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AKTIE IM FOKUS Wirecard kämpft mit Sonderprüfung um Vertrauen - Aktie steigt

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
21.10.2019, 11:22  |  3610   |   |   

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FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Versuchte Vertrauensbildung: Eine von Wirecard angekündigte Sonderprüfung seiner Bilanzierungspraktiken hat den Aktien des Zahlungsabwicklers am Montag zur Erholung verholfen. Die Papiere setzten sich weiter von ihrem vergangene Woche erreichten Sechsmonatstief ab und gewannen am Vormittag 7,88 Prozent auf 120,45 Euro.

So hatte erst am vergangenen Dienstag ein neuer, kritischer Bericht in der britischen Wirtschaftszeitung "Financial Times" ("FT") einen massiven Kursrutsch um bis zu 23 Prozent auf 107,80 Euro ausgelöst. Erinnerungen wurden wach: Im Frühjahr hatte eine Artikelserie den Aktienkurs binnen gut einer Woche um fast die Hälfte auf 86 Euro abstürzen lassen. Im Zuge von Untersuchungen musste Wirecard dann einräumen, dass einige Geschäfte in Singapur falsch verbucht wurden, aber in deutlich geringerem Umfang als von der Zeitung suggeriert. Systematische Luftbuchungen schließt das Unternehmen aus.

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Nach den erneuten Vorwürfen in der "FT" will die Führungsspitze von Wirecard nun eine unabhängige Untersuchung und hofft, damit alle Vorwürfe umfassend und unabhängig ausräumen zu können. Beauftragt wird die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Am Wochenende noch hatte es Verwirrung gegeben, ob sich das Unternehmen eine Sonderprüfung seiner Bücher in Auftrag gibt.

Am Markt wurde das Vorhaben des Wirecard-Managements positiv beurteilt. Unter anderem begrüßten JPMorgan-Analyst Sandeep Deshpande sowie sein Kollege Knut Woller von der Baader Bank diesen Schritt. Das Vertrauen der Investoren dürfte damit steigen, schrieb Deshpande. Und Woller fügte an: "Wirecard war in dieser Angelegenheit bislang in einer defensiven Position und hatte die Anschuldigungen der "FT" nur von sich gewiesen. Nun aber legt das Unternehmen den Hebel um."

Allerdings bleiben die Experten insgesamt vorerst vorsichtig. Es werde wohl einige Monate dauern, bevor die Ergebnisse von KPMG verfügbar sein werden, hieß es etwa seitens des Bankhauses Lampe. JPMorgan-Experte Deshpande schrieb, dass für eine grundsätzliche Neubewertung der Aktien vor allem einem "ein hohes Maß an Transparenz" nötig sei.

Mainfirst-Analyst Chandramouli Sriraman blies in dasselbe Horn: "Die einzig langfristige Lösung ist ein höheres Maß an Offenlegungen in den Kerngeschäftssegmenten und geographischen Standorten von Wirecard." Da dies bislang nicht gegeben ist, strich er seine Kaufempfehlung für die Papiere. Er bewertet sie nun nur noch mit "Neutral" und senkte sein Kursziel von 220 auf 150 Euro.

Damit traut er den Aktien immerhin eine deutliche Erholung zu. Mit rund 120 Euro notieren diese aktuell etwa 40 Prozent unter ihren Rekordhoch von 199 Euro, auf das sie im September 2018 im Zuge ihres Aufstiegs in den deutschen Leitindex Dax gestiegen waren./ck/men/mis

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Kommentare

Habe mir anhand des Bundesanzeiger mal das Verhalten von Slate Path in nach den FT-Artikeln Anfang 2019 angeschaut.

Die hatten ihre maximale LV-Position Mitte Februar bei Kursen von ca. 115 erreicht. Zwischen Ende April und Ende Mai wurden dann 0,9% LV-Quote glattgestellt, das entspricht Eindeckungen von ca. 1 mio WDI-Aktien. Der Kurs stieg in dieser Zeit von ca. 115 auf ca. 135. Bis Ende Mai dann bis 160, sicher auch, weil andere LV ähnlich agierten. Ich würde mich nicht wundern, wenn uns eine ähnliche Periode auch diesmal wieder bevorsteht. Damals hat es rund 3 Monate gedauert, das wäre dann um den Dezember/Januar herum. Ein bisschen schade für ein paar meiner OS, die dann verfallen, aber man kann nicht immer gewinnen. Habe zum Glück noch welche mit längerer Laufzeit, die können das immer noch kompensieren. Über den Aktienbestand muss ich mir sowieso keine Sorgen machen.

Vielleicht geht es diesmal ja auch schneller - dank des Lerneffektes aus dem ersten Quartal. Lernfähigkeit mal unterstellt.
Zitat von WTB9: WDI ist zu aktuellem Kurs und den enormen Wachstumsraten einfach ein Schnäppchen. Steigender Kurs und die bösen Leerverkäufer bluten aus!

