktie habe die Bank dafür bereits reserviert. Zuletzt hatte der DAX-Konzern für 2015 eine Mini-Dividende von 20 Cent je Anteilsschein gezahlt - das einzige Mal überhaupt seit der Finanzkrise 2007/2008, als der Staat die Bank mit Steuergeldern im Milliardenhöhe vor dem Kollaps bewahrte.

Im Gesamtjahr 2017 hatte die Commerzbank unter dem Strich gerade einmal 156 Millionen Euro verdient, ein Jahr zuvor waren es 279 Millionen Euro. Negativ zu Buche schlugen im vergangenen Jahr Kosten für den Abbau tausender Stellen. Bis 2020 soll die Zahl der Vollzeitjobs netto um 7.300 auf 36.000 schrumpfen.

Seit Jahren bereitet die Niedrigzinsphase der Finanzbranche große Schwierigkeiten. Denn dadurch ist das Geschäft mit Einlagen und Krediten weniger einträglich. Die Commerzbank hält mit einer Offensive bei Privatkunden dagegen. Bis zum Jahr 2020 will das Institut zwei Millionen zusätzliche Kunden anlocken, im laufenden Jahr soll die Marke von einer Million Netto-Neukunden geknackt werden. Im ersten Quartal 2018 kamen nach Angaben der Bank in Deutschland unter dem Strich etwa 73.000 Privat- und Unternehmenskunden hinzu. Seit Verkündung der Strategie im Herbst 2016 sei die Kundenzahl in Deutschland somit um 712.000 gewachsen.

Von mehr Kunden verspricht sich die Commerzbank auf lange Sicht mehr Gewinn. Allerdings kosten neue Kunden in der Regel zunächst einmal Geld, bevor die Bank an ihnen verdienen kann. Daher sind bei den Erträgen - den gesamten Einnahmen der Bank - nach wie vor keine großen Sprünge zu erkennen: Im ersten Quartal blieben sie mit 2,3 Milliarden Euro knapp unter dem Vorjahreswert von 2,39 Milliarden Euro.

Seite 1 von 3


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer