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Warum GrubHub ein besserer Wachstumswert als Starbucks ist

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
13.09.2018, 10:24  |  330   |   |   

Du suchst einen Wachstumswert in der Lebensmittelindustrie? Es war noch nie so schwierig, wie heute. Während Amazon (WKN: 906866) durch den Kauf von Whole Foods bereits Druck auf die hauchdünnen Margen der Lebensmittelindustrie ausübt, hat die schnelllebige Nische in letzter Zeit ebenfalls einen schlimmen Rückschlag erlitten.

In der Vergangenheit konnte sich Starbucks (WKN: 884437) gegen den Trend behaupten und zwischen Anfang 2009 und Mitte 2015 über 1.400 % zulegen. Aber die Zeiten ändern sich, und die Dinge sehen für Starbucks nicht mehr so gut aus. Deshalb glaube ich, dass Wachstumsinvestoren ihr Geld besser in GrubHub (WKN: A1XE9Z) investieren sollten. Ja, die Firma hinter dieser Liefer-App, die du öffnest, wenn du keine Lust hast auszugehen.

Millennials (Um die Jahrtausendwende geborene Generation) lieben das Konzept, aber keine großen Namen

Es ist schwer zu glauben, aber in den frühen 90er Jahren waren Kaffeehäuser in den Vereinigten Staaten nicht wirklich ein „Thema“. Sicher, Dunkin Brands (WKN: A1JHGA) bot einen Ort, um deinen Kaffee zu trinken – wie die meisten Restaurants – aber die Idee eines „dritten Ortes“, um sich außerhalb von Haus und Arbeit zu treffen, war völlig neu.

Vielleicht gab es deshalb – laut Statista – 1991 in Amerika nur 1.650 unabhängige Kaffeehäuser. Doch dann unternahm der ehemalige Starbucks-CEO Howard Schultz eine Italien-Reise, erkannte die kulturelle Bedeutung von Kaffeehäusern, eine klaffende Lücke in der amerikanischen Gesellschaft und nutzte seine Kaffeehäuser, um sie zu füllen.

Diese Strategie und die Beständigkeit der Erfahrungswerte der Marke machten Starbucks seit über 20 Jahren zu einer sehr beliebten Alternative. Man wusste genau, was man dort bekommt, und das Ambiente machte es zu einer einzigartigen Treffpunkt-Möglichkeit.

Doch mit diesem Erfolg kamen Nachahmer: Zwischen 1991 und 2015 stieg die Zahl der unabhängigen Kaffeehäuser um 1.900 % auf über 31.000 Standorte im ganzen Land.

Dies sind schlechte Nachrichten für Starbucks. Und hier sind die Gründe dafür: Wie der ehemalige Hedge-Fonds-Manager Mike Alkin im Januar auf einer Konferenz betonte, werden Millennials zu der dominanten Konsumentengruppe, und sie suchen nach drei Dingen, wenn es um ihre Produkte geht:

  • Wenn möglich, sollte es biologisch sein.
  • Es sollte lokal hergestellt oder eingekauft werden.
  • Sie sollten von einem kleinen Lieferanten stammen.

Entscheidend ist, dass Millennials bereit sind, für diese Dinge zu zahlen. Während Starbucks sicherlich einen fairen Anteil an Bio-Kaffee anbietet, ist die Kette – per Definition – nicht „lokal“ oder „klein“. Hier kommen die 31.000 anderen Kaffeehäuser ins Spiel.

In der Investmentwelt ist das Wichtigste, dass ein Unternehmen einen Burggraben oder nachhaltigen Wettbewerbsvorteil besitzt. Starbuck´s Haupt-Burggraben – wie auch für die meisten anderen Konsumgüter – ist seine Marke. Leider verliert sie derzeit in den USA an Macht. Nirgendwo wird das so deutlich wie bei den vergleichbaren Filialumsätzen (flächenbereinigten Umsätzen). Wie du unten sehen kannst, fallen derzeit ohne Preiserhöhungen die weltweiten vergleichbaren Filialumsätze tatsächlich negativ aus.

Chart showing comps at Starbucks over time

Quelle: SEC-Filings, 2018: Zahlen für die ersten drei Geschäftsquartale

In gewissem Maße war bei Starbucks, aufgrund der Unternehmensgröße, mit sinkenden vergleichbaren Filialumsätze zu rechnen. Aber die Tatsache, dass die Besucherzahlen rückläufig sind, ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Unternehmensmarke – der einzige echte Wettbewerbsvorteil – möglicherweise nicht so stark ist wie einige glauben.

Wenn die Aktie zu einer angemessenen Bewertung gehandelt würde, wäre dies in Ordnung. Aber so wie es jetzt aussieht, notiert sie zum 26-fachen des freien Cashflows, was der Bewertung einer Wachstumsaktie entspricht, für ein Unternehmen, das nachweislich – aufgrund der sinkenden vergleichbaren Filialumsätze – Wachstumsschwierigkeiten hat.

Das Schlüsselelement, das GrubHub zu einer besseren Wachstumsaktie macht

Man könnte GrubHub anschauen und denken: „Das Unternehmen macht nichts Besonderes. Starbucks macht wenigstens etwas.“

Und du würdest nicht falsch liegen. Aber der Unterschied zwischen Starbucks und GrubHub, an die Zukunft gedacht, liegt in einem Punkt: GrubHub besitzt einen viel mächtigeren Burggraben: den Netzwerkeffekt. Wenn nämlich immer mehr Menschen einer Plattform beitreten, wird sie stärker.

GrubHub´s Leistungsversprechen ist einfach: Es bietet Restaurants die Möglichkeit, ihren Abwicklungs- und Lieferservice zu rationalisieren, ohne dass sie IT-Experten einstellen oder in die Technologie investieren müssen, um dies selbstständig zu tun. Darüber hinaus bietet das Unternehmen seine Lieferdienste nur für bestimmte Märkte an.

Das Fazit für Investoren ist wie folgt: Je mehr Kunden GrubHub beitreten, desto mehr Restaurants werden motiviert, sich der Plattform anzuschließen. Und je mehr Restaurants sich der Plattform anschließen, desto mehr Kunden werden zum Beitritt motiviert. Es ist ein positiver Kreislauf. Und wie du unten sehen kannst, ist der Netzwerkeffekt in vollem Gange.

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