Jetzt liegt's an den Investoren und Aktionären, da die Leerverkäufer mit aktuell unglaublich hoher Quote von 17% nicht weiter aufstocken werden/können.


Bei einem WDI-Kurs nahe an den zyklischen FT-induzierten Skandaltiefs stellt eine LV-Quote von 17% eine wunderbare Kursstütze da. Selbst wenn die LV einen short squeeze, wie beim letzten Mal, vermeiden können, so werden die früher oder später notwendigen kontinuierlichen Eindeckungen zu einer starken Kursstabilisierung und einem kontinuierlichen Aufwärtsimpuls beitragen. Bisher war die Kombination Skandaltief/hohe LV-Quote immer ein guter Zeitpunkt für einen Einstieg.

Erstaunlich nur, das immer noch so viele LV ihre Posis erst NACH den FT-Artikeln eingehen. Das hat sie schon in der Vergangenheit hohe Millionenbeträge gekostet, die haben wirklich nichts gelernt. Auch die „gefürchteten“ Profis kochen also offenbar nur mit Wasser.
WDI ist zu aktuellem Kurs und den enormen Wachstumsraten einfach ein Schnäppchen. Steigender Kurs und die bösen Leerverkäufer bluten aus!

Jetzt liegt's an den Investoren und Aktionären, da die Leerverkäufer mit aktuell unglaublich hoher Quote von 17% nicht weiter aufstocken werden/können.
Zitat von Citizen_Caine: Den Fondsmanagern, Journalisten und Bankern, die über Wirecard sich auslassen, fehlt leider die für solch einen Fall notwendige forensische Expertise. Es geht schließlich hier nicht über bank- bzw. investmentmäßige Fragen sonder um Kriminalistik. Jeder Kriminalist wird sich aber sehr schnell fragen - außer es liegt offensichtlich die Tat eines Wahnsinnigen vor - was für ein Motiv sollte denn der Tat zu Grunde liegen!
Und dann kommen auch noch Vergleiche wie Madoff oder Steinhoff - die Spitze der Laienhaftigkeit! Denn der große Unterschied dieser Firmen zu solchen der Branche der Zahlungsabwickler wie eben Wirecard: letztere Branche boomt über alle Grenzen hinweg raketenhaft. Also ist es auch kein Wunder, wenn Wirecard boomt. Das heißt, die Zahlen sind schon quasi selbstverständlich und daher keinesfalls verwunderlich und damit glaubhaft. Wer aber wird ein so schön reüssierendes Geschäft durch Bilanzfälschungen völlig überflüssigerweise gefährden wollen? Es kommt also das Ergebnis heraus: es liegt kein Motiv für eine Bilanzfälschung vor - im Gegenteil! Und hier zeigt sich nebenbei, daß auch diese Dan McCrum entweder ein wirklich dummer Mensch sein muß oder eben kriminell!


Ich gehe sogar stark davon aus, dass Letzteres beides auf diesen Mäc Krumm zutrifft, wie der Name selbst sugerrieren lässt. Es spricht jedoch auch Bände und das gegen FT. Angebliches Renommierte Blatt verkommt zum Basher und ständige Fehl- und Falschinformationen sollten jeden treuen Leser von diesem Blatt abwenden lassen. Wenn WDI mein Laden würde ich sofort auf Rufschädigung in Milliarden Höhe klagen und ebenfalls verlangen, sobald durch KPMG geprüft auf der Titelseite um Richtigstellung, damit auch der letzte Leser kapiert mit welchem Dummen Blatt er seine wertvolle Zeit verplempert. Da kann man ebenso den Wirtschaftsteil der Bildzeitung lesen, der jedenfalls besser recherchiert ist!
Den Fondsmanagern, Journalisten und Bankern, die über Wirecard sich auslassen, fehlt leider die für solch einen Fall notwendige forensische Expertise. Es geht schließlich hier nicht über bank- bzw. investmentmäßige Fragen sonder um Kriminalistik. Jeder Kriminalist wird sich aber sehr schnell fragen - außer es liegt offensichtlich die Tat eines Wahnsinnigen vor - was für ein Motiv sollte denn der Tat zu Grunde liegen!
Und dann kommen auch noch Vergleiche wie Madoff oder Steinhoff - die Spitze der Laienhaftigkeit! Denn der große Unterschied dieser Firmen zu solchen der Branche der Zahlungsabwickler wie eben Wirecard: letztere Branche boomt über alle Grenzen hinweg raketenhaft. Also ist es auch kein Wunder, wenn Wirecard boomt. Das heißt, die Zahlen sind schon quasi selbstverständlich und daher keinesfalls verwunderlich und damit glaubhaft. Wer aber wird ein so schön reüssierendes Geschäft durch Bilanzfälschungen völlig überflüssigerweise gefährden wollen? Es kommt also das Ergebnis heraus: es liegt kein Motiv für eine Bilanzfälschung vor - im Gegenteil! Und hier zeigt sich nebenbei, daß auch diese Dan McCrum entweder ein wirklich dummer Mensch sein muß oder eben kriminell!

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