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Über 7.000 Stellen werden gestrichen Deutsche Bank plant Flash-Diät beim Personal

24.05.2018, 09:50  |  2770   |   |   

Trotz der Rekordgewinne vieler großer US-Banken fällt der Aktienkurs der Deutschen Bank und die Erträge sinken. Nun soll massiv gegengesteuert werden, denn wie die Bank am Donnerstagmorgen bekanntgab, wird sie die Zahl ihrer Mitarbeiter weltweit von derzeit rund 97.000 auf unter 90.000 reduzieren.

Deutschlands größte Bank, die vor nicht allzu langer Zeit zu den fünf größten Investmentbanken der Welt gehören wollte, braucht nach Ansicht einiger Investoren stärkere Impulse, um ihr Schicksal zu ändern. Es heißt, dass sie den Personalbestand im Aktienverkauf und im Handelsgeschäft um 25 Prozent reduzieren will. Dieser Schritt erfolgt im Rahmen einer umfassenden Umstrukturierung, die darauf abzielt, die Kosten zu senken und die Rentabilität wiederherzustellen.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Paul Achleitner, der in seinen sechs Jahren an der Spitze unzählige Strategiewechsel geleitet und bis zu vier Chefs verschlissen hat, steht heute auf der Hauptversammlung vor einem Misstrauensvotum.

Er wird höchstwahrscheinlich nicht abgewählt werden, da die großen Aktionäre, wie Katars königliche Familie, Chinas HNA und die Private-Equity-Firma Cerberus Capital ihn immer noch unterstützen. Aber die Frage lautet, wie groß die Protestwahl sein wird. 

"Theoretisch könnten die Aktionäre ihn heute ersetzen, das wird nicht passieren, aber es wird ein sehr schwieriger Tag für ihn", sagte Stefan Müller, Geschäftsführer der Frankfurter Unternehmensberatung DGWA, am Donnerstag gegenüber CNBC. Auf die Frage, ob er für Achleitner eine volle 5-jährige Amtszeit erwarte, antwortete Müller: "Nein, ich denke, er wird dieses Jahr zurücktreten oder sie werden ihn bitten, dieses Jahr zurückzutreten."

Die Deutsche Bank wird voraussichtlich weitere Details zu ihrem jüngsten Strategiewechsel bekanntgeben. Christian Sewing, der neue CEO der Bank, will sich stärker auf Europa konzentrieren und den Retail-Bereich der Bank stärken und gleichzeitig die Kosten im Unternehmen nachhaltig senken. "Die Bank ist unzufrieden, was das Kostenmanagement und die Umsetzung angeht", sagte eine dem Management der Deutschen Bank nahe stehende Quelle gegenüber CNBC.

Am Donnerstagmorgen, nach der Ankündigung des Stellenabbaus, sagte Sewing, dass die Bank ihrer Firmen- und Investmentbank und ihrer internationalen Präsenz "verpflichtet" bleibe. "Darin sind wir unerschütterlich", fügte er hinzu.

Die Aktie der Deutschen Bank ist im bisherigen Jahresverlauf um mehr als 32 Prozent gefallen. Mit einer Marktkapitalisierung von 22,48 Mrd. Euro liegt das Bankhaus deutlich hinter Goldman Sachs (76,73 Mrd. Euro), Credit Suisse (36.17 Mrd. Euro) und Banco Santander (83,39 Mrd. Euro).

Quelle:

CNBC

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