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Nach Gamestop und AMC Beyond Meat: Wird die hohe Shortsellerquote zum Kurs-Katalysator der Aktie?

Die hochvolatile Beyond-Meat-Aktie hat in den vergangenen sechs Monaten fast die Hälfte ihres Wertes verloren. Laut Financial Times gehört das Unternehmen zu einem "der am meisten geshorteten auf dem US-Aktienmarkt".

Seit einer Umsatzwarnung Ende Oktober 2021 sind die Short-Positionen auf Beyond Meat-Aktien um 40 Prozent gestiegen, berichtete die Financial Times kürzlich. Kurze Zeit später meldete das kalifornische Unternehmen weniger Umsatz als erwartet für das dritte Quartal und senkte die Umsatzprognose für das folgende Quartal.

Konstantin Oldenburger, Marktanalyst bei CMC Markets ordnet das Geschehen für uns ein: "Der Abverkauf der Beyond Meat-Aktie begann eigentlich erst so richtig, nachdem die Quartalszahlen im November die Investoren enttäuscht und geschockt hatten. Das Unternehmen blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück. Der Aktienkurs des auf pflanzliche Fleischersatzprodukte spezialisierten Unternehmens ist im vergangenen Jahr um 53 Prozent eingebrochen. Nach einem starken Börsendebüt im April 2019 und einem Kursanstieg auf über 235 US-Dollar liegt der Kurs heute bei 66 US-Dollar, also satte 72 Prozent unter dem Allzeithoch."

Seitdem haben sich Leerverkäufer auf die Aktie gestürzt. Laut Daten von S3 Partners entfielen am 10. Januar 42 Prozent der frei gehandelten Aktien von Beyond Meat auf Shortseller - der höchste Anteil im Russell-1000-Index der größten börsennotierten Unternehmen in den USA.

Ist Beyond Meat noch ein Wachstumsunternehmen?

Laut Oldenburger versuche das Unternehmen zwar, seine Marktreichweite und Produktpalette zu erweitern, die Umsätze konnten aber kaum gesteigert werden. Darüber hinaus verliere die anfängliche Begeisterung über die massenhafte Umstellung auf eine nachhaltige Lebensweise möglicherweise ihren Reiz, glaubt der Marktanalyst: "Trotz des Abverkaufs wird Beyond Meat immer noch zum zehnfachen des Umsatzes gehandelt. Klassische Konsummittel- und Nahrungsmittelhersteller werden eher mit dem vierfachen des Umsatzes gehandelt, sodass man argumentieren könnte, dass Beyond Meat mit einem Premium gehandelt wird."

Wenn das Wachstum nicht bald wieder kommt, könnte also eine weitere Anpassung nach unten stattfinden, glaubt Oldenburger: "Im Vergleich dazu wird Tyson Foods, dass traditionelle Fleischsorten wie Hühner-, Schweine- und Rindfleisch verkauft, derzeit mit weniger als dem 1-fachen des Umsatzes gehandelt. Im Geschäftsjahr 2021 verkaufte Tyson Produkte im Wert von 47 Milliarden US-Dollar, während Beyond Meat rund 465 Millionen US-Dollar umgesetzt haben dürfte. Das ist ein deutlicher Unterschied."

Warum die hohen Shortpositionen?

Trotz allem habe Beyond Meat weiterhin seine Fans, die Produkte sind noch immer beliebt. So gab es auch einige positive Ankündigungen in den vergangenen Monaten betont Konstantin Oldenburger im Gespräch mit wallstreet:online: "All die neuen Expansionen erwecken den Eindruck eines Wachstumsunternehmens, aber mit dem exponentiellen Umsatzwachstum hat es bisher eben noch nicht geklappt. Für die Anleger ist jedoch das Rentabilitätspotenzial irgendwann von Bedeutung. Und dieses ist derzeit leider nicht in Sicht. Das könnte auch die hohe Leerverkaufspositionen erklären."

Hinzu komme, dass die Kosten für die Zutaten von Beyond Meat explodieren, meint Oldenburger. So habe sich beispielsweise der Preis für gelbe Erbsen in den Jahren 2020/21 mehr als verdoppelt. Beyond Meat habe jedoch Festpreisvereinbarungen für die meisten seiner Erbsenproteinlieferungen abgeschlossen. In seiner Gewinnmitteilung für das dritte Quartal erklärte das Unternehmen daher, dass es kurzfristig keine Auswirkungen von Preiserhöhungen bei Erbsenproteinisolat erwartet.

Wie geht es jetzt weiter?

Für Marktanalyst Oldenburger sei vor allem der Faktor Zeit für Beyond Meat ausschlaggebend: "Das Unternehmen muss sich am Markt etablieren, Prozesse verschlanken, noch mehr Bekanntheit erreichen und irgendwann einen Gewinn ausweisen. Wenn diese grundlegenden Dinge etabliert und erreicht werden, könnten in Zukunft auch wieder goldene Zeiten anstehen. Mit den großen Leerverkaufspositionen könnte dann ein zusätzlicher Katalysator für einen Kursanstieg schnell gefunden sein, man mag sich an AMC oder Gamestop erinnern. Derzeit gilt es aber auch, den Corona-Tiefpunkt in der Aktie bei 48 US-Dollar im Blick zu haben."

Autorin: Gina Moesing, wallstreet-online Zentralredaktion






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