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DAX-Chartanalyse: Korrektur nach dem Allzeithoch

DAX-Chartanalyse Korrektur nach dem Allzeithoch

Gastautor: Andreas Mueller
30.04.2017, 10:58  |  15146   |   |   

Die wohl langweiligste EZB-Sitzung der letzten Jahre sorgte für keinen Impuls im DAX, wohl aber die Vorwahl in Frankreich am vergangenen Sonntag. Trägt diese Euphorie noch eine Weile?

In der Vorwoche nannte ich parallel zur Frankreich-Vorwahl des neuen Präsidenten (der neuen Präsidentin?) meine Wochenanalyse „Das nächste Signal“ und zielte darin auf eine größere Bewegung ab.

Diese kam quasi über Nacht und verstärkte sich noch einmal am ersten Handelstag der Woche. Damit gab es neben dem Ergebnis selbst dann an der Börse etwas zu feiern: ein neues Allzeithoch!

 

Signal der Vorwoche gleich zum Start

 

In der Tat gab es diese, und zwar durch besagte Wahl in Frankreich initiiert. Bereits in der Nacht zu Montag stieg der Euro zum Dollar stark an und ließ die 1.09 hinter sich. Mit dem Sieg von Macron in den Vorwahlen stieg das Vertrauen in den Euro und damit in den vereinigten Wirtschaftsraum Europas bei den Investoren an. Dies zeigte sich nicht nur in der Einheitswährung, sondern auch umgehend bei den ersten Kursnotierungen im DAX und Eurostoxx am Montag.

 

Das grüne Szenario aus der Vorwoche trat somit mit voller Wucht ein (Rückblick Chartbild):

 

Die starke Eröffnung war jedoch noch nicht alles, denn binnen weniger Stunden erreichte der DAX schließlich sein Allzeithoch. Hier stockte es noch vor 4 Wochen, doch diesmal war der Druck der Bullen zu groß. Zaghaft, aber mit Nachdruck, wurde es überschritten und zu den Akten gelegt. Die 12.390 waren damit überschritten und ein neues Allzeithoch markiert - auch noch mit GAP, doch dazu später.

 

Um es noch einmal in Erinnerung zu rufen, anbei das Chartbild – gepostet am Montag in den Tages-Trading-Chancen HIER:

 

 

Auch der Dow Jones atmete auf und schaffte, trotz aller politischen Unsicherheiten in Übersee (Stichwort: Nordkorea-Konflikt und innenpolitischer Reformstau) mit Schwung nach Norden auszubrechen. Die 21.000 als dort runde Marke wurde überschritten. Doch mehr auch nicht. Es stellte sich eine Art Lethargie oder Abwarten vor den zukünftigen Ereignissen ein.

 

Bereits am Mittwoch erkannte man eine sehr enge Range, in der sich der Dow Jones lustlos bewegte:

 

(hier nachzulesen ->)

Für mehr Bewegung sollte eigentlich die EZB-Sitzung am Donnerstag sorgen. Doch ohne Richtungsänderungen wurde auch dies zum Non-Event. Herr Draghi als EZB-Präsident blieb trotz der Inflationsdaten von rund 2 Prozent auf dem geldpolitisch lockeren Kurs und überraschte somit niemanden. Im DAX gab es daher auch nur eine langweilige Range zu bestaunen, die sich für EZB-Handelstage ungewöhnlich eng anfühlte:

 

(hier nachzulesen ->)

Recht genau die 50 Tage Schwankungsbreite vollzog er dann auch am Freitag und „trudelte“ (ja, so muss man dies umschreiben) zumindest stabil oder ohne weitere Impulse ins verlängerte Wochenende. Am Montag findet kein Handel an der Deutschen Börse statt.

 

Was leitet man nun als Charttechniker aus dieser Situation ab?

 

Schwung holen in der neuen Woche?

 

Das neue Allzeithoch hat einige Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß erwischt. Dies erkennt man in der abwartenden Haltung an den Folgetagen. Kein starker Abverkauf, aber auch kein großer neuer Impuls ab Dienstag. Umschichtungen von institutionellen Anlegern und Neupositionierungen reichen sich die Hand. Immerhin gab es in den USA eine Menge Quartalszahlen zu sichten. Darüber berichtete w : o beispielsweise HIER über Amazon, Microsoft und Alphabet.

