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Die Bayer-Aktie und zwei weitere Evergreens, die derzeit günstig zu haben sind

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
09.09.2018, 09:09  |  861   |   |   

Manchmal ist es nicht so schön, wenn die negativen Prognosen, die man selbst prophezeit hat, auch tatsächlich eintreffen. Pünktlich zum Angstmonat September rutschte der DAX um etwa 5 % in die Tiefe. Der Abstand zum Allzeithoch beträgt jetzt satte 12 % (Stand für beide Kurse: 07.09.2018). Das Börsenjahr 2018 hatten sich viele Investoren sicher anders vorgestellt.

Doch starke Kursrückgänge sind nicht gleich schlecht. Ganz im Gegenteil. Für langfristige Investoren ergeben sich in solchen Zeiten gute Gelegenheiten, um Qualitätstitel günstig (nach)kaufen zu können.

Auf mich wirken die Bewertungen von Bayer (WKN:BAY001), der Deutschen Post (WKN:555200) und Merck (WKN:659990) derzeit besonders attraktiv.

Bayer im Schnäppchenmodus

Seit 1863 ist der Chemiekonzern aus Leverkusen im Geschäft. Marken wie Aspirin oder Bepanthen sind sogar sturen Arzneimittelverweigerern wie mir ein Begriff. In letzter Zeit lief es für Bayer allerdings nicht gerade optimal. Die Glyphosat-Klageflut in den USA und der Ergebnisrückgang in der Pharmasparte kamen bei den Investoren offenbar nicht gut an.

In Relation zum Allzeithoch aus dem Jahr 2015 steht aktuell ein Minus von über 50 % auf dem Zettel. Der DAX-Kursindex sank im selben Zeitraum bei Weitem nicht so stark. Hier beträgt das Minus etwa 12 % (Stand für beide Kurse: 07.09.2018).

Der aktuelle Schnäppchenpreis des Börsenklassikers dürfte auch für Dividendenjäger interessant sein. Letztes Jahr spendierte Bayer seinen Aktionären eine respektable Dividendenrendite von 2,65 %. Für die nächsten Jahre werden regelmäßige Dividendensteigerungen erwartet. Das traue ich diesem Evergreen auch ohne Weiteres zu.

Die Deutsche Post sortiert sich neu

Spezialisten für Paketlieferungen sollten derzeit eigentlich alle Hände voll zu tun haben. 2017 wurden in Deutschland Waren im Wert von 58,5 Mrd. Euro über den Vertriebsweg Internet verkauft. Das entspricht einer Steigerung von 11 % im Vergleich zum Jahr davor.

Doch davon scheint die Deutsche Post nicht profitieren zu können. Im zweiten Quartal 2018 schockte der gelbe Konzern seine Aktionäre mit hohen Kosten und sinkenden operativen Gewinnen im heimischen Brief- und Paketgeschäft.

Insgesamt steht ein Minus von 25 % seit Januar 2018 auf dem Zettel (Stand: 07.09.2018). Der langfristige Aufwärtstrend seit September 2011 ist meiner Meinung nach allerdings derzeit noch nicht gefährdet. Ebenso wenig wie das Geschäftsmodell. Dank Zalando (WKN:ZAL111) und Amazon (WKN:906866) sollten die gelben Kurierfahrzeuge nicht so schnell aus dem Stadtbild verschwinden. Sofern die notwendigen Prozessoptimierungen zügig umgesetzt werden können, traue ich der Deutschen Post auch wieder ordentliche Gewinnsteigerungen zu.

Pharmariese Merck im Sommerschlussverkauf

Wer Bayer für einen echten Evergreen hält, dem wird angesichts der Historie von Merck die Kinnlade herunterklappen. Die Geschichte dieses Unternehmens reicht bis in das Jahr 1668 zurück. Zur Einordnung: In diesem Jahr plünderte der Pirat Henry Morgan die Stadt Portobelo in Panama. Merck ist alt – richtig alt.

Derzeit gibt es die Aktie mit einem saftigen Discount zum Allzeithoch. Sehenswerte 30 % verlor die Aktie seit Mai 2017 an Marktwert.

Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt derzeit allerdings deutlich über dem aktuellen Kurs von 87 Euro (Stand: 07.09.2018). Die Analysten von Warburg Research und der Commerzbank sehen die Aktie sogar bei 100 Euro. Dieses Preisniveau hat Merck schon seit einem Jahr nicht mehr gesehen.

Abwarten und Tee trinken

Alle drei Unternehmen haben eine Sache gemeinsam: Sie bringen mein Herz für Qualitätsunternehmen zum Schlagen. Für mich gibt es keinerlei Zweifel an der gesellschaftlichen Relevanz von Bayer, Merck und der Deutschen Post.

Keine Zweifel gibt es auch in der Hinsicht, dass alle drei Aktien derzeit weit unter ihren Allzeithochs gehandelt werden. Ob die Kursrückgänge berechtigt oder übertrieben sind, ist eine andere Frage. Sie zu beantworten wäre meiner Ansicht nach der nächste Schritt.

Diesen Schritt werde ich allerdings nicht mehr im September machen. Der Angstmonat der Börse schlechthin bescherte dem DAX in der Vergangenheit im Durchschnitt ein Minus von etwa 2 %. Wenn sich die ganz großen Räder drehen, trinke ich lieber Tee und warte ab, bis sich die tiefschwarzen Wolken verzogen haben. Als langfristiger Investor fällt mir das nicht schwer. Eine Extraportion Geduld gehört für mich ohnehin zum Tagesgeschäft.

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