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„Weggwerfgesellschaft“ Werden Produkte extra so gemacht, dass sie eher kaputt gehen?

Eine verbreitete These besagt, im Kapitalismus würden massenweise und zunehmend Produkte extra so hergestellt, dass sie schnell kaputt gehen. Die These ist nicht neu – aber was ist wirklich dran?

Ein Hauptthema der antikapitalistischen Konsumkritik ist die sogenannte „Obsoleszenz“. Schon der Begriff ist schillernd, weil ganz unterschiedliche Sachverhalte darunter zusammengefasst sind, die im Grunde wenig miteinander zu tun haben. In Wikipedia lesen wir zu dem Begriff: „Obsoleszenz ist in der Wirtschaft und insbesondere in der Industrie das Veralten von Produkten – oder auch von Wissen – durch die begrenzte Haltbarkeit technischer Bauteile und den Wandel von Mode oder technischem Fortschritt. Wird dieser Prozess durch die Hersteller aus marktstrategischen Gründen bewusst herbeigeführt, spricht man von geplanter Obsoleszenz.“

Gezielt werden oftmals die sogenannte technische und die psychologische Obsoleszenz vermengt, damit das Problem möglichst groß erscheint. Dabei handelt es sich in Wahrheit bei der „psychologischen“ Obsoleszenz meist um gar kein Problem, sondern um etwas sehr Positives, nämlich technischen Fortschritt, der zu erhöhtem Kundennutzen führt:

Warum ich meinen Plattenspieler entsorgt habe

Dass Produkte entsorgt werden, obwohl sie technisch noch haltbar sind, ist an sich überhaupt nicht kritikwürdig. Ich habe irgendwann meinen Schallplattenspieler und meinen Kassettenrekorder entsorgt, weil die CD erfunden worden war. Beide Geräte hätten sicher noch viele Jahre gehalten. Bin ich Opfer der Manipulation durch kapitalistische Werbung geworden? Nein, ich hatte mich früher oft über Kratzer in der Schallplatte geärgert (für die Jüngeren: Kratzer führten dazu, dass die Platte ‚hing’ oder ‚sprang’) und über „Bandsalat“ bei meinem Kassettenrekorder (für die Jüngeren: dadurch gingen die Kassetten kaputt) und war froh, dass es nun ein Gerät gab, bei dem ich mich über beides nicht mehr ärgern musste.

Ich habe mein altes Nokia-Handy geliebt, bei dem der Akku tagelang gehalten hat. Ich hatte sogar gleich mehrere auf Vorrat gekauft, für den Fall, dass es das Modell irgendwann nicht mehr geben könnte. Doch irgendwann bin ich auf das Iphone umgestiegen. Habe ich das getan, weil böse Werbestrategen von Apple mich manipuliert haben? Nein, der Grund war, dass es viele für mich sinnvolle Funktionen hat, die meine alten Nokia-Handys nicht hatten. Ich war früher stolzer Besitzer eines Videorekorders, aber ich ärgerte mich immer wieder über „Bandsalat“, der die Videokassetten zerstörte. Deshalb war ich froh, als die DVD erfunden wurde, denn damit hatte sich dieses Problem erledigt. Den Videorekorder warf ich weg, obwohl er technisch noch funktionsfähig war.

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Nachrichtenquelle: Rainer Zitelmann
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