 

Doch nun direkt zur Charttechnik und zum DAX, der vielleicht noch einmal Schwung holen sollte.

 

Im großen Chartbild des Tagescharts erkennt man den Ausbruch, wenn auch zögerlich, nun im rechten Bereich.

 

 

Institutionelle Anleger arbeiten mit diesen Einstellungen, doch für das Daytrading müssen wir konkrete Ableitungen auf kleineren Zeitebenen suchen. Daher zoome ich diesen Tageschart noch einmal weiter auf:

 

 

Das in der Vorwoche beschriebene „Erste Warnsignal im Tageschart“ nach Unterschreitung der 12.000 im DAX wurde damit neutralisiert. Und es bildete sich ein neuer Aufwärtstrend, den ich hier dargestellt habe. Gut sichtbar ist ebenfalls das dadurch entstandene GAP (als Baguette-GAP von mir satirischerweise benannt).

 

Um dieses GAP noch einmal deutlicher herauszuarbeiten, wechsle ich in die Einstellung Stundenchart und zeichne dieses GAP in Gelb ein.

 

 

Bis zu diesem GAP sind es aktuell noch 150 Punkte. Davor fällt das ehemalige Allzeithoch bzw. der erste Versuch aus dem April 2017, dieses zu überwinden, ins Auge. Diesen Bereich würde ich als Korrekturziel (1) ansehen, der vor allem von großen Adressen noch einmal getestet werden könnte. Diese agieren oftmals im Tageschart und markieren sich solche Marken für eine Investitionsentscheidung.

 

Im bullischen Szenario verläuft also die aktuelle Korrektur nicht über diesen Punkt hinaus und dreht danach wieder nach oben ab. Genau dies soll der Pfeil verdeutlichen:

 

 

Ein Durchbruch wäre hier noch kein Grund zur Sorge, denn das Korrekturziel 2 ist, wie beschrieben, nur 150 Punkte (oder 1,2 Prozentpunkte) vom aktuellen DAX-Stand entfernt. Es manifestiert die obere Begrenzung des GAP’s.

 

Auch von da kann der Kurs dann sehr schnell wieder nach oben abdrehen und die Korrektur damit abschließen.

 

Hektisch und damit gefährlich für die Bullen wird es meines Erachtens erst, wenn das GAP angerissen wird. Denn dort dürften eine Menge Absicherungsorders der aktuell laufenden Bewegung nach oben liegen. Wenn dies geschieht, stellt es mein bärisches Szenario dar und hat als Kursziel natürlich das ganze GAP – also die 12.050 Punkte (Schlusskurs XETRA am 21.04.2017). Dann wäre es auf jeden Fall keine Korrektur mehr!

 

 

Die Marken sind damit für mich definiert und die Trigger für den Handel bestimmt. Umsetzen bzw. Abgleichen muss es natürlich jeder mit seinem eigenen Risikomanagement und Ideen.

 

Was außerhalb der „Welt der Charts“ passiert, kann und mag ich nicht abschätzen. Beobachte es aber selbstverständlich ebenso intensiv, wie die Kurse selbst. Donald Trump wird die Märkte vermutlich weiter in Atem halten. Ob mit seinen Steuerplänen, bei denen die Gegenfinanzierung noch sehr nebulös ist, oder in der aktuellen Konfrontation mit Nordkorea. Auch das Thema Handelsabkommen kann negativ aufgefasst werden. Die Redaktion w : o berichtete darüber HIER

 

Diese Ausführungen stellen nur meine Ansicht zum Sonntag dar. Sie sind keine Handelsempfehlung und auch kein Handelsplan, dem sich der Markt unterordnen muss. Die konkreten Einstiege wäge ich natürlich intraday in der entsprechenden Diskussion Tages-Trading-Chancen und vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse ab.

 

Ausführlich gibt es diese Analyse nur im Nachrichtenbereich. Wenn Sie diese direkt per Erscheinen lesen wollen, dann abonnieren Sie mich hier: Autor abonnieren 0

 

Herzlichen Dank für Ihr Interesse und einen erfolgreichen Wochenstart,

Ihr Andreas Mueller (Bernecker1977)

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