US-Wahl
Mit Harris wird alles gut?! Ein Trugschluss
Die meisten Amerikaner trauen Donald Trump eine deutlich größere Wirtschaftskompetenz zu und unterstützen den klaren Fokus auf den Slogan „America First“.
- US-Wahl beeinflusst deutsche Autobranche stark.
- Trump setzt auf Protektionismus, auch Biden folgt.
- Harris könnte IRA-Politik fortsetzen, keine Wende.
- Report: Goldpreis nicht zu stoppen

Nach eigenen Aussagen sind „taxes“ (Steuern) eines der Lieblingsworte von Donald Trump. Er hat in den vergangenen Wochen immer wieder darauf hingewiesen, dass er die heimische Wirtschaft und speziell die eigene Autoindustrie bei einer erfolgreichen Wiederwahl spürbar gegen die internationale Konkurrenz absichern will.
Heißt das Prorektionismus pur? Ist mit dem Republikaner Trump die Weltwirtschaft auf Abwegen?
Hierzulande herrscht oft durchgängig die Meinung, dass bei einem Wahlsieg der Demokratin Kamala Harris alles gut werde. So unspezifisch und ungenau. Eben ein Gefühl oder eine Meinung. OK!
Hier sei an den Kurs der Demokraten vor vier Jahren erinnert: Joe Biden wird 2020 Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Ist deshalb die "America First"- Strategie seines Vorgängers ad acta gelegt worden?
Mitnichten! Was als überzogenes "Biden-Bashing" betitelt wurde, ist bei Trump von Beginn an diskreditiert worden. Mag das Auftreten von Trump unpopulär sein. Vielmehr möchte er eines sein: unberechenbar. Das mag viele verschrecken und bricht mit dem "Common-Sense", der bisher unter Berufspolitikern üblich war. Aber er möchte sich nicht in die Karten schauen lassen und den "besten Deal."
Tatsächlich pumpt China Milliarden in die heimische Elektroauto-Industrie. Denn durch die hohen Staatssubventionen kann China billiger auf dem Weltmarkt anbieten. Die Entscheidung von Trump gegen China erstmals erhöhte Zölle gegen importierte Elektroautos zu erheben, hat daher auch die Biden-Regierung mindestens übernommen. Begründung: Zum Schutz der heimischen Industrie. Besonders Solarpanels und Elektroautos aus China standen für die Biden-Regierung ganz oben auf der Zoll-Liste.
Tatsächlich hat also Joe Biden Trumps Zölle übernommen und mit dem Inflation Reduction Act (IRA) sogar noch verschärft. Denn dieser sieht wiederum vor, dass die US-Industrie massiv subventioniert wird. Mit 430 Millarden US-Dollar. Und das zu Lasten der importierenden Industrie, also auch der deutschen.
EU-Präsindentin Ursula von der Leyen und der französiche Staatspräsident Emmanuel Macron bezeichneten den IRA sogar als "wettbewerbsverzerrend".
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Auch hiervon ist die deutsche Automobilindustrie betroffen.
So hat Audi reagiert und den Bau eines neuen Werkes in den Vereinigten Staaten in Betracht gezogen. Als direkte Konsequenz des IRA baut auch BMW dort eine Batteriefabrik.
Was würde eine Wahlsiegerin Harris tun? Sicherlich dem IRA ihres Amtsvorgänger Bidens weiterverfolgen. Bis jetzt hat sie noch nicht anderes verlautbaren lassen.
Harris also als "Heilsbringerin" oder Lichtgestalt der Weltwirtschaft darzustellen wäre also genauso waghalsig, wie Trump als einen puren Protektonisten zu betiteln.
Autor: Krischan Orth, wallstreetONLINE Redaktion
