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Tesla vs. Daimler und BMW: Der ultimative Vergleich

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
13.04.2017, 09:35  |  6437   |   |   

Der amerikanische Elektroautopionier Tesla (WKN:A1CX3T) beherrscht derzeit die Schlagzeilen, weil seine Aktie durch die Decke schießt.

Besonders für Amerikaner ist interessant, dass Tesla zeitweise sowohl GM als auch Ford an Börsenwert überholt hatte. Dementsprechend waren viele in den letzten Tagen damit beschäftigt, diese sehr verschiedenen Autohersteller miteinander zu vergleichen.

Wie steht Tesla aber im Vergleich zu den deutschen Premiumherstellern Daimler (WKN:710000) und BMW (WKN:519000) da? Den ultimativen Vergleich bekommst du hier.

1. Marktkapitalisierung

Zunächst sollten wir einmal die Marktkapitalisierung betrachten. Trotz eines starken US-Dollars ist Tesla noch relativ weit von den Börsenwerten von BMW und Daimler entfernt.

Die beiden deutschen Hersteller bringen, trotz der noch nicht überwundenen Flaute ihrer Aktienkurse, noch circa zwischen 7 und 26 Milliarden Euro mehr auf die Waage als ihre kalifornische Konkurrenz. Böse Zungen könnten jetzt im Bezug auf die großen amerikanischen Hersteller behaupten, dass das einfachste Mittel, sich Tesla vom Hals zu halten ist, bessere Autos zu bauen.

Unternehmen Marktkapitalisierung in Mrd. Euro
Tesla 47
BMW 54
Daimler 73

Quelle: Bloomberg, Börsenschlusskurse 11.04.2017

2. Absatz

Wer sich allerdings den Absatz der drei Autohersteller ansieht, wird sofort bemerken, dass sich Teslas Bewertung an der Zukunft orientiert. Im ersten Quartal dieses Jahres wurden circa 25.000 Model S und X ausgeliefert. Das ist ein verschwindend geringer Absatz im Vergleich zu BMW und Daimler.

Anders sieht es schon aus, wenn man sich das mittelfristige Ziel ansieht, denn schon in wenigen Jahren will Tesla mit seinen jährlichen Absatzzahlen die Millionenmarke knacken.

Unternehmen Absatz 2016 in Tausend Absatz 2017
Tesla 76 abhängig von Model 3-Produktion weit über 100.000
BMW 2.367 geringes Wachstum
Daimler 2.228 geringes Wachstum

Quellen: Automobilwoche, Unternehmensberichte

3. Umsatz

Sehr ähnlich verhält es sich mit dem Umsatz. Noch ist Tesla meilenweit von BMW und Daimler entfernt.

Falls aber die Produktion in den nächsten Jahren erfolgreich hochgefahren wird, könnte man sich zumindest BMW relativ schnell in Sachen Umsatz nähern. Besonders wenn weitere Geschäftsbereiche wie Batterien, Solaranalagen und womöglich sogar eine Flotte selbstfahrender Teslas hinzukommen.

Entscheidend für den finanziellen Erfolg als Autohersteller sind allerdings die erreichten Margen. So können Daimler und BMW je nach betrachtetem Geschäftsjahr Margen von circa 8-9 % erwirtschaften, was in der Autobranche eine sehr gute Leistung ist. Da Tesla vor allem aufgrund hoher Investitionen keine Gewinne schreibt, kann man derzeit noch keine Gewinnspanne errechnen, allerdings errechnen viele Analysten für Teslas bisherige Autos sehr attraktive Bruttomargen im deutlichen zweistelligen Bereich.

Unternehmen Umsatz 2016
Tesla 7 Mrd. USD
BMW 94 Mrd. EUR
Daimler 153 Mrd. EUR

Quelle: Morningstar

4. Belegschaft

Die Belegschaften von Autoherstellern zu analysieren ist nicht einfach. Die meisten Autohersteller beschäftigen nämlich aufgrund eines umfangreichen und engmaschigen Zulieferernetzwerkes weitaus weniger Mitarbeiter selbst als die Gesamtzahl der Arbeitskräfte, die bei der Herstellung ihrer Autos tatsächlich involviert ist.

Interessant ist, dass Tesla im Vergleich zu seinen Absatzzahlen und Umsätzen relativ viele Mitarbeiter hat. Das lässt sich unter anderem dadurch erklären, dass rund die Hälfte davon bei der Tesla-Tochter SolarCity arbeitet. Außerdem stellt Tesla relativ viele Komponenten, allen voran seine Batterien, selbst her und die bereits relativ hohe Mitarbeiterzahl ist sicherlich auch durch die bevorstehende Massenproduktion des Model 3 beeinflusst.

Sobald das Model 3 seine ersten Produktionsziele erreicht hat, wäre hier eine erneute Analyse sehr interessant. Denn eigentlich sollten Teslas hochautomatisiert hergestellte Elektroautos mit deutlich weniger Personal produziert werden können als Autos von BMW und Daimler, vor allem wenn man die vielen, bei den Zulieferern beschäftigten, Arbeitskräfte berücksichtigt.

Unternehmen Belegschaft Ende 2016
Tesla 30.025
BMW 124.729
Daimler  170.034

Quellen: Geschäftsberichte

Ein interessanter Vergleich

Es ist verständlich, dass viele derzeit Teslas Marktkapitalisierung mit der von GM und Ford vergleichen. In vieler Hinsicht sind BMW und Daimler aber viel interessantere Kontrastfolien.

Die deutschen Premiumhersteller verkaufen nämlich nicht nur eine Anzahl von Autos, die gar nicht unendlich weit von Teslas mittelfristigem Ziel entfernt ist, sie haben auch durch ihre Kundentreue und ihren Markenwert ein viel ähnlicheres Margenpotential. Tesla-Investoren sollten die richtigen Vergleiche ziehen, um einen Blick in die Zukunft zu werfen.

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Marlon Bonazzi besitzt Aktien von Tesla. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla und Ford. The Motley Fool empfiehlt BMW und Daimler.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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4 Kommentare

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Kommentare

mit der vermeintlichen Eroberung des Massenmarktes muß das instabile Kartenhaus mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit einfach zusammenklappen!"

Wenn es so käme, könnten Tesla und dessen Anleger und meiner Schadenfreude sicher sein.

Sie wäre ein Ausgleich für meinen Ärger darüber, dass das Milliarden verdienende Daimler Unternehmen so im Kurs herunter geknüppelt wird, von wem auch immer.
Teslas Geschäftsmodell basiert aktuell auf jährlichen zig-Millarden an Subventions-, Steuer- und Zertifikatehandel-Abgriffen und trotzdem steigt die Verschuldung und der negative Cashflow, und selbst die zusätzlichen Kapitalmaßnahmen und die Bedienung des ansonsten margenstarken Premiumsegments führte zu keinen echten Gewinnen - mit der vermeintlichen Eroberung des Massenmarktes muß das instabile Kartenhaus mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit einfach zusammenklappen! :kiss:
Da wo Tests noch hin will, da sind Daimler und BMW schon.
Millionen verkaufter Autos, Milliarden Gewinne.
Der gute Vorsatz von Tesla muss natürlich mit einem fast unendlichen oder gar negativem KGV belohnt werden.
Der Wille, erfolgreich zu sein, ist Weg und Ziel.

Ich muss sagen, ich verstehe nicht, wie ein EBIT von vier Milliarden EURO in einem Quartal mit Kursrückgang belohnt werden kann bei einem KGV unter 8.
Das ist für mich Börse paradox.
Da kann man nichts machen außer auf die nächste Dividende zu warten, die höher ausfallen sollte als die für 2016.
Eines werde ich nicht tun, diesem kalifornischen Marktschreier mein Geld zur Verfügung stellen, damit der irgendwann ein paar Dollar Gewinn verkünden kann.
Und noch eines werde ich sicher nicht tun, mir mit dem Kauf eines überteuerten E Mobils auch noch Probleme einzukaufen, die ich mit einem Diesel nicht habe.
Mein Smartphone unter Strom zu halten, lastet mich schon zur Genüge aus.

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