DAX-1,61 % EUR/USD-0,64 % Gold+0,28 % Öl (Brent)-1,80 %

„REGIERUNGEN HABEN UNS NIEMALS GUTES GELD GEGEBEN“

Gastautor: Claudio Grass
18.02.2019, 16:04  |  810   |   |   

Wir sollten uns darüber klar werden, dass der Mensch nur frei sein kann, wenn er private Eigentumsrechte und ein freies Währungssystem genießt. Ein System, in dem Geld – bei steigender Güterproduktion – an Kaufkraft gewinnt und nicht abgewertet wird, da sein Wert nicht mehr von dem Willen einiger «Gottspieler» abhängt. Ohne die Einhaltung dieser Grundprinzipien bleibt uns ein ungleiches Spielfeld, auf dem einige wenige Menschen entscheiden, was Geld ist, wie viel sie davon drucken, wer es zuerst erhält und wieviel Zinsen sie dafür verlangen können.

Auf den ersten Blick mag es unerklärlich und bizarr erscheinen, dass es unseren Regierungen und unseren Herrschern gelungen ist, ihre sprichwörtliche Festung im Währungssystem seit 2.000 Jahren aufrecht zu erhalten. Vor allem, wenn man sich die unzähligen Betrügereien in der Vergangenheit vor Augen führt, wie sie diese Macht und das damit verbundene Zwangsmonopol zum Nachteil ihrer eigenen Bürger oder genauer ihrer Untertanen missbraucht haben.

Mittels Täuschung der Massen und dem Ausnützen ihres blinden Glaubens wurde erreicht, dass die Menschen glaubten, diese gewaltige Macht würde in ihrem Interesse wahrgenommen.  Trotz des alten Sprichwortes, welches besagt, dass «wo die Macht ist, ist der Missbrauch nicht weit». Heute allerdings, da das Misstrauen gegenüber den Regierenden zu Recht stetig wächst, wird immer deutlicher, dass nur wir als Individuen unsere Interessen am besten schützen können. Somit ist es nur eine Frage der Zeit, bis das gesamte ungedeckte Zwangspapiergeldsystem in sich zusammenbricht.

Um jedoch all die Fragen über Geld beantworten zu können, müssen wir zuerst seine Geschichte verstehen – unter Berücksichtigung der Tatsache, dass diejenigen, welche die Geschichte nicht kennen, dazu verdammt sind, diese zu wiederholen.

Die Geschichte des Geldes begann, als die Menschheit sesshaft wurde. Bis zu diesem Zeitpunkt führten die Menschen ein Leben als Sammler und Jäger und lebten vom Angebot naturgegebener Güter. Da sie selber nichts produzierten und einzig die Produkte der Natur konsumierten, wurde diesem natürlichem Angebot nichts hinzugefügt. Als die Menschen jedoch sesshaft wurden und begannen, das Land zu kultivieren, war dies zugleich der Anbeginn von privaten Eigentumsrechten. Sie begannen auch zu erkennen, dass einige unter ihnen bestimmte Aufgaben effizienter und besser ausführen können als andere. Daraus entstand, was wir heute unter dem Begriff „Arbeitsteilung“ kennen. Dies führte zu einer höheren Produktivität und somit einer höheren Wirtschaftsleistung, was wiederum zu einem allgemeinen Anstieg des Wohlstandsniveaus führte. Es entstanden stetig neue Arten von Gütern und Dienstleistungen und somit gewann der Tauschhandel an Bedeutung. Dieser hatte aber auch seine Kehrseiten, denn er brauchte eine so genannte „doppelte Übereinstimmung der Wünsche“, um funktionieren zu können. Um beispielsweise eine Kuh gegen drei Ziegen zu tauschen, muss zuerst jemand gefunden werden, der eine Kuh benötigt, mindestens drei Ziegen besitzt und bereit ist, diese gegen die Kuh einzutauschen.

Das Konzept des Geldes befreite alle Marktteilnehmer von dieser Last. Es wurde jetzt möglich, eine Ware oder genauer gesagt ein hartes Gut von allgemein anerkanntem und akzeptiertem Tauschwert zu nutzen, um diese „Lücke der nicht übereinstimmenden Bedürfnisse“ zu schliessen. Im Laufe der Menschheitsgeschichte haben viele verschiedene Dinge als Geld gedient. Von Rindern und Tabakblätter über Muscheln bis hin zu Handelsperlen. Noch heute verwenden wir Worte, die aus dieser Zeit stammen wie z.B. „Salär“, das auf den lateinischen Begriff „Salarium“ (Salzration) zurückgeführt wird. Damals im römischen Reich war Salz ein Zahlungsmittel, welches von Soldaten Verwendung fand.

Im Laufe von Jahrtausenden haben sich Edelmetalle, insbesondere Gold und Silber, als die beste Form von Geld herauskristallisiert. Warum? Weil die Menschen Gold und Silber um ihrer selbst willen stets als wertvoll einschätzten, noch bevor sie zu „Geld“ wurden. Aus der Geschichte lernen wir, dass Geld nicht aufgrund von Einschränkungen oder Zwang entstanden ist. Wir lernen, dass die Menschen sich selbst in Freiheit entschieden haben, was sie als Geld nutzen wollten, da es über einige besondere Eigenschaften verfügen musste. Vergleichbarkeit – es musste einfach zu erkennen sein, haltbar, teilbar, leicht zu transportieren und es musste selten/knapp sein, damit die Wertaufbewahrungsfunktion ebenfalls gewährleistet war. Gold und Silber erfüllen diese Anforderungen am besten. Sie haben einen „inneren Wert“, sind somit ohne Gegenparteirisiko, da sie nicht vom Zahlungsversprechen eines Dritten abhängig sind.

Heutzutage haben vor allem die Menschen in der westlichen Hemisphäre vergessen, dass Papiergeld einst ein Eigentumsrecht auf eine bestimmte Menge an Gold oder Silber war. Bereits in der Vergangenheit wurde es nicht als ratsam angesehen, mit zu vielen Gold- oder Silbermünzen herumzulaufen. Deshalb begannen die Menschen, ihr Gold beim Goldschmied zu deponieren, der im Gegenzug eine Lagergebühr für die sichere Aufbewahrung verlangte. Die Einleger waren immer noch die Eigentümer und das Gold durfte nicht ausgeliehen werden. Im Gegenzug erhielten sie eine Quittung für ihre Einlagen. Mit der Zeit wurden diese Quittungen selbst zu einem Zahlungsmittel, da sie ein Eigentumsanspruch an physischem Gold und damit «so gut wie Gold» waren. Dies war die Geburtsstunde des heutigen Bankwesens, sowie die „Entstofflichung“ (Papier-Quittungen) des Goldes.

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer