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Wochenausblick EURUSD + Dax

Gastautor: Markus Fugmann
24.10.2011, 13:44  |  2057   |   |   

 

Euro-Dollar:

 

 

DAX mit festem Hebel folgen [Werbung]
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In einer Spanne zwischen 1,3910 und 1,3650 handelte in der letzten Handelswoche der Euro-Dollar. Mehr denn je war der Kursverlauf geprägt durch Spekulationen über den EU-Gipfel bzw. Äusserungen von Politikern, die zu einem recht ziellosen Auf und Ab des Kursverlaufs führten. Zwischenzeitlich schien sogar eine Absage des Gipfels im Raum zu stehen, da der Haushaltsausschuß des Deutschen Bundestags noch keine Entscheidung getroffen hatte und Merkel daher nicht handlungsbefugt war. Man einigte sich dann auf den Kompromiß, am gestrigen Sonntag die Dinge so weit voran zu treiben, daß dann auf einem eilens einberaumten zweiten Gipfel am Mittwoch Beschlüsse gefasst werden können.

So weit, so unklar. Man kann von einem echten Politikversagen insbesondere der deutschen Regierung sprechen, das zu dieser Situation geführt hat. Auf dem gestrigen Gipfel ging es dann erstens um die Griechenland-Frage (haircut), zweitens die Bankenfrage (Aufstockung Eigenkapital) und schließlich am Wichtigsten, den Rettungsfonds EFSF.

Daß Euro-Dollar heute (zumindets anfangs) positiv reagiert, scheint einem merkwürdigen, aber offenkundig menschlichen Mechanismus geschuldet zu sein: die Hoffnung stirbt zuletzt. Was immer die Verantwortlichen aber am Mittwoch beschließen, die Haltwertszeit dieser Beschlüsse wird ohnehin nur von kurzer Dauer sein. Warum?

Erstens, weil das Grundproblem der exzessiven Verschuldung ja nicht gelöst wird, sondern im Grunde nur Haftungsfragen diskutiert werden, an deren Ende so oder so die derzeit noch gut aufgstellten Länder wie Deutschland ihre gute Bonität verlieren werden. Die Krise, da wiederholen wir uns, wird sich von der Peripherie ins Zentrum fressen; Frankreich aber ist das schwächste Glied im Zentrum, bevor dann Deutschland an der Reihe ist.

Der zweite Grund ist aber viel entscheidender: das Vertrauen ist weg, daß Schulden schon irgendwie zurück gezahlt werden. Es dämmert nämlich auch den einfacher gestrickten Akteuren, daß die Staatsverschuldungen im Grunde ein Schneeballsystem sind, bei dem alte Schulden durch neu aufgenommene Kredite bedient werden. Das geht so lange gut, als alle Akteure daran glauben, daß es gut geht. Wenn aber der Glaube daran erst einmal "angeknackst" ist, ist das Spiel bereits verloren. Das ist wie bei der Religion: wenn der Zweifel einmal da ist, ist die Naivität des Glaubens nicht mehr dieselbe wie zuvor. So hat sich ja auch das Christentum nie wirklich von der Aufklärung erholt, heutzutage glaubt man, obwohl es widersinnig bzw. unlogisch ist, aber die unerschütterliche Glaubensgewißheit des Mittelalters ist unwiederbringlich verloren.

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