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Aktien Frankfurt Schluss: Italiens Schuldenpolitik vergrault die Anleger
Foto: Boris Roessler - dpa

Aktien Frankfurt Schluss Italiens Schuldenpolitik vergrault die Anleger

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
28.09.2018, 18:11  |  1258   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Italiens Regierung hat den deutschen Aktienmarkt am Freitag mit einem geplanten hohen Haushaltsdefizit auf Talfahrt geschickt. Einem Kurseinbruch an der Mailänder Börse folgte auch der Dax deutlich nach unten. Am Ende büßte er 1,52 Prozent auf 12 246,73 Punkte ein. Der MDax der mittelgroßen Börsentitel verlor 0,58 Prozent auf 25 997,86 Zähler.

Die Regierungsparteien Lega und Fünf Sterne setzen mit ihren Schuldenplänen auf eine höhere Neuverschuldung als bislang geplant. Laut Uwe Burkert von der LBBW lässt es die italienische Regierung damit offenbar auf einen Konflikt mit der EU ankommen, die von Italien eine sinkende Verschuldung einfordert.

Für den Dax ist es nach einem soliden September ein später Rückschlag, der dem Leitindex in letzter Minute noch ein Monatsminus von fast 1 Prozent einbrockte. Auch im Wochenverlauf hat er dann doch noch knapp 1,5 Prozent verloren. Obendrein beendete er das Sommerquartal ein halbes Prozent tiefer.

Vor allem der Bankensektor bekam die Sorgen vor einer erneut aufflammenden Schuldenkrise europaweit mit tiefroten Vorzeichen zu spüren. Aktien der Deutschen Bank büßten am Dax-Ende 3,8 Prozent ein und Anteile der Commerzbank verloren als MDax-Schlusslicht 4,8 Prozent. Sie folgten damit den dramatischen Kursverlusten bei italienischen Finanztiteln, die in Mailand sogar zeitweise vom Handel ausgesetzt wurden.

Unter den schwächsten Titeln im Dax waren ferner die Aktien von BASF mit einem Abschlag von 2,3 Prozent. Analysten lobten zwar die beschlossene Fusion der Öltochter Wintershall mit der ehemaligen RWE -Tochter Dea. Allerdings führte diese auch zu einer revidierten Gewinnprognose der Ludwigshafener, die bei Investoren nicht gut ankam.

Daneben bewegten Kommentare von Analysten vereinzelt die Kurse. Eon-Aktien gaben um knapp 1,6 Prozent nach. Die Societe Generale hatte ihre bisherige Kaufempfehlung aufgegeben. Analyst Lueder Schumacher rechnet mit gesamtwirtschaftlichem Gegenwind für den zinssensitiven Versorgersektor.

Besser erging es an der MDax-Spitze den Aktien von Telefonica Deutschland mit plus 3,6 Prozent. Die Investmentbank Morgan Stanley vollzog eine Kehrtwende und stufte die Papiere von "Underweight" auf "Overweight" hoch. K+S legten um 1,3 Prozent zu. Der Salz- und Düngemittelproduzent kann zwei Produktionsstätten nach wochenlanger Zwangspause wegen Trockenheit nun wieder hochfahren.

Im SDax drückte eine Verkaufsempfehlung der Metzler Bank die Aktien des Medizintechnikherstellers Drägerwerk um 6,6 Prozent nach unten. Noch trüber ging es dort aber bei SMA Solar zu, die nach einer Gewinnwarnung vom Vortag im freien Fall blieben. Ein Minus von mehr als 8 Prozent ließ sie auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren purzeln.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte gleichauf mit dem Dax 1,47 Prozent auf 3399,20 Punkte ein. In Paris mit minus 0,85 Prozent und vor allem London mit knapp einem halben Prozent fielen die Verluste bei den jeweiligen Leitindizes geringer aus. In New York stand der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa leicht im Plus.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,33 Prozent am Vortag auf 0,31 Prozent. Der Rentenindex Rex profitierte mit einem Anstieg um 0,15 Prozent auf 140,34 Punkte davon, dass Anleger angesichts der Lage in Italien Zuflucht in sicheren Papieren suchten. Der Bund-Future stieg um 0,27 Prozent auf 158,89 Punkte.

Der Euro blieb jedoch angesichts der Unsicherheiten wegen dem italienischen Defizitbeschluss auf Talfahrt. Die Gemeinschaftswährung wurde zuletzt etwas erholt vom Tagestief zu 1,1627 US-Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1576 (Donnerstag: 1,1707) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8639 (0,8542) Euro gekostet./tih/he

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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