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Harte Zeiten Deutsche Bank: S&P setzt Kreditwürdigkeit herab / RBC sieht Aktie bei 8 Euro

01.06.2018, 09:05  |  2639   |   |   

S&P senkt die Kreditwürdigkeit der Deutschen Bank auf BBB+, was zeigt, dass man stark von der wirtschaftlichen Gesamtlage abhängig ist. Der neue Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Christian Sewing, erlitt somit einen erneuten Rückschlag und steht vor weiteren Herausforderungen.

"Die aktualisierte Strategie der Deutschen Bank sieht eine tiefere Restrukturierung des Geschäftsmodells vor, als wir bisher erwartet hatten", schrieb S&P am Freitag in einer Erklärung und senkte das Rating um eine Stufe auf BBB+, den drittniedrigsten Investment Grade. 

Daraufhin teilte Sewing in einem Brief an die Mitarbeiter mit, dass die Finanzkraft der Bank "über jeden Zweifel erhaben" sei. In der Corporate & Investment Bank "haben wir eine klare strategische Ausrichtung und sind auf dem besten Weg, das, was wir vor kurzem angekündigt haben, umzusetzen" so Sewing.

S&P hatte die Überprüfung nach der Ernennung von Sewing eingeleitet und sagte, dass die wiederholten Führungswechsel - vor dem Hintergrund einer chronisch niedrigen Profitabilität der Bank - Fragen über ihre langfristige Ausrichtung aufwerfen. "Das Ziel ist eindeutig, unsere Margen zu steigern und die nachhaltige Profitabilität zu verbessern, die wir insgesamt aus Kreditsicht für positiv halten." so James von Moltke, Finanzvorstand der Deutschen Bank, im April 2018. Ferner verfügt die Bank nach wie vor über eine außerordentlich starke Liquiditätsreserve.

Ein vermindertes Kreditrating erhöht in der Regel die Fremdkapitalkosten einer Bank und damit die Gesamtfinanzierungskosten. Unternehmen wie die Deutsche Bank sind auf starke Bilanzen angewiesen, um ihr Handels- und Derivategeschäft zu untermauern. 

Mit der Herabstufung von S&P nähert sich das Rating dem des Konkurrenten Moody's Investor Service an. Moody's langfristiges Senior Unsecured Debt Rating für die Deutsche Bank lautet Baa2. Zum Zeitpunkt der Ernennung von Sewing hatte Moody's alle Ratings für die Verbindlichkeiten der Deutschen Bank bestätigt, das Rating für die A3-Einlage und die Senior Debt Ratings jedoch von stabil auf negativ geändert.

Die Aktie der Deutschen Bank notiert derzeit bein 9,43 Euro (01.06.2018; 09:53 Uhr). In den vergangenen acht Tagen verlor das Papier gut 15 Prozent. Am 23. Mai 2018 kostete eine Aktie 11,05 Euro. Heute senkte RBC Capital die Erwartungen von 12 auf 8 Euro, siehe hier. Bereits jetzt ist die Aktie in einem 10-Jahres-Tief angekommen. Womöglich hätte man sich doch besser bei der HV von Herrn Achleitner trennen sollen.

Quelle:

Bloomberg

 

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