Die Corona-Krise führt auf breiter Basis zu Ratingverschlechterungen

Gastautor: Dr. Ulrich Kater
09.05.2020, 15:11  |  2780   |   |   

Makroökonomisches Umfeld: Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben die Weltwirtschaft bereits im März in eine schwere Rezession gestürzt. Infolge des deutlichen Rückgangs der Ölnachfrage sind die Ölpreise eingebrochen, was für viele Ölproduzenten zu einer massiven Belastung von Leistungsbilanzen, öffentlichen Haushalten und Wirtschaftswachstum führt. Der internationale Reiseverkehr wird sich erst nach Entwicklung eines Impfstoffs normalisieren, womit für viele Schwellenländer eine zweite wichtige Quelle für Deviseneinnahmen zunächst weitgehend wegfällt. Zwar erwarten wir, dass die Pandemie in den kommenden Monaten eingedämmt werden kann und sich die meisten Schwellenländer ab dem dritten Quartal wirtschaftlich wieder etwas erholen, doch die Dynamik des Aufschwungs dürfte schwach sein.
 

Kapitalmärkte: Schwellenländeranlagen konnten sich in den vergangenen Wochen etwas stabilisieren, nachdem es im März zu einem Einbruch gekommen war, doch seit Jahresbeginn liegen die Märkte noch immer deutlich im Minus. Der Ausblick ist von hoher Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung geprägt. Rückläufige Gewinne dürften auf der Aktienmarktentwicklung lasten. Im Segment der Hartwährungsanleihen sind die schwachen Bonitäten stark unter Druck geraten und wir erwarten auch hier keine schnelle Erholung. Auch in den Schwellenländern wird die Geldpolitik gelockert, wodurch EM-Inlandswährungsanleihen gestützt bleiben. Doch die niedrigen Zinsen erhöhen die Abwärtsrisiken für EM-Währungen.

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Dr. Ulrich Kater
Chefvolkswirt, DekaBank

Der promovierte Volkswirt war von 1995 bis 1999 im Stab der „fünf Wirtschaftsweisen“ für die Themen Geldpolitik und Kapitalmarkt verantwortlich. Seit 1999 hat er maßgeblich zum Aufbau der Volkswirtschaftlichen Abteilung der DekaBank beigetragen, ist seit 2004 Chefvolkswirt der DekaBank und übernahm 2006 den Vorsitz der Kommission Wirtschaft und Finanzen im Verband Öffentlicher Banken, den er bis heute innehat.

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