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Gedämpfte Inflationserwartungen belasten den Goldpreis

Gastautor: Sven Weisenhaus
30.03.2019, 08:31  |  1672   |   |   

Die Federal Reserve in den USA (Fed), die Europäische Zentralbank im Euroraum (EZB) und die Bank of Japan (BoJ) haben jüngst allesamt eine abwartende Haltung in ihrer Geldpolitik signalisiert. Das kann man positiv und negativ werten.

Aktienmärkte in abwartender Haltung

Einerseits haben die Märkte damit nun eine relativ hohe Planungssicherheit, was die Zinsen angeht. Denn die drei großen Zentralbanken werden in diesem Jahr mit höchster Wahrscheinlichkeit keine Zinsanhebung mehr vornehmen. Doch andererseits schwächen sich die Wirtschaftsdaten seit geraumer Zeit kontinuierlich ab. Und dass die Notenbanken aktuell derart vorsichtig vorgehen, verheißt für die weitere Konjunkturentwicklung nichts Gutes.

Soll man sich nun also über die länger verfügbare günstige Liquidität freuen oder Angst vor einer anhaltenden oder sich sogar noch verschärfenden Wirtschaftsschwäche haben? An den Aktienmärkten ist man angesichts dieser Fragestellung zurückhaltend. Man will wohl zunächst die weitere Entwicklung abwarten und beobachten. So zumindest lassen sich die Kursentwicklungen in dieser Woche erklären. Denn es gab, wie gestern bereits geschrieben, nur relativ moderate Bewegungen – von Einzelwerten einmal abgesehen.

Staatsanleihen schlagen Gold

Abseits der Aktienmärkte gab es allerdings eine interessante Beobachtung: Staatsanleihen konnten als sichere Häfen deutlich zulegen, während der Goldpreis nachgab – obwohl dieser eigentlich ebenfalls als sicherer Hafen gilt. Letzteres könnte mit sinkenden Inflationserwartungen begründet werden, die mit der Erwartung an eine sich weiter abschwächende Wirtschaft  kompatibel sind. Und Gold gilt auch als Schutz vor Inflation, den man nun eben auf absehbare Zeit nicht braucht.

Gedämpfte Wachstums- und Inflationserwartungen

Vorgestern wiesen aktuelle Inflationsdaten aus Deutschland und Spanien bereits auf einen weiterhin mäßigen Preisdruck hin. In Deutschland ist die jährliche Inflation im März nach vorläufigen Daten nur um 1,3 % gestiegen und damit deutlich schwächer als von der EZB gewünscht (2 %). Vor allem die Kernteuerung zeigt keinen nachhaltigen Aufwärtstrend, was besonders wichtig für die Geldpolitik ist. In den USA liegt die Kerninflation zwar in der Nähe der Zielgröße von 2 %, die auch die Fed verfolgt, und die Inflationserwartungen liegen noch oberhalb der Dezembertiefs, doch sind sie zuletzt wieder gesunken. Und in der Eurozone wurden sogar neue Tiefs markiert.

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