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Analysten-Querschläger Bricht jetzt die Wirecard-Fangemeinde auseinander?

12.02.2019, 13:11  |  17030   |   |   

Werden die Zweifel größer? Bislang gab es trotz des angeblichen Bilanzskandals kaum negative Stimmen aus dem Lager der Analysten zur Wirecard-Aktie. Das sieht jetzt etwas anders aus: Zwei Analysten senkten ihre Kursziele für das Wirecard-Papier.

DZ Bank-Analyst Harald Schnitzer senkte seine Schätzung für den Kurs der Wirecard-Aktie deutlich von 200 auf 150 Euro. Trotzdem bleibt er bei seiner Empfehlung: "Kaufen", so "dpa-AFX Analysen". Schnitzer meint, dass Wirecard in 2019 mehr Geld für die interne Kontrolle und Gutachter-Honorare ausgeben werde. Das verschlechtere die Profitabilität des Unternehmens.

Von 240 Euro auf 170 Euro schraubte Antonin Baudry von der HSBC sein Kursziel für den Wirecard-Anteilsschein herunter. Aber wie Schnitzer von der DZ Bank blieb er bei "Buy". Die Ermittlungen in Singapur wegen angeblichen Unregelmäßigkeiten seien kein Beweis für ein schuldhaftes Vorgehen von Wirecard-Mitarbeitern, so der Analyst.

Die beiden neuen Analysten-Meinungen scheinen den Aufwärtstrend des Wirecard-Kurses aktuell nicht zu belasten. Heute ging es zeitweise um mehr als zwei Prozent nach oben (Stand: 12:00 Uhr).

Unterdessen meldet die "Börsen-Zeitung", dass es "gemäß Berechnungen der Analysten von Oddo Seydler" zurzeit keine Gefahr bestehe, dass das Wertpapier aus dem Dax fliegen wird. "Für die Anwendung der Fast-Exit-Regel am 5. März müsste der Kurs um weitere 66 Prozent auf 35 Euro fallen", so der Pressebericht.

Was ist bei Wirecard passiert?

Das DAX-Unternehmen Wirecard musste innerhalb von zehn Tagen einen Verlust von 8,6 Milliarden Euro an Börsenwert hinnehmen. Grund sind bis dato drei Artikel der "Financial Times". Darin wird Wirecard vorgeworfen, eigene Bilanzen manipuliert zu haben – Gift für jedes börsennotiertes Unternehmen. Wer recht hat, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzusehen. Ermittlungen laufen, Gerichtsprozesse werden angestrengt. Fakt ist aber, dass Wirecard nicht das erste Mal mit Betrugs-Vorwürfen konfrontiert wurde. Auf der anderen Seite stehen Meinungen im Raum, dass externe Stellen versuchten, den vergleichsweise schwankungsbreiten Kurs der Wirecard-Aktie zu manipulieren, um davon zum Beispiel als Shortseller zu profitieren. Die Auflösung der Irrungen und Wirrungen rund um Wirecard wird die Anleger-Gemeinde noch länger beschäftigen.

Quellen:

dpa-AFX Analysen I

dpa-AFX Analysen II

Börsen-Zeitung

Wertpapier
WirecardDAX


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