ROUNDUP/Metro-Machtkampf Kretinsky will Anteil auf mehr als 30 Prozent erhöhen - Seite 2

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
14.09.2020, 10:05  |  160   |   |   

In Industriekreisen wird davon ausgegangen, dass Kretinsky mit seinem neuen Angebot zum Mindestpreis nun ein paar weitere Aktien einsammeln will, um über 30 Prozent zu kommen. So würde EPGC ein neues, teureres Angebot umgehen - das wieder an der faktischen Sperrminorität von Beisheim und Meridian scheitern könnte. Nach dem Angebot könnte EPCG dann in aller Ruhe weitere Aktien hinzukaufen und seinen Einfluss ausweiten.

Das Analysehaus Jefferies spricht denn auch mit Blick auf den Preis und die fehlende Mindestannahmeschwelle von einem "schleichenden Übernahmeversuch". Die Meridian Stiftung und Beisheim Holding sollten die Offerte ablehnen, da sie deutlich unter dem Angebotspreis vom vergangenen Jahr liege. Ungeachtet dessen erwarten die Jefferies-Analysten um James Grzinic, dass EPGC nun weitere Metro-Aktien am freien Markt hinzukaufen dürfte als Teil seiner Übernahmestrategie.

Thilo Kleibauer vom Analysehaus Warburg Research geht davon aus, dass Kretinsky nach dem angekündigten Rückzug von Metro-Chef Koch einen weiteren Versuch wagen könnte, seinen Einfluss auf strategische Entscheidungen des Konzerns auszuweiten. Allerdings bleibe die Anteilseigner-Struktur komplex. Denn Metro steht an der Konzernspitze nach Jahren der Kontinuität eine große Veränderung ins Haus: Nach elf Jahren im Top-Management ist Schluss für Vorstandschef Koch, der seinen Posten freiwillig räumt. Seine Mission sei erfüllt, hatte der Manager kürzlich verkündet, er wolle seinen Vertrag vorzeitig auflösen.

Koch hat Metro nach und nach zum reinen Großhändler umgebaut. So trennte sich das Düsseldorfer Unternehmen 2015 nach mehreren Anläufen von seinem Warenhausgeschäft Galeria Kaufhof. Der Elektronikhändler Media-Saturn wurde abgespalten und unter dem Namen Ceconomy an der Börse notiert. Zuletzt trennte sich Metro vom chinesischen Einzelhandelsgeschäft und von dem jahrelangen Sorgenkind, der Supermarktkette Real. Durch all diese Schritte gelang es Koch, die Verbindlichkeiten des Konzerns um rund sieben Milliarden Euro zu drücken.

Nun ist der Konzern auf der Suche nach einem neuen Spitzenmanager, bis Ende des Jahres will Koch den Konzern allerdings noch unterstützen. Die Corona-Pandemie und der damit einhergehende Nachfrageeinbruch belasten auch das Geschäft des Handelskonzerns. Die Restaurant- und Hotelschließungen hatten nicht nur Gastronomen und Besitzern selbst zu schaffen gemacht sondern auch dem Großhändler. Seit Mitte März entwickelten sich Umsatz und Ergebnis negativ. Und bis der Außerhaus-Konsum auf Vorkrisenniveau laufe, dürfte es noch dauern, lauteten bereits die Schätzungen des Konzerns vor einiger Zeit./eas/zb/stk

Seite 2 von 3
METRO Aktie jetzt über den Testsieger (Finanztest 11/2020) handeln, ab 0 € auf Smartbroker.de



Diesen Artikel teilen

Diskussion: METRO -- keine Chance gegen Amazon fresh
Wertpapier



0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

ROUNDUP/Metro-Machtkampf Kretinsky will Anteil auf mehr als 30 Prozent erhöhen - Seite 2 Im Kampf um den Handelskonzern Metro will der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky seine Macht weiter ausbauen. Den Anteilseignern werde ein freiwilliges Übernahmeangebot von wahrscheinlich 8,48 Euro je Stammaktie sowie zirka 8,87 Euro je …

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel