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DIW-Präsident redet Klartext Schockierend, einseitig, irreführend - So verlogen ist die deutsche Flüchtlingsdebatte!

04.11.2015, 15:42  |  11485   |  28   |   

Schluss mit der Angstschürerei! Marcel Fratzscher platzt in der Flüchtlingsdebatte der Kragen. Er sagt: Flüchtlinge erwirtschaften mehr als sie uns kosten.

Er finde es schockierend, wie einseitig die Debatte geführt werde, sagt der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung im Interview mit der „Welt“. Der Fokus liege allein auf angeblich drohenden Steuererhöhungen und Transferzahlen (Lesen Sie hierzu: "Hans-Werner Sinn: Mindestlohn oder Flüchtlinge - Beides geht nicht!"). Das hält Fratzscher für falsch. Die Flüchtlinge nur auf die entstehenden Kosten zu reduzieren, greife nicht nur zu kurz, sondern sei schlicht irreführend. „Aus dieser Sicht wäre auch die Hälfte aller Deutschen für den Staat ein Minusgeschäft“, konstatiert Fratzscher.

Der DIW-Präsident will viel lieber über die Chancen der Flüchtlingskrise sprechen. Diese sei nämlich „ein Weckruf“ für die Politik, nun endlich notwendige Reformen anzustoßen. Der Staat habe erkannt, dass er mehr in Bildung und Infrastruktur investieren müsse. Allerdings habe es diesen Nachholbedarf laut Fratzscher auch schon vor der Flüchtlingskrise gegeben. „Deshalb finde ich es etwas verlogen, wenn die Debatte jetzt nur wegen der Flüchtlinge aufgemacht wird.“ Anstatt über Steuererhöhungen zu diskutieren, sollten wir überlegen, wie staatliche Leistungen verbessert und reformiert werden könnten, fordert der DIW-Präsident.

„Flüchtlinge schaffen einen Mehrwert für die deutsche Wirtschaft“

Deshalb müsse sich die Debatte weg von den Kosten und hin zu den Chancen bewegen, die durch die Flüchtlinge entstehen. Ja, die Integration würde teuer werden und viele Jahre dauern, das wolle er auch gar nicht beschönigen, sagt Fratzscher. Zur Wahrheit gehöre seiner Meinung nach aber auch die Tatsache, dass viele Flüchtlinge schon nach wenigen Jahren einen Mehrwert für die deutsche Wirtschaft schaffen: „Ja, Flüchtlinge schaffen Einkommen, steigern die Unternehmenserträge und erhöhen die Produktivität der Firmen. Davon profitieren auch ihre deutschen Kollegen. Und schließlich steigern die neuen Mitbürger die Nachfrage. Nach unseren Berechnungen erwirtschaftet ein Flüchtling nach fünf bis sieben Jahren mehr, als er den Staat kostet.“

Damit das auch tatsächlich geschehen kann, müssten sich Wirtschaft und Politik die Kosten der Integration teilen. Und ja, sagt Fratzscher, notfalls müsse der Staat dafür auch Schulden machen. Außerdem sollten Flüchtlinge dorthin, wo die Arbeitsplätze sind. „Eine Verteilung nach Wohnraum macht keinen Sinn.“ Seiner Ansicht nach müsse der Staat im Zweifel eben in Ballungszentren Wohnraum schaffen, etwa durch bessere Anreize für den privaten Wohnungsbau.

Keine Angst vor der neuen Konkurrenz!

Die Angst, deutsche Arbeitnehmer könnten durch die Flüchtlinge ihre Arbeitsplätze verlieren, hält er dagegen für unbegründet. Einerseits verhinderten Sprachbarrieren oftmals eine direkte Konkurrenz. Andererseits rutschten bereits vorhandene Arbeitskräfte die Leiter hoch, weil sie sich wegen der Einwanderung weiterbilden. Außerdem, so Fratzscher, lehre uns die Wissenschaft, dass Einwanderungswellen in der Vergangenheit keinen oder nur einen geringen Effekt auf die Arbeitsplätze und Löhne Einheimischer gehabt hätten. Und noch etwas lässt den DIW-Präsidenten optimistisch in die Zukunft blicken: „Auch Deutschland hat bereits gezeigt, dass es Flüchtlinge erfolgreich integrieren kann.“

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Kommentare

Herr Fratzscher übt ein politisches Amt aus; seine 'Aussagen sind als Alibi für die Regierung zu verstehen. wie die von allen anderen Steigbügelhaltern auch.
Dass er als Ökonom ausgerechnet von der Kostenfrage weg und lieber über imaginäre Chancen sprechen möchte, ist doch ein Indiz dafür.

Zustimmen muss man ihm bei der Frage der Verteilung; allerdings sind die Ansprüche in den Regionen mit annähernd Vollbeschäftigung für über 90% der Ankömmlinge zu hoch.

Fakt ist doch; dass wir auf die Zuwanderer für den Arbeitsmarkt nicht brauchen und trefflich verzichten könnten, denn es gibt im eigenen Land Millionen, die nicht erst in wenigen Jahren einen Mehrwert erwirtschaften könnten; sondern praktisch sofort; wo sind die Stellen dafür, Herr Fratzscher ? ?
So ein Schwachsinn - selten soviel Mistbock gelesen.

Der Typ ist dermassen realitätsfremd - hat wohl noch nie an der Basis gearbeitet.

Klar das die Industrie sich freut, wenn die Löhne sinken. Sind ja dank Merkel und Gabriel eh dabei die Demokratie abzuschaffen und eine Unternehmergesellschaft zu etablieren.

Und - es wird keine Intergration gelingen spätestens in 10-15 Jahren gibt es hier einen Bürgerkrieg der sich gewaschen hat - und der wird religiös motiviert sein.

Grenzen zu - und Schluss mit Durchalteparolen der Patin im Bundeskanzleramt.

Rechtsbrüche wohin man schaut - und das gegen alle rechtsstaatlichen Prinzipien.

Das Grundgesetz, die Mastrichtverträge und vieles mehr werden mit Füssen getreten.

Art. 20 GG verpflichtet. Konsumentenboykott und die Beschränkung aufs wesentliche - eine andere Sprache verstehen die Industriellen nicht.

Bomben im nahen Osten werfen, Drohnenmorde vom deutschen Boden aus . Was muss noch passieren, damit die Menschen in diesem Land erwachen?

Eine osmanische Expansion ist keine Einwanderung, sondern eine Besetzung - unkontrolliert und illegal.

Sowas nenne ich Zerstörung der deutschen Kultur und Geschichte - die Bilderberger lassen nichts unversucht.

Unsäglich was in diesem Land passiert. Unfassbar - und das nach den Erfahrungen mit dem dritten Reich.
Zitat von AHEO: Dieser Herr überschätzt sich gewaltig. Es SOLLEN ja bis zu 20 Prozent Analphabeten sein. Wer bis 20 keine Möglichkeit hatte eine Schule zu besuchen für den ist es vorbei. Nebenbei auch noch eine Fremdsprache in einem fremden Land lernen. Weitere 30 Prozent SOLLEN nur die Grundschule besucht haben. Und nur 10 Prozent eine gute Ausbildung aufweisen können.

Fratsche hör auf zu Dratsche, du produzierst nur Müll.


Es wird halt leider auf allen Seiten meist nur Müll produziert. Wie soll da irgendwer sinnvolle Entscheidungen treffen...

Wenn es irgendwelche Quellen zu den Zahlen gibt, wäre ich dankbar. Ansonsten habe ich gehört, SOLLEN 90% der Deutschen (meist nicht von ihnen selbst) erfundene Statistiken kundtun.
Jawohl Herr Fratze,

die Flüchlinge erwirtschaften mehr als sie uns kosten. Das unterschreibe ich bedingungslos. Man darf nur nicht so dämlich sein, auch nach "erwirtschaften" noch ein "uns" zu sehen, das überhaupt nicht vorhanden ist.
Wollen wir diesen suggesstiven Satz doch einmal ausformulieren: "Die Flüchtlinge erwirtschaften für uns (die Wirtschaft) viel mehr als sie uns (die Wirtschaft) kosten, denn die Hauptlast der Kosten tragen nicht wir (die Wirtschaft), sondern wir (das gemeine Volk). So wie sich die Dinge entwickeln wird das Verhältnis zwischen "wir" und "wir" ein höchst auskömmliches sein (für "uns" natürlich, nicht für "uns").

Ich bin ganz bei Ihnen.

Disclaimer

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