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Pressemeldung: DJE: FMM-Strategie - Die Aktienmärkte kühlen ab, der Trend spricht für die USA
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Pressemeldung DJE: FMM-Strategie - Die Aktienmärkte kühlen ab, der Trend spricht für die USA

Nachrichtenquelle: Asset Standard
19.07.2018, 15:00  |  675   |   |   

Das Analystenteam von DJE beobachtet und bewertet die Märkte laufend anhand der hauseigenen FMM-Methode nach fundamentalen, monetären und markttechnischen Kriterien. Einmal im Monat fassen sie ihre Ergebnisse zusammen.

Fundamental hat sich zuletzt viel getan, leider nicht alles zum Positiven. Die Unsicherheit wächst, Konflikte wie der Zollstreit oder die Flüchtlingsfrage spitzen sich zu, und das Vertrauen in aktuellen Geschäftsumfragen sinkt. DJE agiert entsprechend vorsichtiger, stuft zyklische Sektoren zurück und reduziert die Aktienquote.

Die Aktienmärkte haben sich gegenüber dem Vormonat seitwärts bewegt. In Europa pendeln die Kurse um die 200-Tage-Linie, die wir als einen technischen Orientierungspunkt betrachten. Fundamental hat sich in den vergangenen zwei Wochen allerdings einiges getan. Leider nicht in jedem Fall zum Positiven. Die Unsicherheit ist größer geworden, die Konflikte (internationaler Handel, europäische Stabilität, Flüchtlingskrise in Deutschland) haben sich zugespitzt, Wachstumsprognosen werden nach unten revidiert.

An dem versöhnlichen Treffen zwischen US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Un sieht man, dass solche politischen Konflikte oft eine kurze Halbwertzeit haben, aber leider wird die Stimmung davon belastet. Das zeigen Unternehmens- und Anlegerumfragen, die ein sinkendes Vertrauen ausweisen. In Summe haben wir uns entschlossen, etwas vorsichtiger zu agieren. Wir haben diesen Weg vor ein paar Monaten ohnehin schon eingeschlagen, indem wir einige zyklische Sektoren zurückgestuft haben. Nun reduzieren wir auch die Aktienquote in unseren Portfolios.

Fundamental

Die europäische Konjunktur überrascht kaum noch positiv, worauf wir in den Vormonaten bereits hingewiesen haben, sondern enttäuscht die Erwartungen deutlich. Die große Zuversicht, die 2017 aufkam, ist fürs Erste vorüber. Dagegen haben sich die US-Konjunkturdaten gut entwickelt. Das schlägt sich unter anderem im Euro-Kurs nieder, der wie erwartet bis auf 1,15 USD zurückgegangen ist. Mit einen weiteren Rückgang der Gemeinschaftswährung rechnen wir nicht. Nach dem Kaufkraft-Paritätsmodell ist der Euro jetzt um rund 14% zu günstig.

Zugleich hat sich die Marktstimmung abgekühlt. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass die negativen Konjunkturüberraschungen zum größten Teil eingepreist sein sollten. Aber auch wenn das Gröbste hinter uns liegen sollte, ist es aus unserer Sicht zu früh für Währungsabsicherungen gegenüber dem US-Dollar (siehe auch: Monetär).

Obwohl uns bewusst ist, dass der US-amerikanische Aktienmarkt nicht günstig ist, werden wir unsere US-Quote in den kommenden Wochen mit ausgewählten Aktien um rund 10% erhöhen. Das dient der Reduzierung des Risikos, denn der US-Aktienmarkt ist in schwierigeren Marktphasen traditionell weniger schwankungsanfällig als der oft sehr volatile deutsche Aktienmarkt. Unsere bevorzugten Sektoren sind hier Konsumgüter und Technologie.

In Sachen Gewinnwachstum, Wirtschaftsaktivität, Geldmengenwachstum, Kreditvergabe und Technik/Momentum sind wir vorsichtiger geworden und reduzieren daher unsere allgemeine Aktienquote.

Monetär

Monetär gilt unsere Sorge den weltweit schwachen Geldmengenwachstumsraten. Daraus lässt sich schließen, dass die Börse es schwer haben wird, große Sprünge zu machen. Gleichzeitig steigen die US-Löhne in der Breite, und auch die Rohstoffpreise ziehen an. Dazu kommen noch die Zölle und steigende Produzentenpreise. Insgesamt gehen wir von US-Inflationsraten aus, die weiter zulegen. Daraus leiten wir ab, dass die uS-Notenbank (Fed) ihren eingeschlagenen Zinserhöhungspfad weiter fortsetzen wird. Die Zinsdifferenz zu Europa wird entsprechend steigen und spricht für den USD.

Eine längere Diskussion hatten wir zur Zinsstrukturkurve. Steigen die Zinsen längerfristiger Anleihen nicht über 3%, dann wird die Zinsstrukturkurve noch flacher und möglicherweise sogar invers. Eine inverse Kurve war in der Vergangenheit ein guter vorlaufender Indikator für schwache Börsenphasen/Rezessionen. Ein bisschen Zeit ist noch, aber der Trend zeigt in diese Richtung. Für die Deckelung der langfristigen Zinsen spricht eine internationale Nachfrage aus Ländern mit geringeren Renditen. Investoren dürften aus Vorsichtsgründen Unternehmensanleihen in US-Staatsanleihen umschichten, und markttechnisch ist wegen der guten US-Konjunktur eine hohe Skepsis gegenüber 10-jährigen US-Staatsanleihen zu beobachten. Die Shortpositionen sind weiter fast auf Anschlag.

Auf der anderen Seite sprechen eine erhöhte Neuemissionstätigkeit, die Bilanzverkürzung der Fed und die Repatriierung von Auslandsgeldern für steigende Renditen. Unterm Strich gleichen sich diese Argumente aus unserer Sicht aus, und wir müssen die weitere Bewegung abwarten. Relativ sicher ist aber aus unserer Sicht das Chance-Risiko-Verhältnis bei US-Staatsanleihen besser als bei Hochzins-Unternehmens-, Nachrang- oder Schwellenländer-Anleihen. Diese sind unserer Ansicht nach zurzeit nicht attraktiv.

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