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3 deutsche Biotech-Aktien für die nächsten 20 Jahre

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
12.11.2017, 09:20  |  2225   |   |   

Nachdem Deutschland nach der Jahrtausendwende ca. 50 % aller Biotech-Unternehmen dank der Internetblase verloren hatte, haben sich einige der Überlebenden zu echten Vorzeigeunternehmen gemausert. Und gerade jetzt gibt es drei spannende Biotechs, die neben ihrem sehr guten Chance-Risiko-Verhältnis in 2018 entscheidende Meilensteine erreichen wollen.

Warum jetzt in Biotech investieren und 20 Jahre halten?

Ich möchte niemandem die Pistole auf die Brust legen, doch das Schöne an jungen Biotech-Unternehmen ist das hohe Wachstumspotenzial der meist Patent-geschützten Wirkstoffe oder Technologien. Und wenn dann noch die Risiken von Fehlschlägen minimiert werden können, hat man häufig mit Vervielfacher-Aktien zu tun.

Gerade bei neuen Medikamenten, die durch drei Klinische Phasen gebracht werden müssen, werden oft genug die definierten „Primären Endpunkte“ nicht erreicht. Solch primäre Endpunkte sind z. B. die Überlebensrate oder das Risiko eines Rückfalls, die oft als „Goldstandard“ gesehen und statistisch erfasst werden. Und tatsächlich fallen ca. 35 % aller Wirkstoffe in Klinischer Phase III noch durch.

Es gibt aber auch andere Biotech-Unternehmen, die Medizinprodukte herstellen, Nachahmerpräparate produzieren oder neuartige Sedativa entwickeln.

Nanopartikel zerstören Tumore

Ein Unternehmen ist die MagForce AG (WKN:A0HGQF) aus Berlin, die Tumore durch Wärme von innen heraus zerstört, indem magnetische Nanopartikel in einen Tumor gebracht und in einem magnetischen Wechselfeld erwärmt werden. Umliegendes gesundes Gewebe wird geschont, da die Partikel aufgrund ihrer Hüllstruktur im Gewebe verbleiben.

Das Beste nun ist, dass das Verfahren schon die europäische Zulassung erhalten hat. Anders als bei Krebsmedikamenten, handelt es sich hier um ein Medizinprodukt. Und die Zulassung als Medizinprodukt erfolgt wesentlich schneller und kostet auch deutlich weniger.

Das als „NanoTherm-Therapie“ bezeichnete Verfahren wurde bereits klinisch erfolgreich an etwa 90 Patienten mit Hirntumoren und etwa 80 Patienten mit anderen Tumoren wie Bauchspeicheldrüsen-, Prostata- oder Speiseröhrenkrebs getestet.

Hervorragend auch, dass MagForce eine Unternehmenstochter in den USA hat, die sowohl eine Glioblastom- als auch eine Prostatastudie durchführt. Mit der Fähigkeit, kleine Prostatatumoren komplett zu zerstören, hat NanoTherm ein sehr großes Potenzial, als Monotherapie bei intermediärem Prostatakrebs eingesetzt zu werden. Erwartet wird zudem, dass Nebenwirkungen einer Standardtherapie, wie die Beeinträchtigung urologischer und sexueller Funktionen, vermieden werden können.

Warum ist die Aktie gerade jetzt so interessant? Die Marktzulassung in den USA ist schon für Mitte 2018 geplant, und bei Erfolg wird sich ein Megamarkt auftun, bei dem es keinen direkten Wettbewerber gibt.

Fast wie das Original, aber billiger

Für viele biotechnologisch hergestellte Medikamente mit Milliardenumsätzen laufen die Patente aus, so dass immer mehr sogenannte „Biosimilars“ den Markt überschwemmen und die Markenprodukte einem starken Konkurrenzdruck aussetzen. Das macht großen Pharmafirmen immer mehr das Leben schwer.

Formycon (WKN:A1EWVY) aus München hat Biosimilars für Lucentis, Stelara und Eylea in der Pipeline, die zusammen auf ein derzeitiges Marktvolumen von ca. 10 Mrd. US-Dollar abzielen. Das Lucentis-Biosimilar sowie das Eylea-Biosimilar wurden bereits auslizenziert.

Die entscheidende Frage: Wann laufen die Patente für die Originalprodukte aus? Das Lucentis-Patent endet 2020 in den USA und 2022 in Europa, sodass dieses Biosimilar ab 2020 Umsätze generieren könnte. Von den mehr als ca. 4 Mrd. US-Dollar Umsatz für Lucentis könnte sich Formycon vermutlich mehrere 100 Mio. US-Dollar Umsatz sichern.

Interessant dazu ist eine Analyse von Citi Research aus 2016, die prognostizierte, dass die Hersteller von biopharmazeutischen Originalpräparaten zwischen 2015 und 2025 mehr als 360 Milliarden US-Dollar Umsatz einbüßen und Erlöse im Volumen von mehr als 110 Milliarden US-Dollar auf Biosimilars übergehen werden.

Genau von diesem Kuchen möchte Formycon ein großes Stück abbeißen, um die derzeitige Marktkapitalisierung von ca. 300 Mio. Euro massiv zu steigern. Mit einem möglichen Umsatz von mehr als 100 Mio. US-Dollar schon in 2020 steht Formycon sozusagen vor dem Erklimmen des Gipfels.

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