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Aktien Frankfurt: Erleichterung über Italien stützt die Kurse
Foto: Boris Roessler - dpa

Aktien Frankfurt Erleichterung über Italien stützt die Kurse

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
01.06.2018, 11:53  |  900   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Erleichtert haben Investoren am Freitag auf die kurz bevorstehende Regierungsbildung in Italien reagiert. Auch am deutschen Aktienmarkt setzte sich am Vormittag eine zunehmend freundliche Stimmung durch. Der Dax kletterte um 1,10 Prozent auf 12 743,23 Zähler. Im Verlauf dieser Woche hat der Dax jedoch um 1,5 Prozent nachgegeben.

Zwar kommt in Italien mit einer Koalition aus der Fünf-Sterne-Bewegung und der rechtspopulistischen Lega höchstwahrscheinlich erstmals eine europakritische Regierung an die Macht. Mit Neuwahlen wäre jedoch vermutlich eine Verschärfung antieuropäischer Positionen einher gegangen, schrieb Analyst Giovanni Montalti von UBS in einem Kommentar. Dieses Szenario sei nun vermieden worden. Zudem habe sich Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella mit seinem Vorgehen bei der Besetzung wichtiger Kabinettsposten als "Anker Italiens in Europa" erwiesen.

Davon profitierten vor allem Finanzwerte. Auch am deutschen Markt lagen mit der Deutschen Bank und der Commerzbank die beiden Bankenaktien im Dax ganz vorn mit Kursgewinnen von mehr als 3 Prozent. Die Papiere der Deutschen Bank konnten somit den Fall auf ein neues Rekordtief zunächst vermeiden. Mit Munich Re und Allianz stiegen zwei weitere Finanztitel überdurchschnittlich stark.

Der MDax der 50 mittelgroßen Werte legte um 0,85 Prozent auf 26 551,53 Punkte zu. Das Technologiewerte-Barometer TecDax stieg um 0,47 Prozent auf 2798,34 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte sogar um 1,56 Prozent vor.

Am Nachmittag dürfte der offizielle Arbeitsmarktbericht der US-Regierung für den Monat Mai das Interesse auf sich ziehen. Vor allem der Entwicklung der Löhne und Gehälter gilt die Aufmerksamkeit. "Viele haben noch immer in schmerzhafter Erinnerung, dass ein schnellerer Lohnanstieg Anfang Februar den Ausverkauf an den Börsen ausgelöst hat", sagte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Papiere des Apple -Zulieferers Dialog Semiconductor brachen um fast 16 Prozent ein auf den niedrigsten Stand seit mehr als vier Jahren. Das Unternehmen wird künftig weniger Halbleiter an den Großkunden Apple liefern. Der iPhone-Hersteller setze früher als erwartet auf Chips aus Eigenproduktion, sagten Analysten. Dialog werde von nun an sukzessive weniger Komponenten an den Technologieriesen liefern, und das voraussichtlich zu sinkenden Preisen.

Auch ein möglicher Handelskonflikt zwischen den USA und der EU konnte die gute Börsenstimmung nicht trüben. Die am Vortag beschlossenen Strafzölle in den USA auf Stahl- und Aluminiumimporte aus Europa belasteten die Kurse der Hersteller am Freitag nicht mehr: Die Aktien von Thyssenkrupp und Salzgitter schlossen sich mit Kursgewinnen von jeweils knapp 2 Prozent der allgemeinen Erholung an.

Aktien von SAP legten nach einer Kaufempfehlung des US-Investmenthauses Jefferies um 1,35 Prozent zu. Der Walldorfer Software-Entwickler habe eine lange Wachstumsphase vor sich, schrieb Analyst Vijay Anand./bek/tos

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