DAX-Wochenplan: Verfallstag im DAX weniger spannend als Wirecard

DAX-Wochenplan Verfallstag im DAX weniger spannend als Wirecard

21.06.2020, 12:25  |  12033   |   |   

Blicken wir nach dem Verfall wieder mehr auf den DAX und beruhigen sich die Nerven bei den Wirecard-Marktteilnehmern?

Die Handelswoche startete sehr euphorisch und konnte sich der 12.000er-Marke wieder annähern. Der Sprung darüber gelang ab Dienstag, doch danach verharrte der Markt eher in einer Seitwärtsphase und brachte ein Unternehmen in den Fokus der Anleger: Wirecard.

Ab rund 11.600 Punkten startet dabei der DAX am ersten Handelstag mit einem so genannten "Intraday-Reversal" in die Woche. Hierbei legte er den Grundstein für die weiteren Aufschläge am Dienstag und Mittwoch.

Eine solch dynamische Marktumkehr ist von einem Umdenken der Marktteilnehmer geprägt und zieht oftmals weitere Käufer an, so dass sich der Montag letztlich als "Bärenfalle" im Chartbild entpuppte.

Darauf folgten ab Mittwoch keine weiteren dynamischen Bewegungen, die Volatilität nahm ab und im Vorfeld des großen Verfallstages an den Terminbörsen wurde Zurückhaltung geübt. Auch wenn das Volumen am Hexensabbat (so wird der dreifache Verfallstag genannt) selbst gewohnt hoch war, schwankte der Gesamtmarkt mit 128 Punkten extrem wenig. Es scheint, dass bereits der Großteil der Marktteilnehmer ihre Termingeschäfte im Vorfeld auf diesen Handelsbereich hin ausgerichtet hatten.

Von daher sah man im Chartverlauf dieser Woche eine stark abnehmende Schwankungsbreite und ein "Einlaufen" in folgenden Bereich:

 

 

Damit hatte die Volatilität bis Freitag merklich abgenommen, was erfahrungsgemäß nicht von Dauer sein sollte und aus meiner Sicht dem Verfallstag geschuldet war.

Im großen Chartbild spitzt sich daher die Situation zu und läuft auf Sicht von einigen Tagen oder gar Wochen auf eine größere Bewegung hinaus:

 

 

Im Ausblick widme ich mich gleich den Marken, an denen weitere Szenarien greifen könnten.

Verwerfungen und Überraschungen gab es indes bei der Wirecard AG. Das Unternehmen sollte am Donnerstag die bereits mehrfach verschobenen Konzernergebnisse für das Jahr 2019 vorlegen. Im Vorfeld stieg die Aktie entsprechend an, doch der Schock folgte wenig später für alle Aktionäre. Der Konzernbericht konnte nicht vorgelegt werden, weil die Wirtschaftsprüfer von EY das Testat für den Jahresabschluss letztlich verweigerten. Es geht vorrangig um 1,9 Milliarden Euro, über dessen Verbleib der Nachweis fehlt. Damit stehen und fallen Unterstützungen von Banken bezogen auf Kredite und natürlich das Image des Unternehmens.

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2 Kommentare

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Kommentare

Danke für das Feedback! Wie geschrieben wären die 12.530 auch ohne die Punktverluste von Wirecard erreicht worden, sowas konnte niemand erahnen...oder doch...am Ende akzeptieren wir den Verlauf wie er ist.

Ich bin gespannt ob wir unter 12.000 rutschen zur neuen Wocheneröffnung.

Ihnen ebenfalls eine erfolgreiche Woche,
Beste Grüße
Bernecker1977
Guten Tag Andreas Bernstein. Ich bin davon ausgegangen, dass nach dem starken Handelsverlauf am Anfang der Woche. das Touchieren der 12530 um den Verfallstag eher selbstverständlich sein sollte. Dann kam bedauerlicherweise es doch anders. Ja, die stärkere Bewegung ist in den nächsten Wochen saisonal bedingt und mit einer anziehenden Volatilitaet.durchaus wahrscheinlich. Ihnen eine erfolgreiche Handelswoche!

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