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ROUNDUP: Biogens Alzheimer-Mittel bremst geistigen Abbau - Längere Studien nötig
Foto: Arne Dedert - DPA

ROUNDUP Biogens Alzheimer-Mittel bremst geistigen Abbau - Längere Studien nötig

NEW YORK (dpa-AFX) - Forscher haben neue Studiendaten zum großen Hoffnungsträger der US-Firma Biogen und des japanischen Partners Eisai in Kampf gegen Alzheimer veröffentlicht. Das bereits an der Börse vor einigen Wochen als womöglich großer Erfolg gefeierte Mittel Lecanemab zeigte in den Tests positive Ergebnisse, wie die Forscher im New England Journal of Medicine schrieben. Die Therapie verlangsamte demnach das Fortschreiten der Krankheit. Doch bei vielen Patienten gab es auch schwere Nebenwirkungen. In der Fachwelt werden die Ergebnisse nun rege diskutiert - auch weil es Todesfälle in Verbindung mit der Einnahme des Mittels gegeben haben soll. Laut Eisai gehen diese aber nicht auf die Behandlung zurück.

Für Biogen wäre ein Zulassungserfolg von Lecanemab essenziell. Denn nach dem Wirbel um das Alzheimer-Medikament Aduhelm steht auch die eigene Reputation auf dem Spiel: Die US-Medikamentenaufsicht FDA hatte Aduhelm im Sommer 2021 zugelassen, obwohl der Nutzen nicht klar belegt war. Krankenkassen hatten sich daraufhin quer gestellt, die sehr hohen Kosten zu übernehmen. Dies hatte auch den Aktienkurs schwer belastet.

Ende September nach Bekanntwerden der ersten Studienresultate zu Lecanemab war das Biogen-Papier dann allein binnen eines einzigen Handelstages um fast 40 Prozent nach oben geschnellt und hat sich seitdem noch moderat weiter erholt. Zum Handelsschluss an der Nasdaq am Dienstagabend notierte das Papier bei gut 291 Dollar, am Mittwoch stand es vorbörslich 3 Prozent im Plus. Im Juni des vergangenen Jahres kurz nach der Zulassung von Aduhelm hatte die Aktie allerdings noch fast 470 Dollar gekostet.

Der Antikörper Lecanemab könne Alzheimer nicht heilen oder aufhalten, aber den geistigen Abbau relevant verlangsamen, urteilte der deutsche Alzheimer-Forscher Frank Jessen vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), der nicht an der Studie beteiligt war. Er spricht von einem "historischen Meilenstein in der Alzheimer-Forschung".

Die Sicherheit der Behandlung müsse in längeren Studien weiter untersucht werden, schrieben die Forscher. Sie berichteten von Nebenwirkungen wie Hirnschwellungen und Mikroblutungen im Gehirn. Diese traten in über einem Fünftel der Fälle auf - im Vergleich zu nur gut 10 Prozent in der Vergleichsgruppe, die mit einem Placebo behandelt wurde.
Todesfälle seien als Folge der Behandlung nicht aufgetreten, hieß es weiter. Vor wenigen Tagen erschien allerdings im Fachmagazin "Science" ein Beitrag über einen Todesfall im Zusammenhang mit der Therapie, insgesamt sei es der Zweite. Dies müsse man sehr genau beobachten, sagte Jessen. Er könne sich vorstellen, dass es bei einer Zulassung Beschränkungen für bestimmte Patientengruppen gebe, etwa für Menschen mit erhöhter Blutungsneigung.


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Nachrichtenagentur: dpa-AFX
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