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Devisen: Regierungsturbulenzen bringt Eurokurs unter Druck
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Devisen Regierungsturbulenzen bringt Eurokurs unter Druck

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
02.07.2018, 17:04  |  545   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die politische Unsicherheit in Deutschland hat den Eurokurs am Montag unter Druck gebracht. Am Nachmittag kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1606 US-Dollar. In der Nacht zum Montag hatte der Euro noch bei fast 1,17 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setze den Referenzkurs auf 1,1639 (Freitag: 1,1658) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8592 (0,8578) Euro.

Für große Verunsicherung sorgt weiter der Asylstreit zwischen den Regierungsparteien CDU und CSU in Deutschland. Ein Ausweg aus der verfahrenen Auseinandersetzung ist noch nicht gefunden. Die Rücktrittdrohung von Bundesinnenminister und CSU-Chef Horst Seehofer hatte den Euro bereits in der Nacht belastet. Schließlich könnte eine anhaltende Regierungskrise in Deutschland auch die größte Volkswirtschaft der Eurozone belasten.

"Reformen, die die strukturellen Konstruktionsschwächen der Gemeinschaftswährung ausmerzen und diese langfristig auf ein stabiles Fundament stellen, sind ohne Deutschland nicht denkbar", begründete Esther Reichelt, Devisenexpertin von der Commerzbank, die Kursausschläge. Allerdings sei auch von einer denkbaren neuen Regierung grundsätzlich eine proeuropäische Ausrichtung zu erwarten. Politische Unsicherheit schlage nur kurzzeitig auf die Wechselkurse durch.

Zudem hatte sich die Stimmung in der Industrie in der Eurozone im Juni etwas stärker als in einer ersten Schätzung ermittelt eingetrübt. Der Indikator war den sechsten Montag in Folge gefallen und auf den niedrigsten Stand seit eineinhalb Jahren gesunken. Die Auswirkungen am Devisenmarkt hielten sich in Grenzen.

Mit Kursschwankungen regierte der mexikanische Peso auf die Wahl des Links-Nationalisten Andres Manuel Lopez Obrador zum neuen Präsidenten. Nachdem er zunächst zugelegt hatte, stand die Währung zuletzt gegenüber dem US-Dollar merklich unter Druck. Der Markt sorge sich um eine Abkehr von der bisherigen Wirtschafts- und Finanzpolitik durch den Linkspolitiker, sagten Händler. So will Obrador die Privatisierung des Energiesektors stoppen und ein expansives Ausgabeprogramm starten. Auch der Handelsstreit mit den USA könnte eskalieren.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88650 (0,88605) britische Pfund, 128,86 (129,04) japanische Yen und 1,1563 (1,1569) Schweizer Franken fest. Der Preis für die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London auf 1247,80 (1250,45) Dollar festgelegt./jsl/he

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